„Herzens-PR“ - die Gewinner des news aktuell-Preises „Best Overall“. (Foto: news aktuell)

Entwickler und PR-Schaffende haben auf dem 2. PR-Hackathon ein deutliches Bekenntnis für Projekte abgegeben, die nicht nur den Verstand ansprechen, sondern das Herz überzeugen. Zwei der vier prämierten Prototypen befassten sich zwar mit Kommunikation, aber eindeutig mit Non-Profit-Hintergrund. Mehr als 100 Entwickler und Kommunikationsprofis hatten vom 15. bis zum 17. Februar im Loft 06 auf dem Hamburger Otto-Campus an Ideen für die digitale Zukunft der PR gearbeitet. Veranstalter war die dpa-Tochter news aktuell. Video-Reportagen aller drei Tage gibt es beim "PR-Journal-Plus".

Hoher Frauenanteil, PR und Entwickler harmonierten bei der Arbeit

Der Frauenanteil auf dem Hackathon sei bemerkenswert hoch, meinte Edith Stier-Thompson, Geschäftsführerin von news aktuell. Frauen hätten rund 80 Prozent der Projekte gepitcht. Das würde den PR-Hackathon von ähnlichen Veranstaltungen unterscheiden. Kommunikation ist keine ausgewiesene Stärke von Entwicklern. Wie klappte denn die Zusammenarbeit mit den PR-Schaffenden? „Ich habe das Gefühl, dass das sehr gut funktioniert. Hier treffen IT und PR auf einer Ebene zusammen, wo sie gemeinschaftlich an einem Projekt arbeiten“, sagte Magdalena Rogl, Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland, Mentorin und Mitglied der Jury. 

„Herzens-PR“ gewinnt den „Best Overall“-Preis

Angesichts der Innovationskraft der Ideen fiel den Juroren die Entscheidung schwer. „Wir haben drei herausragende Prototypen prämiert, die alle das Potenzial haben, in ihrem Bereich Veränderungsprozesse anzustoßen und neue Impulse für die PR-Branche zu bringen“, erklärte Edith Stier-Thompson. „Ich finde es sehr spannend, dass es hier nicht nur um technische Lösungen geht, sondern auch um Ideen, die sich mit gesellschaftlichen Themen befassen“, meinte Angela Krieger, Communication & Public Affairs Manager bei Google Germany und Mitglied der Jury. Dies schienen die weiteren Jurymitglieder auch so zu sehen. 

Denn die Pitches waren durchaus nicht nur auf die PR bezogen. Zwei der prämierten Prototypen waren klassische Non-Profit-Projekte. Teilweise verriet der Name schon, worum es grundsätzlich ging. Beispiel „BonoPRO“, Gewinner des news aktuell-Preises „Best Overall“. BonoPRO ist ein Marktplatz, der kleine Vereine mit Kommunikationsbedarf mit kreativen Köpfen zusammenbringt. Anja Fricke, PR-Beraterin bei fischerAppelt, hatte dieses Projekt vorgestellt. Es ginge hier zwar nicht unbedingt um PR im engeren Sinne, sei aber „Herzens-PR“ für sie, meinte Fricke im Gespräch mit dem "PR-Journal". Die Idee sei ihr bei fischerAppelt im Rahmen ihrer Arbeit für ein Pro-Bono-Projekt gekommen. Gerade kleinere Vereine würden ja meist nicht an große Agenturen herantreten und diese um Unterstützung zu bitten. Da könne BonoPRO helfen.

Gute Aussichten für „Aussicht“: Auch der Gewinner des Otto-Preises „Most Needed“ ist ein Non-Profit-Projekt. Hier werden Blinde mit Hilfe neu entwickelter Schablonen zum Schreiben befähigt. Ganz anders hingegen war die Ausrichtung des mit dem fischerAppelt-Preis ausgezeichneten „Most Innovative“-Prototyps. „syglio.de“ vergibt ein Gütesiegel für Online-Content auf Basis der #Blockchain-Technologie. Der Google News Lab-Publikumspreis „Best Validation“ ging an „Finder“, ein Tinder für News. Dies ist eine personalisierte Content-Plattform, die durch den typischen „Tinder-Swipe“, durch Wischen und Aussortieren hinzu lernt.

Wie funktioniert der PR-Hackathon?

Bei einem Hackathon treffen Menschen mit unterschiedlichem Background aufeinander – je nachdem, in welcher Branche die Veranstaltung angesiedelt ist. Im Falle des PR-Hackathons „Reboot PR" setzten sich die Teilnehmer aus Entwicklern, Grafikdesignern und Kommunikationsprofis zusammen. Der PR-Hackathon begann am 15. Februar mit einem Pitch. Danach entschieden sich die Teilnehmer, an welchen Ideen sie weiterarbeiten wollten.

Nach 48 Stunden stellten die Teams in jeweils dreiminütigen Präsentationen am 17. Februar ihre Prototypen vor. Begleitet wurden die Teams von vier Mentoren (Tijen Onaran, Magdalena Rogl, Edith Stier-Thompson und Dirk Zeiler), die Präsentationstrainings und Beratungseinheiten anboten. Nach den Teampräsentationen entschied die Hackathon-Jury in den drei Kategorien „Best Overall“, „Most Innovative“ und „Most Needed“ über die besten Arbeiten und vergab Preise im Wert von jeweils 2.000 Euro. Darüber hinaus wurde eine vierte Kategorie „Best Validation“ mit Google-Home-Geräten prämiert, deren Gewinner die Hackathon-Teilnehmer selbst bestimmten.


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