Schon wieder der Kaminski. Was hat er sich denn nun schon wieder ausgedacht? Mit dem „Digital Kindergarten“ am 7. Juni in Hamburg will der Geschäftsführer der Agentur achtung! „die Zukunft spielerisch begreifbar machen“. Aber: Warum? Ist das die Aufgabe einer PR-Agentur? Muss das der Kommunikationsmanager leisten? Ist es wegen dieser Digitalisierung?

Digitalisierung ruft Agenturen in die Pflicht

„Wir sind ja nicht Allein-Veranstalter. Future Candy und Weischer.Media sind mit im Bunde“, sagt Mirko Kaminski. „Aber wenn ich mal allein auf achtung! schaue: Ich finde, dass eine Agentur ab einer gewissen Größe schon eine Verpflichtung hat, den Markt mitzugestalten, ihm Impulse zu geben und etwas für die Branche zu tun.“

„Die Digitalisierung ändert alles“, zitierte PR-Journal Redakteur Volker Thoms kürzlich ein Parteiplakat. Und es stimmt ja auch: Das Storytelling erlebt einen Hype. Content steht im Vordergrund. Es geht in der „normalen Welt“ plötzlich um Technologien und IT, um Shared Economy und E-Mobility, um Augmented Reality und Künstliche Intelligenz, um Robotics und Smart Home. Das große Ganze steht im Vordergrund, nicht mehr nur das eine Produkt. Aber „diese Digitalisierung“ muss nicht nur verstanden, sondern auch genutzt werden. Und diesen letzten Schubs zur Nutzung und Umsetzung will der Digital Kindergarten liefern.

Das zweite Jahr Digital Kindergarten: Alles größer, höher, weiter

Nach dem erfolgreichen Piloten in den Agenturräumen von achtung! 2017 holt man sich 2018 mit Weischer.Media einen zweiten Partner an die Seite, die Anzahl der Aussteller und Speaker wird verdoppelt, eine größere Location gesucht. Und das Konzept geht auf: 2018 kommen mehr als 1.000 Teilnehmer – fünf Mal so viele wie 2017.

„Inspirierende Vorträge, z. B. über Digital Leadership, Roboter, die Pizza liefern, und Coding für Kids“, twittert Friederike Gräfin von Bassewitz, Partnerin bei PRCC Personal- und Unternehmensberatung. Für viele Besucher – allerhand Entscheider aus Marketing, Management, HR und Vertrieb großer Unternehmen – macht die Kombination aus Messe-Feeling, Vorträgen und Gelegenheit zum Netzwerken den Charme der Veranstaltung aus: „Es ist eben nicht nur ein Summit oder Meet-up“, sagt Christoph Pietsch, Chief Marketing Officer bei der DDB Group in Düsseldorf, „es entstehen hier ganz konkrete Projekte.“ Und das, weil die technischen Highlights von morgen beim Digital Kindergarten eben nicht nur eine Nebenrolle spielen, sondern wirklich erlebbar gemacht werden. Kaminski sagt damit der falschen Zurückhaltung den Kampf an: „Hier wird spielerisch gelernt und vermeintlich dumme Fragen gibt es nicht.“ Daniel Rehn, Digital Trend Scout bei achtung!, lacht: „Mein großes Ziel ist es, alle Akkus leer zu spielen!“ Für wieder andere sind bei knapp 30 Grad ein Mini-Pool und Eiscreme entscheidend. Schönster Kindergarten eben.

Inspiration und ihre Nebeneffekte

Ein Spielecke wurde versprochen, eine ganze Spielhalle geliefert: Das Über-den-Tellerrand-Schauen, das Anfassen- und Nachfragen-Dürfen, das (im wahrsten Sinne) Begreifen neuester Technologien lässt die Besucher im höchsten Maße inspiriert nach Hause gehen.

Am Ende bleibt die Frage, warum das Ganze im Lead einer PR-Agentur entstehen musste. Ist es, weil sich die Kommunikationsbranche für das Vermitteln von Wissen tatsächlich in der Verantwortung sieht? Weil PR für die PR schwierig ist? Weil Akquise mit einem gesellschaftlich relevanten und greifbar gemachten Thema viel einfacher ist? Weil man so potentielle neue Mitarbeiter auf sich aufmerksam machen kann und gleichzeitig die eigenen Leute aufschlaut?

„Im Markt profitieren wir alle davon, wenn die Menschen beim Auftraggeber, in Agenturen, bei Dienstleistern und Partnern in Sachen Technologien auf der Höhe der Zeit sind“, sagt Kaminski. Fakt ist, dass sich die Rolle der PR und damit auch die der PR-Agentur wandelt. Vor allem dann, wenn sich komplexe Veränderungsprozesse auftun, die die Kommunikation in neues Rampenlicht stellen. Man spricht bei der Entwicklung von Maßnahmen von Ideen und Lösungsansätzen – und lässt sich nicht von starren Disziplingrenzen aufhalten. achtung! gehört zu denjenigen Agenturen, die immer vorangegangen sind, und damit die Branche in den meisten Fällen zum Nachdenken, in vielen Fällen sogar zum Nacheifern bewegt hat. Das erfordert Mut. Und dieser Mut wird zweifelsohne mit Glaubwürdigkeit, Sichtbarkeit, Neukunden, Bewerbern und Know-how-Aufbau belohnt.


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