Studien PR-Trendmonitor 2026 Wo Kommunikationsprofis bewusst auf KI verzichten

Künstliche Intelligenz gehört zum Arbeitsalltag vieler Kommunikationsabteilungen. Dennoch gibt es klare Grenzen beim Einsatz von KI – insbesondere wenn es um rechtliche Risiken, sensible Inhalte oder Glaubwürdigkeit geht. Das zeigt der aktuelle PR-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell gemeinsam mit der Agentur P.E.R. Agency. Für die Untersuchung wurden 302 PR-Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und der Schweiz befragt. 

KI-freie Zonen der Kommunikationsbranche - ein Ergebnis des aktuellen PR-Trendmonitors der dpa-Tochter news aktuell und P.E.R. Agency. (Bild: news aktuell GmbH)

Die Ergebnisse machen deutlich: Obwohl KI-Tools in der professionellen Kommunikation inzwischen breit etabliert sind, setzen viele Kommunikationsprofis weiterhin bewusst auf menschliche Kontrolle – vor allem bei sensiblen und strategisch relevanten Aufgaben.

Größte Vorbehalte bei rechtlichen und sensiblen Themen

Am häufigsten verzichten Unternehmen bei rechtlich relevanten Inhalten auf KI-Unterstützung. 43 Prozent der Befragten geben an, Künstliche Intelligenz weder für Entwürfe noch für die Produktion entsprechender Inhalte einzusetzen. Dazu zählen etwa Ad-hoc-Mitteilungen oder Compliance-Kommunikation. 

Auch bei interner Kommunikation zu sensiblen oder strategischen Themen bleibt die Zurückhaltung groß: 38 Prozent schließen KI hier grundsätzlich aus. Ähnlich hoch fällt die Skepsis in der Krisenkommunikation aus. Mehr als ein Drittel der Befragten verzichtet bei Krisenstatements bewusst auf KI-generierte Unterstützung. 

KI-generierte Videos und Audios stoßen auf Skepsis

Besonders kritisch sehen viele Kommunikationsprofis vollständig KI-generierte Multimedia-Inhalte. 38 Prozent verzichten bei Videos bewusst auf KI-generierte Produktionen, bei Audioformaten wie Podcasts oder Sprecherstimmen sind es 37 Prozent. Bei Bildern ist die Akzeptanz etwas höher: Hier lehnen 31 Prozent KI-generierte Inhalte grundsätzlich ab. 

Die Studie deutet darauf hin, dass vor allem Authentizität und Glaubwürdigkeit weiterhin als menschliche Kernkompetenzen betrachtet werden – insbesondere bei Formaten mit hoher öffentlicher Sichtbarkeit.

Weniger Zurückhaltung bei Social Media und Medienarbeit

Im operativen Tagesgeschäft wird KI dagegen deutlich offener eingesetzt. Nur 16 Prozent verzichten im Social-Media-Community-Management auf KI-Unterstützung. Auch bei Themen-Pitches oder der aktiven Medienarbeit wird KI vergleichsweise häufig eingesetzt. Lediglich ein Viertel der Befragten lehnt den Einsatz hier komplett ab. 

Ähnlich verhält es sich bei strategischen Kommunikationskonzepten: Nur 21 Prozent schließen KI in diesem Bereich grundsätzlich aus. Selbst in der CEO-Kommunikation oder bei öffentlichen Positionierungen nutzen viele Unternehmen inzwischen zumindest unterstützende KI-Tools für Entwürfe oder Ideensammlungen. 

KI etabliert sich – aber nicht grenzenlos

Die Untersuchung zeigt insgesamt eine differenzierte Entwicklung: KI wird in der Kommunikationsbranche zunehmend selbstverständlich genutzt, gleichzeitig definieren viele Unternehmen klare Einsatzgrenzen. Besonders dort, wo rechtliche Sicherheit, Vertrauen oder sensible Unternehmenskommunikation gefragt sind, bleibt menschliche Kontrolle entscheidend. Für 17 Prozent der Befragten gibt es inzwischen überhaupt keine „KI-freien Zonen“ mehr. Sie können sich den Einsatz von Künstlicher Intelligenz grundsätzlich in allen Kommunikationsbereichen vorstellen.

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