Das Tampon-Buch von Scholz & Friends Berlin holt den Super-Löwen

Das hat`s so noch nicht gegeben: Ein Grand Prix für Deutschland in der Kategorie PR! Bei unter 100 Einreichungen vielleicht auch nicht zu erwarten. Doch der Reihe nach: Vier lange Tage hat sich unsere internationale Jury die Köpfe heiß diskutiert. Wir haben 242 Short-List Kandidaten angeschaut, diskutiert, wieder angeschaut. Viele der Einreichungen haben unsere Gruppe aus langjährigen PR-Experten verblüfft, begeistert und teilweise zu Tränen gerührt. Und auf den letzten Metern, nachdem wir unsere 7 Gold-Kampagnen gekürt hatten, kristallisierte sich etwas heraus, mit dem ich nicht von Anfang an gerechnet hatte: Der Grand Prix Gewinner kommt aus Deutschland!

Das Tampon-Buch von Scholz & Friends Berlin.

Ein Toast aus Cannes auf eine Kampagne, die das Beste zeigt, was eine integrierte Kampagne aus Jury-Sicht haben kann: Im Kern eine echte PR-Idee - also eine, die von Anfang an die Diskussion, den Streit, das Engagement von Menschen strategisch mit einbezieht, eine Kampagne, die Veränderung initiieren will - für das Business und für die Gemeinschaft, die die Macht der Vielen hinter sich bringen kann, und damit letztendlich einen langen Hebel dafür schafft, dass tatsächlich etwas passiert. In diesem Fall die Anhörung im Bundestag, um die Mehrwertsteuer für Hygieneprodukte von 19% auf 7% zu senken. Denn Menstruation ist kein Luxus. Die Ausarbeitung der Kampagne in Form eines Tampon-Buches ist kreativ hervorragend. Design at its best. Die Einbindung von Stakeholdern und Medien hat nachweislich funktioniert. Und die Agentur hat die Kampagne integriert entwickelt - alles unter einem Dach, mit einer Kreation, die unit-übergreifend arbeitet. Das wussten wir da natürlich nicht - aber jetzt erscheint es uns als Teil des Erfolgs.

PR Journal CannesDas Tampon-Buch von „The Female Company“ hat sich gegen hervorragende Gold-Kampagnen durchgesetzt: den 50. Geburtstag des Big Mac, die Wind-Energie Kampagne von Budweiser, die „Harmless-Gun“ Aktion des 3-D-Printers Dogama, die „Second Chance“ Initiative für Organspenden aus den USA, den „People`s Seat“ der United Nations und die Initiative eines peruanischen Supermarktes beim Welt-Cup in Russland „Perussian Prices“. Foto links: Cornelia Kunze, die für das „PR-Journal“ aus Cannes berichtet.

Preise gingen ebenfalls an den „Life Lolli“ der KMSZ, für mehr Knochenmarkspender; „The remarkable Hedy“ von Schwan Stabilo - eine von vielen Kampagnen für mehr Frauenpower; Katapult Air, der Stunt der Sylter Marketing GmbH, um die Bahnstrecke nach Sylt auszubauen und der „Personalized Coffin“ der Deutschen Bestatter. Wir fanden, dass das alles Kampagnen sind, die sich sehen lassen können.

Herzlichen Glückwunsch an alle Löwen-Gewinner!

Die PR-Kategorie in Cannes hat wieder einmal Stärke bewiesen - auch wenn gern das Gegenteil behauptet wird - zum Beispiel von PR Week. Die Einreichungen in diesem Jahr (über 1800) sind weniger geworden, weil PR-Abteilungen und Agenturen in anderen Kategorien einreichen, genauso wie Kreativagenturen in der PR Kategorie einreichen und gewinnen. Die Diskussion darüber, wer was wo einreicht, läuft dem Zweck des Cannes Festivals entgegen und ist auch sonst von nur sehr begrenztem Nutzen.

Was zählt ist: Die Disziplin PR - von wem auch immer sie beherrscht wird - spielt eine wichtige Rolle für die Wirksamkeit von Kommunikation, für den Erfolg von Marken und Business und für die gesellschaftliche Veränderung.


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