Klein-Oliver cherrypickerIm Bereich PR werden bei Ausschreibungen nur in 30 Prozent der Fälle Pitch-Honorare gezahlt. Und diese sind obendrein noch die niedrigsten im Vergleich zu Werbung und Design. Zum Teil machen sie weniger als die Hälfte von Pitch-Honoraren in der Werbung aus. Scheinen speziell die PR-Agenturen bei Pitches besonders schlecht wegzukommen, so gibt es bei einer Gesamtbetrachtung über alle Kommunikationsdisziplinen hinweg eine große Skepsis bei Agentur aller Art gegenüber Pitches. Nur 25 Prozent nehmen aller Agentur folgen einer Einladung zu einer Ausschreibung mit mehreren Konkurrenten. – Diese Ergebnisse hat jetzt eine Untersuchung der Hamburger Agentur-Managementberatung cherrypicker hervor gebracht. Zum zweiten Mal nach 2011 hat cherrypicker im März 2014 in einer Befragung von Agenturen die wesentlichen Fakten zum Thema Pitch zusammengetragen. 346 Agenturvertreter haben teilgenommen. (Foto: Oliver Klein, Geschäftsführer cherrypicker.)

In Zeiten, in denen die Einkaufsabteilung in Unternehmen immer mehr Einfluss auf die Auswahlentscheidung von Agenturen nimmt, steigt die Zahl der Pitches. Dem stehen sinkende Pitch-Honorare gegenüber. Cherrypicker gibt – unabhängig von der konkreten Kommunikationsaufgabe – folgende Empfehlung für ein Pitch-Honorar, die im Vergleich zu 2011 um elf Prozent niedriger ausfallen:

  • Kleine Pitch-Aufgabe: mindestens 3.000 Euro
  • Mittlere Pitch-Aufgabe: 6.000 bis 8.000 Euro
  • Umfangreiche Pitch-Aufgabe: 9.000 bis 16.000 Euro
  • Komplexe oder internationale Pich-Aufgabe: 18.000 bis 30.000 Euro

Am schlechtesten kommen dabei laut der aktuellen Untersuchung die PR-Agenturen weg. Sie fordern teilweise weniger als die Hälfte dessen, was Agenturen im Werbebereich erzielen. Da passt es auch ins Bild, dass bei der Ausschreibung von Werbeetats in knapp zwei Drittel aller Fälle ein Pitch-Honorar bezahlt wird, bei Ausschreibungen im PR-Bereich allerdings nur in gut 30 Prozent der Fälle. Über alle Disziplinen hinweg wird in 53,1 Prozent der Fälle ein Pitch-Honorar gezahlt. Meist sind es vier Agenturen, die gegeneinander antreten.
Generell wird aber nur ein Viertel aller Pitch-Anfragen angenommen. Speziell im PR-Bereich sind nur 21,4 Prozent.

14 Pitch-Anfragen pro Jahr
Laut der cherrypicker-Untersuchung erhält eine Agentur durchschnittlich 14 Pitch-Anfragen im Jahr. Damit habe die Studie, so heißt es in der von cherrypicker herausgegebenen Veröffentlichung „Branchenmonitor“, auch erstmalig einen „Top-of-mind-Index“ für Agenturen in Bezug auf Pitches ermittelt. Dieser sage aus, welche Bekanntheit und Relevanz eine Agentur bei ihren Zielgruppen habe, wenn diese zum Pitch einladen. Sollte eine Agentur weniger als 14 Pitch-Einladungen in einem Jahr erhalten, so cherrypicker, so wisse sie, dass sie im Vergleich zum Wettbewerb weniger nachgefragt werde.

Cherrypicker empfiehlt Zahlung von Pitch-Honorar
Cherrypicker Geschäftsführer Oliver Klein weist in seinem Resümee darauf hin, dass Honorare die Erfolgschancen erhöhten, mittels Pitch, die richtige Agentur zu finden. Klein: „Pitch-Honorare sind nicht nur ein Zeichen für Professionalität und Ernsthaftigkeit auf Kundenseite, sondern auch für Wertschätzung und Respekt gegenüber der Agenturleistung. Im Sinne einer fairen, angemessenen und erfolgreichen Zusammenarbeit im Rahmen eines Pitches empfiehlt cherrypicker allen werbetreibenden Unternehmen die Zahlung von Pitch-Honoraren.“

Whitepaper: Cherrypicker will in Kürze zur Studie ein Whitepaper mit weiteren Ergebnissen und Stimmen aus der Branche dazu herausgeben. Erforderlich dazu ist eine schriftliche Anfrage an die Agentur-Managementberatung per E-Mail.


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