Studien Analyse von Geschäftsberichten Kiefer-Studie sieht Lücken in der Reputationskommunikation von Finanzkonzernen
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- von Joris Duffner, Dortmund
Eine Analyse von Prof. Markus Kiefer für den Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte zeigt: Banken und Versicherer beschreiben Reputationsrisiken in ihren Geschäftsberichten deutlich, bleiben bei der konkreten Kommunikationspraxis aber meist vage. Untersucht wurden Deutsche Bank, Commerzbank, Allianz, Hannover Rück und Munich Re.
Kiefer wertete die Risikomanagement-Kapitel der digital veröffentlichten Geschäftsberichte für das Geschäftsjahr 2024 aus. Im Mittelpunkt standen drei Fragen: ob Reputationsrisiken als eigene Risikoklasse erscheinen, wie Unternehmen sie analysieren und bewerten und wie sie darüber berichten. Zusätzlich prüfte die Analyse Transparenz, Platzierung, Tonalität, Stakeholder-Adressierung, thematische Verbindungen, Kommunikationskanäle und Verantwortlichkeiten.
Deutsche Bank beschreibt Strukturen am konkretesten
Bei der Darstellung von Mechanismen und Strukturen sieht die Analyse vor allem die Deutsche Bank vorn. Sie nennt ein Reputational Risk Office sowie Prüf- und Eskalationsprozesse. Die Commerzbank führt Reputationsrisiken ebenfalls als eigene Kategorie und verweist auf Richtlinien sowie ein Reputationsrisikokomitee. Die genannten Auslöser unterscheiden sich je nach Institut, sie reichen von Regelverstößen und ethischen Konflikten über Geldwäsche, IT-Sicherheitsprobleme und Nachhaltigkeitsthemen bis zu negativer Berichterstattung. Quantitative Kennzahlen oder konkrete Schadensfälle weist keines der untersuchten Unternehmen aus.
Hannover Rück punktet bei Risikokommunikation
Bei der allgemeinen Risikokommunikation hebt Kiefer Hannover Rück hervor. Der Rückversicherer nennt unter anderem interne und externe Risikoberichte, Gremien- und Projektarbeit, Intranet-Informationen sowie Schulungsangebote. Im Geschäftsbericht heißt es: „Das Risikomanagement ist fest in unsere betrieblichen Abläufe integriert.“ Die Risikoberichterstattung informiere zudem „systematisch und zeitnah“ über wesentliche Risiken.
Kommunikative Lücke bleibt
Das Fazit der Analyse ist für Kommunikationsverantwortliche zentral: Die Unternehmen erkennen Reputationsrisiken an und ordnen sie organisatorisch ein. Offen bleibt jedoch häufig, wie die Kommunikation im Ernstfall abläuft. Gerade bei Kanälen, Adressaten, Zuständigkeiten und Timing sieht die Untersuchung weiteren Konkretisierungsbedarf.
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