Professor Christian Drosten wurde mit dem Ehrenpreis des BdKom ausgezeichnet. (© PR-Journal)

Standing Ovations für den Kommunikator des Jahres 2020: Der Virologe Professor Christian Drosten wurde gleich zu Beginn des diesjährigen Kommunikationskongresses in Berlin mit dem Ehrenpreis des Bundesverbandes der Kommunikatoren (BdKom) ausgezeichnet. Einstimmig, so die Präsidentin des BdKom, Regine Kreitz, habe die Jury gewürdigt, wie Drosten bei seinen öffentlichen Auftritten ruhig aufgeklärt und informiert habe. Er habe in Reinkultur gezeigt, was gute Kommunikation kann und will, damit sei er selbst für erfahrene Kommunikationsexperten zum Vorbild geworden. Unter dem großen Beifall der rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort in Berlin im bcc sowie den digital zugeschalteten weiteren rund 600 Gästen erlebte der Kommunikationskongress 2020 damit einen äußerst lebendigen Auftakt.

Der Chef-Virologe der Charité, Christian Drosten, nutzte die Gelegenheit seine Rolle in der Corona-Pandemie noch einmal aus seiner Sicht darstellen. Größten Wert legte er auf die Feststellung, dass er als Wissenschaftler keine Fakten schaffe, sondern lediglich Fakten zu bewerten und einzuordnen habe. Er wehrte sich ausdrücklich gegen Verfälschungen und allzu starke Verkürzungen seiner Aussagen in Teilen der Öffentlichkeit und Medien. Die anwesenden Kommunikatoren rief Drosten dazu auf, gerade jetzt im Herbst in der internen Kommunikation dazu beizutragen, dass die AHA-Regeln eingehalten würden und ein A für Aufklärung hinzuzufügen.

In Bezug auf sein eigenes Wirken sagte Drosten, dass es wohl im Großen und Ganzen ganz gut gelungen sei, die Öffentlichkeit in Deutschland zu informieren und „nicht pharmazeutisch“ auf die Pandemie Einfluss zu nehmen. Als Experte auf dem speziellen Gebiet der Covid-Viren sei das auch seine Aufgabe gewesen. Doch ob das auch seiner wissenschaftlichen Karriere gut getan habe, stellte er in Frage. Im Zuge der letzten Monate habe er aufgrund der großen zeitlichen Beanspruchung für Information und Aufklärung, verschiedene wissenschaftliche Arbeiten liegen lassen müssen und Chancen nicht ergreifen können.

Weitere Auszeichnungen

Neben Drosten erhielten auch das Kommunikationsteam der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für ihre Krisenkommunikation und das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung für ihre außergewöhnliche Wissenschaftskommunikation die diesjährigen BdKom-Preise. Wer mehr über die Preisträger erfahren will, kann am 2. Kongresstag um 12:05 Uhr an einer Session teilnehmen, bei der die ausgezeichneten Arbeiten ausführlich vorgestellt werden.

Direkt zum Auftakt des Kommunikationskongresses war das bereits der feierliche Akt, der sonst im Rahmen der Speakersnight vollzogen wird. Im Jahr 2020 ist Corona-bedingt eben alles anders beim Kommunikationskongress. Gleichwohl ließen sowohl der Moderator Hajo Schumacher als auch BdKom-Präsidentin Kreitz und die Referenten wie Kommunikationschefs Christoph Erhard von Bosch und Thomas Voigt von Otto durchklingen, wie sehr sie sich freuen überhaupt einmal wieder bei einer Präsenzveranstaltung zu Gast zu sein. Das Bedürfnis, sich persönlich auszutauschen zu wollen und miteinander ins Gespräch zu kommen, war auch per Online-Teilnahme spürbar.

Im Vorfeld hat Veranstalter Quadriga Media viel dafür getan, sowohl den Gästen vor Ort als auch den online Zugeschalteten einen reibungslosen Ablauf anzubieten. Das erarbeitete Konzept ermöglicht mehr Kommunikatorinnen und Kommunikatoren als in den Vorjahren durch digitale Tickets und Satelliten-Events, die Diskussionen, Keynotes, Vorträge, Specials und Workshops interaktiv mitzuverfolgen, auch wenn sie nicht zur Hauptveranstaltung nach Berlin reisen können oder wollen.  Als Ersatz für die Abendveranstaltung gibt es für die Gäste vor Ort ein Kulturprogramm in Form von drei Bustouren zum Futurium, zum Amerikahaus in Berlin Charlottenburg oder als „Berliner Schnauze Comedy Tour“.

"Talent Award"

Zum Ende des ersten Kongresstages wurde mit dem „Talent Award“ noch ein weiterer BdKom-Preis verliehen, der in den Vorjahren Nachwuchspreis hieß. Zum 14. Mal zeichnete der Kommunikationsverband eine praxisrelevante Masterarbeiten aus und beglückt die Gewinnerin Kristin Hansen in diesem Jahr mit einem Geldpreis von 2.000 Euro. Die Preisträgerin hatte ihre Masterarbeit an der Universität Leipzig unter dem Titel „Künstliche Intelligenz in der Strategischen Kommunikation – eine qualitative Untersuchung ethischer Herausforderungen“ eingereicht. Ina Froehner, Bildungsbeauftragte des BdKom und Head of Communications bei der finleap GmbH, überreichte den Preis.

Der Kommunikationskongress 2020 läuft noch bis Freitag, 18. September, 16:30 Uhr. Das weitere Programm ist hier einzusehen.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de