Frank Mastiaux, CEO von EnBW, hielt die Auftaktkeynote beim Kommunikationskongress 2017.

Der Kommunikationskongress 2017 – mithin auch das 15. Klassentreffen der PR- und Kommunikationsbranche – läuft. Vom 21. bis zum 22. September dreht sich im bcc Berliner Congress Center alles um das Thema Relevanz. Begrüßt wurden die rund 1.500 Teilnehmer des KK17 erstmals von Regine Kreitz, der neuen Präsidentin des Bundesverbandes deutscher Pressesprecher (BdP). Die Auftaktkeynote hielt Frank Mastiaux, der CEO von EnBW. Weitere Impulse sollen Julian Reichelt, Vorsitzender der „Bild“-Chefredaktionen, Ben Hammersley, Autor, Futurist und Technik-Experte, und Anna Alex, Gründerin des Männerausstatters Outfittery geben. Und auch ein Jubiläum wurde gefeiert.

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Frank Mastiaux kam mit seiner Keynote zu Beginn des Kongresses gut an, brach er doch eine Lanze für eine Kommunikation, die für eine dialogorientierte Haltung steht. Sein Thema lautete eigentlich „Neustart oder Knock out – die Transformation der EnBW“. Doch tatsächlich sprach er mit seinen Thesen zur Rolle der Kommunikation in einem solchen Prozess vielen Zuhörern aus dem Herzen.

„Kommunikation ist dafür da, dem Unternehmen Energie zurück zu geben.“

„Kommunikation, die verändern soll, ist Chefsache“, erklärte Mastiaux und fügte an: „aber sie darf es nicht bleiben.“ Der CEO beschrieb anschaulich, wie mühsam, aber gleichzeitig auch wie einfach es sei, Einstellungen und Verhaltensweisen in einem Unternehmen zu verändern, das zum Wandel verdammt sei. Ohne näher auf die Anforderungen und Veränderungsprozesse bei EnBW einzugehen, forderte er Authentizität von allen, die in einem Unternehmen kommunizieren. Es gehe um Sorgfalt, Klarheit und permanente Wiederholung. Veränderung sei ein Marathon. Gleichzeitig aber komme es darauf an, verständlich, vertrauensvoll und schnell zu sein. Und zwar im Kleinen wie im Großen. Eine schnell beantwortete E-Mail eines Mitarbeiters wirke Wunder, eine nicht eingehaltene Zusage einer Führungskraft bewirke das Gegenteil und mache oft langwierige vertrauensbildende Maßnahmen zunichte. Mastieux, der viel Applaus für seinen anschaulichen Vortrag bekam, betonte die Relevanz von Kommunikation: „Kommunikation ist dafür da, dem Unternehmen Energie zurück zu geben.“

30 Jahre Deutscher Rat für Public Relations

In über 100 Vorträgen und Workshops sowie zwei Safari-Touren durch die Berliner Kommunikationslandschaft, einem Startup-Karussell, einem Ideen Camp und einer Mittelstandsarena geht es bei den Kongresstagen um Relevanz, Dialog, Veränderung, Verantwortung, Partizipation und Strategie. In einem der Workshops gab es sogar ein kleines Jubiläum zu feiern. Im Rahmen einer Diskussionsrunde, an der unter anderem Uwe Kohrs, bis Mai GPRA-Präsident, und Lutz Tillmanns, Geschäftsführer des Trägervereins des deutschen Presserates, teilnahmen, wurde dem 30-jährigen Bestehen des Deutschen Rates für Public Relations (DRPR) gedacht. Professor Günter Bentele, der aktuelle Ratsvorsitzende, stellte die Arbeit und die Erfolge des Selbstkontrollgremiums vor. Gleichzeitig kündigte er eine neue „Richtlinie zu PR in digitalen Medien und Netzwerken“. Sie wird in den nächsten Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Neue BdP-Präsidentin Regine Kreitz

Trotz der Fülle des Programms kommt in den Pausen auch das Networking nicht zu kurz. Das „Klassentreffen“ lebt nicht zuletzt auch von den Begegnungen mit den (Ex-)Kollegen, dem Austausch und den vielfältigen Begegnungen. Wie sagte die neue Präsidentin zur Begrüßung: „Als der BdP vor 15 Jahren gegründet wurde, erfand man dieses übergreifende Branchentreffen. Diese Idee hat gezündet“, sagte sie mit Blick auf die 1.500 Teilnehmer.

BdP Vorstand2017Am Vorabend des Kommunikationskongresses war Regine Kreitz (Foto Mitte) bei der Mitgliederversammlung des BdP zur Nachfolgerin von Jörg Schillinger gewählt worden. Er war seit 2013 BdP-Präsident und trat nach vier Jahren nicht erneut zur Wahl an.

Nachfolgerin Kreitz, zuvor Vizepräsidentin des BdP, ist im Hauptberuf Director Communications der Hertie School of Governance in Berlin. Nach ihrer einstimmigen Wahl zur Präsidentin sagte sie: „Ich bedanke mich für das Vertrauen und freue mich auf die Präsidiumsarbeit mit einem starken Team. Als Verband der Inhouse-Kommunikatoren vereinen wir alle Kommunikationsdisziplinen, vor allem auch den schnell wachsenden Bereich der Digitalkommunikation. Mit dem Wandel der Medienwelt wachsen die Aufgaben und auch die Verantwortung professioneller Kommunikatoren. Als BdP unterstützen wir die Mitglieder beim Umgang mit diesen Herausforderungen“.

Die weitere Vorstandszusammensetzung: Das Amt des geschäftsführenden Vizepräsidenten übernimmt Sebastian Ackermann (innogy). Als Vizepräsidenten bestätigt wurden Jörg Howe (Daimler) und Katrin Träger (Sächsische Staatskanzlei, Landesvertretung Berlin). Schatzmeisterin in der kommenden Amtsperiode ist erneut Monika Schaller (Deutsche Bank). Marco Vollmar (WWF Deutschland) wurde als Präsidiumssprecher wieder gewählt. Bildungsbeauftragter ist erneut Ulrich Kirsch (Hessenmetall/Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände).

Erstmals in das Präsidium gewählt wurden Ina Froehner, Director, Corporate & Brand Communications, DaWanda, und Magnus Hüttenberend, Group Head of Digital Communications, TUI. Die beiden werden sich vor allem für eine stärkere Anbindung und Vernetzung der Digitalkommunikatoren im BdP einsetzen.

Als Beisitzerin für zwei weitere Jahre bestätigt wurden Kristin Breuer (Astra Zeneca), Marion Danneboom (BayWa) sowie Florian Amberg (ERGO). Patricia Alves (Boerhinger Ingelheim) kandidierte nicht für eine zweite Amtszeit als Beisitzerin.


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