Studien Edelman Trust Barometer Special Report: Trust and Health Polarisierung schwächt Vertrauen in das Gesundheitssystem
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- von Joris Duffner, Dortmund
Der "2026 Edelman Trust Barometer Special Report: Trust and Health" zeigt, wie kontroverse Gesundheitsdebatten das Vertrauen in Deutschland belasten. Themen wie Impfungen, psychische Gesundheit oder der Einfluss sozialer Medien verschärfen laut Edelman gesellschaftliche Spannungen und erschweren Orientierung in Gesundheitsfragen.
Gesundheitsfragen spalten die Bevölkerung
Fast sechs von zehn Deutschen sehen das Land bei zentralen Gesundheitsthemen gespalten. Unter diesen Befragten geben 66 Prozent an, dass die Spaltung ihr Vertrauen in das Gesundheitssystem geschwächt habe. 53 Prozent berichten zudem von einem Vertrauensverlust gegenüber der Politik in Gesundheitsfragen. Auch Medien verlieren demnach für viele Menschen an Glaubwürdigkeit als Quelle für Gesundheitsinformationen.
Edelman nennt gesellschaftliche Polarisierung, fragmentierte Informationsräume und den wachsenden Einfluss Künstlicher Intelligenz als Faktoren, die verändern, wie Menschen Gesundheitsinformationen bewerten und Entscheidungen treffen.
KI gewinnt Einfluss auf Entscheidungen
24 Prozent der Deutschen nutzen KI-Anwendungen bereits zur Unterstützung ihrer Gesundheit, etwa um Antworten auf Gesundheitsfragen zu erhalten, Symptome einzuordnen oder medizinische Testergebnisse zu interpretieren.
Zudem glauben 56 Prozent der Befragten, dass Menschen ohne medizinische Ausbildung, aber mit KI-Expertise, mindestens eine von fünf gesundheitsbezogenen Aufgaben genauso gut oder besser erfüllen können als medizinisches Fachpersonal. "Vertrauen entsteht künftig nicht allein durch den Zugang zu Informationen, sondern durch die Fähigkeit, deren Qualität und Relevanz richtig einzuordnen“, sagt Karl Stubbe, Head of Health bei Edelman Deutschland.
Persönliche Ansprechpartner bleiben entscheidend
Kontroverse Gesundheitsüberzeugungen sind laut Studie verbreitet: Fast sieben von zehn Deutschen halten mindestens eine von sechs Aussagen zu Lebensmitteln, Impfstoffen oder Medikamenten für wahr. Dazu gehören Skepsis gegenüber Impfungen, Debatten über Fluorid im Trinkwasser, der Konsum von Rohmilch, tierische Proteine oder Fragen zur Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft. Bei jüngeren Erwachsenen liegt der Anteil bei 73 Prozent.
Trotz neuer Informationsquellen bleiben persönliche Ärztinnen und Ärzte die vertrauenswürdigsten Stimmen. Stubbe sagt: "Entscheidend ist nicht vollständige Einigkeit, sondern die Bereitschaft, auf der Grundlage von Fakten, Transparenz und gegenseitigem Respekt miteinander zu diskutieren." Edelman leitet daraus Aufgaben für die Gesundheitskommunikation ab: mehr Dialog, transparentere Kommunikation, verständliche Orientierung und eine stärkere Rolle persönlicher Vertrauenspersonen.