Der Hauptgeschäftsführer des ZAW Manfred Parteina ist besorgt über den Fachkräftemangel in der Werbebranche.

Auch wenn die Arbeitsmarktanalyse des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft ZAW keine Zahlen speziell für die PR-Branche ausweist, so ist für die gesamte Werbebranche doch eine positive Entwicklung ablesbar. Zwar schließt die leicht abgeänderte Erhebungssystematik einen direkten Vergleich zu den Vorjahren aus, doch zeigen die Werte das vierte Jahr in Folge ein Plus in allen erfassten Bereichen. Die meisten Jobangebote entfielen auf die Agenturen mit rund 70 Prozent.

Wie rund der Jobmotor in der Werbung im Jahr 2017 lief, belegen die fast ausgeglichenen Halbjahresergebnisse: Gab es in den ersten sechs Monaten 3.696 Stellenofferten, waren es im 2. Halbjahr 2017 mit 4.015 ähnlich hohe Werte, der Gesamtwert betrug 7.711 Jobangebote. Auch für 2018 geht der Dachverband der Werbewirtschaft von weiter steigenden Jobangeboten in seiner Branche aus, schränkt aber ein: „Der Arbeitsmarkt der Werbebranche ist bereits seit einigen Jahren gut bis sehr gut“, kommentiert Manfred Parteina, Hauptgeschäftsführer des ZAW, die Ergebnisse der ZAW-Trendanalyse. „Diese positive Entwicklung kann aber durch Pläne der EU – Beispiel E-Privacy-Verordnung – jäh unterbrochen werden und vor allem die digitale Kommunikation schwer belasten.“

Arbeitsmarkt gut – Fachkräftemangel spürbar

Darüber hinaus verwies Parteina auf den Fachkräftemangel: „Zu schaffen macht unserer Branche der fehlende Nachwuchs und der Run aller Wirtschaftszweige auf die begrenzte Zahl der Digitalfachkräfte.“ „Der Mitarbeitermangel führt teilweise dazu, dass Projekte kaum noch gestemmt werden können. Hier ist unsere Branche gefragt, attraktiv für den Nachwuchs zu bleiben und Projekte wie zum Beispiel ‚Mach was draus. Komm in die Agentur!‘ sind da sehr förderlich.“

ZAW Stellenangebote nach Berufsbereich 2017

Stellenangebote 2017 nach Berufsbereichen in der Werbebranche. Quelle: ZAW

Warenhersteller und Dienstleister holen auf

Statistisch gesehen waren im Erhebungsjahr 71 Prozent der Jobangebote von den Agenturen ausgeschrieben, nahezu unverändert 10 Prozent von den Medien (2016: 9 Prozent), wohingegen die werbenden Unternehmen mit rund 19 Prozent in 2017 deutlich aufgeholt haben: 2016 lag ihr Anteil bei gerade drei Prozent.

Bei den Berufen haben die Fachleute für Marketing und Werbung den letztjährigen Spitzenreiter Account Manager auf Position zwei verwiesen. Grund hierfür ist die starke Nachfrage durch die werbenden Unternehmen. Gefragt sind weiter die Grafiker und Mediendesigner auf Position drei, die sowohl von Agenturen als auch werbenden Unternehmen gesucht werden, ebenso wie die nachfolgenden Mediaexperten auf Rang vier, während die Art-Director auf fünf, sowie IT-Experten vor allem von Agenturseite nachgefragt worden sind. Nach den beiden klassischen Agenturberufen Texter und Kontakter kletterten erstmals nach Jahren des Rückgangs die Anzeigenfachleute in der ZAW-Statistik nach oben auf Platz 9 (2016: Rang 13).

Arbeitslosenquote weiter im Sinkflug

Analog zu den positiven Stellendaten sinken die Arbeitslosenzahlen: Die Bundesagentur für Arbeit weist 22.296 Arbeitslose im Bereich Werbung und Marketing für Dezember 2017 aus zu 23.239 Personen im Vorjahresmonat. Dies bedeutet ein Minus von rund vier Prozent.

Zur ZAW-Trendanalyse

Die Trendanalyse des ZAW umfasst die Auswertung von Jobangeboten in ausgewählten Medien und auf ausgewählten Websites. Nicht erfasst werden Jobmessen, soziale Netzwerke oder Job-Portale.


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