Studien Global Women in PR Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben hindern die Karriere von Frauen
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- von Jana Pietsch, Hamburg
Die Ergebnisse des Global Women in PR Annual Index unter Kommunikatorinnen zeigen, dass die bekannten Faktoren wie Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben sowie fehlende flexible Arbeitszeitmodelle immer noch die größten Karrierehemmnisse für Frauen in der Kommunikation darstellen.
Die globale Befragung unter fast 550 PR-Fachfrauen wurde in Zusammenarbeit mit der Strategieagentur Opinium im Zeitraum von Juli bis September 2025 durchgeführt. Die in Deutschland befragten Kommunikatorinnen gaben an, dass 67 Prozent ihrer Führungsriege hauptsächlich mit Männern besetzt sind. Auf die Frage, welche Faktoren Frauen daran hindern, Karriere zu machen, gaben auch hier 94 Prozent der Befragten an, dass hauptsächlich die Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben Frauen daran hindern, Führungspositionen in der Kommunikation zu übernehmen. 74 Prozent sehen das Fehlen flexibler Arbeitsmodelle oder familienfreundlicher Arbeitsbedingungen als Hindernisse für den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen.
Karrierepausen würden Frauen weiterhin benachteiligen: 41 Prozent der international befragten Frauen haben eine Karrierepause eingelegt (in Deutschland 35 Prozent), doch mehr als die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) bietet nach Angaben der Befragten keine Programme zur Rückkehr ins Berufsleben an. In Deutschland halten sogar nur 34 Prozent der Firmen Rückkehrer-Programme vor. Die Folge ist, dass Frauen nach einer Pause die Karriereleiter häufig eher hinabsteigen als hinauf.
Belästigung nimmt zu, Diversity dagegen ab
Belästigung oder Mobbing ist in der Kommunikationsbranche nach wie vor weit verbreitet: Die Hälfte der Befragten gibt an, bereits Belästigungen oder unangemessenes Verhalten am Arbeitsplatz erlebt zu haben. In Deutschland liegt diese Zahl mit 67 Prozent sogar deutlich höher. Und obwohl Meldungen der Vorfälle international auf 47 Prozent gestiegen sind (Deutschland: 36 Prozent), werden in 38 Prozent der Fälle keine Maßnahmen ergriffen (Deutschland: 58 Prozent). Im Vergleich ist also die Belästigung am Arbeitsplatz in Deutschland größer als international, es wird aber weniger angezeigt und es werden weniger Maßnahmen ergriffen.
20 Prozent der Befragten weltweit geben an, dass ihr Unternehmen Diversity und Inklusion aus seiner Kommunikation gestrichen hat, die deutschen Zahlen liegen mit 34 Prozent sogar noch höher. „Wir hoffen, dass die Unternehmen, die weiterhin einen Fokus auf DEI legen, für ihr Engagement am Markt belohnt werden. Auch unsere Studie zeigt, wie groß der Bedarf ist“ kommentiert Cornelia Kunze, Vorsitzende von GWPR Deutschland e.V. die Ergebnisse.
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