Alle Jahre wieder im Februar erscheint der StepStone Gehaltsreport mit aktuellen Zahlen zur Entwicklung des Verdienstes im Vorjahr. Für den Gehaltsreport 2019 wurden Gehälter von rund 85.000 Fach- und Führungskräften analysiert, die im Zeitraum von Oktober 2017 bis Oktober 2018 erhoben wurden. Die gute Nachricht für Angehörige der Berufsgruppe PR und Unternehmenskommunikation: die Durchschnittsgehälter sind stabil geblieben, für Berufseinsteiger mit bis zu fünf Jahren Erfahrung sind sie gestiegen. Die schlechte Nachricht für die Berufsgruppe Marketing allgemein: Die Schere zwischen Männern und Frauen ist noch weiter auseinandergegangen.

Das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland liegt 2018 bei über alle Berufsgruppen hinweg bei rund 58.100 Euro, das sind fast genau die Zahlen des Vorjahres. Für 2017 wurden 58.152 Euro ermittelt. Die Durchschnittsgehälter der Berufsgruppe Marketing liegen mit 56.809 Euro 2018 und 56.132 Euro 2017 etwas darunter. In der Übersicht „Gehälter nach Berufsgruppen“ ist PR mit 56.000 Euro ausgewiesen und damit noch etwas niedriger.

Steigerung für PR-Leute bis fünf Jahre Berufserfahrung

Im weiteren StepStone Gehaltsreport ordnen die Macher aber – wie in den Vorjahren auch – Berufe aus PR und Unternehmenskommunikation der Oberkategorie Marketing zu. An verschiedenen Stellen werden aber Einblicke in die Zahlen speziell für PR und Unternehmenskommunikation gewährt. So verdienten in den beiden vergangenen Jahren Fach- und Führungskräfte mit einer Berufserfahrung von zehn Jahren und mehr in diesem Bereich 66.500 Euro. Für Berufseinsteiger mit bis zu zwei Jahren Erfahrung gab es hier von 2017 zu 2018 eine Steigerung von 34.655 zu 36.737 Euro. Wer drei bis fünf Jahre dabei ist verdiente 2018 im Durchschnitt 51.259 Euro, im Vorjahr waren es 45.567 Euro. Hier gab es also eine Steigerung von knapp 6.000 Euro zu verzeichnen.

Die Gehälter für den Bereich PR und Unternehmenskommunikation liegen damit am unteren Ende der Auflistung. Schlechter bezahlt werden Menschen, die in den Bereichen „Digitales Marketing“ und „Redaktion“ arbeiten. Leicht besser bezahlt wird im Brandmanagement. Siehe folgende Tabelle:

StepStone Gehalt nach Aufgabe u Erfahrung 2018

Schere in der Bezahlung zwischen Männern und Frauen geht weiter auseinander

Erstaunlich und in Zeiten, in denen die Genderthematik wieder ganz oben auf der gesellschaftlichen Agenda steht, kaum nachvollziehbar: Der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen hat sich für Berufe im Marketing von 2017 zu 2018 noch vergrößert. Ganz grundsätzlich ist nicht zu erklären, warum Frauen im Durchschnitt 2018 nur 50.732 Euro verdienten, während Männer der gleichen Gruppe mit 63.382 Euro nach Hause gingen. Der Unterschied beträgt sage und schreibe 12.650 Euro für die gleiche Arbeit, also gut 1.000 Euro im Monat. 2017 war der Unterschied mit 11.784 etwas geringer. Damals verdienten Frauen im Durchschnitt 51.270 und Männer 63.054 Euro. Das heißt: Während Männer im Jahresvergleich 17/18 durchschnittlich rund 300 Euro Gehaltszuwachs verzeichnen konnten, reduzierte sich das Gehalt von Frauen um mehr als 500 Euro.

Auch in anderen Berufsgruppen herrscht bekanntermaßen ein großer Unterschied in der Bezahlung von Frauen und Männern. Noch größer ist die Differenz im Vertrieb, wo Männer durchschnittlich 20.000 Euro mehr im Jahr erhalten als Frauen. Nicht gut, aber etwas besser ist die Situation für Frauen in den Berufsgruppen IT („nur“ 6.000 Euro weniger), Technische Berufe (- 5.000 Euro) und Ingenieure (- 8.000 Euro). Interessant: selbst im Personalmanagement liegt die Differenz bei 13.000 Euro zu Ungunsten von Frauen.

Weitere Schlaglichter

  • Die Top-Branchen 2019 werden angeführt von Kernsektoren der deutschen Wirtschaft: Die Banken belegen den ersten Platz mit den höchsten Durchschnittsgehältern (70.800 Euro) vor der Pharmaindustrie (70.000 Euro) und der Autoindustrie (67.900 Euro).
  • Die am besten verdienende Berufsgruppe sind erneut die Ärzte (77.400 Euro) vor Finanzexperten (72.200 Euro), wie zum Beispiel Vermögensberater, Compliance Manager oder Controller, und Bankern (64.200 Euro).
  • Ein Studium der Medizin oder Zahnmedizin (81.600 Euro) ist finanziell besonders lohnend. Es folgen Wirtschaftsingenieurwesen (74.300 Euro), Wirtschaftsinformatik (73.600 Euro), Ingenieurwissenschaften (72.100 Euro) sowie Mathematik und Informatik (70.800 Euro).
  • Ein abgeschlossenes Studium macht sich bezahlt: Während Akademiker bereits beim Berufseinstieg im Schnitt etwa 11.600 Euro mehr Gehalt bekommen als Nicht-Akademiker, wächst der Unterschied mit langjähriger Berufserfahrung auf circa 28.600 Euro an.
  • Ein Studium macht auch innerhalb einzelner Berufsgruppen einen Unterschied: Im Marketing kommen Akademiker auf durchschnittlich 22 Prozent mehr Gehalt (60.100 Euro) als ihre Kollegen ohne Studienabschluss (49.500 Euro).

StepStone Gehaltsreport 2019

Für den Gehaltsreport 2019 wurden Gehälter von rund 85.000 Fach- und Führungskräften analysiert, die im Zeitraum von Oktober 2017 bis Oktober 2018 erhoben wurden. Der StepStone Gehaltsreport zeigt die durchschnittlichen Gehälter für Fach- und Führungskräfte, aufgeteilt nach Berufsfeld, Region, Branche und Berufserfahrung. Bei der Auswertung wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit nur die Angaben derjenigen Umfrageteilnehmer berücksichtigt, die in Vollzeit arbeiten. Alle Gehaltsdaten sind in Euro angegeben. Sämtliche Gehaltszahlen beziehen sich auf das Durchschnitts-Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Provisionen, Prämien etc.

Der vollständige StepStone Gehaltsreport 2019 steht auf der StepStone-Website zum kostenlosen Download zur Verfügung.


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