Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten sind im Internet mit Hassbotschaften und extremen politischen Ansichten konfrontiert worden. (Quelle: JIM-Studie 2021)

Die Suche nach Informationen und Nachrichten spielt nicht erst seit der Corona-Pandemie eine große Rolle, ist aber in der Diskussion um Fake News und Glaubwürdigkeit von Nachrichtenquellen weiter in den Vordergrund gerückt. Fragt man Jugendliche nach relevanten aktuellen Themen, so stehen der Klimawandel und die Corona-Situation im Fokus. Bei der Frage nach ihren drei wichtigsten Nachrichtenquellen, nennt ein Drittel der Zwölf- bis 19-Jährigen das Fernsehen (32 %), jeweils jeder fünfte Jugendliche das Radio (22 %) und das Internet (21 %). Dies sind einige Ergebnisse der JIM-Studie 2021 (Jugend, Information, Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest, die am 30. November veröffentlicht wurde.

Für die repräsentative Studie wurden vom 1. Juni bis 11. Juli 2021 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren in Deutschland telefonisch oder online befragt.

WhatsApp, Instagram und TikTok sind die wichtigsten Dienste

WhatsApp bleibt weiterhin der wichtigste Dienst zur Kommunikation unter den Zwölf- bis 19-Jährigen. 92 Prozent der Jugendlichen nutzen ihn mindestens mehrmals pro Woche. Instagram folgt mit 58 Prozent auf dem zweiten Platz, verliert aber im Vergleich zum Vorjahr an Relevanz. TikTok (46 %) hat bei den Jugendlichen weiter an Bedeutung gewonnen und verdrängt Snapchat (42 %) vom dritten Platz. Wenig sensibel zeigen sich die Jugendlichen, wenn es um den Datenschutz auf diesen Plattformen geht. Nur ein Drittel der Jugendlichen hat in Bezug auf die Sicherheit persönlicher Daten Bedenken.

Die Bewegtbildnutzung bleibt vielfältig und erfolgt auf unterschiedlichen Endgeräten, wobei weiterhin mit großem Abstand das stationäre Fernsehgerät im Vordergrund steht. Bei der rein internetbasierten Nutzung von Serien, Sendungen und Filmen sind insbesondere YouTube und Netflix für Jugendliche relevant. Insgesamt erreichen die Videostreaming-Dienste gut acht von zehn Jugendlichen regelmäßig.

Starke Konfrontation mit Hassbotschaften

Wenig erfreulich ist, dass 58 Prozent der Jugendlichen allein im Monat vor der Befragung mit Hassbotschaften im Internet konfrontiert wurden, 56 Prozent mit extremen politischen Ansichten sowie etwa die Hälfte mit Verschwörungstheorien und beleidigenden Kommentaren. Fake News liegen bei 42 Prozent. Lediglich 23 Prozent der Jugendlichen konnten von sich sagen, im letzten Monat mit keinem dieser Phänomene konfrontiert worden zu sein. Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig die Förderung eines sicheren und kompetenten Umgangs mit aggressivem und hasserfülltem Verhalten im Netz ist.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (MPFS) seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR) durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Alle Ausgaben der JIM-Studie von 1998 bis 2021 sind hier auf der Website des MPFS als PDF abrufbar.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Heute NEU im PR-Journal

  • IST-Hochschule: Digitale Sprechstunde für Master-Interessierte

    Unter dem Titel „Master-Studium? Ask me anything!“ können sich Interessenten in einer digitalen Sprechstunde der IST-Hochschule für Management, Düsseldorf, am 21. Februar kostenfrei beraten lassen....

  • Instinctif Partners will auch 2022 weiter wachsen

    Die Kommunikationsberatung für Finanzen, Wirtschaft und Politik, Instinctif Partners, blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2021 zurück. An den nationalen Standorten Köln, Frankfurt am Main, München und...

  • AIKA trauert um Gründungsmitglied Oliver Horst

    Die „Allianz Inhabergeführter Kommunikationsagenturen“ (AIKA, Bonn) trauert um eines ihrer Gründungsmitglieder: Oliver Horst (Foto © AIKA/ Bonn), Inhaber der Kölner Werbeagentur „tsitrone medien“,...

  • PRCC baut Account Management weiter aus

    Julian Kuchta (30, Foto), Marketingfachmann und Kommunikator, wird neuer Mitarbeiter im Account Management bei der PRCC Personalberatung in Düsseldorf. Kuchta hat Wirtschaftspsychologe studiert und...

  • LPRS über die Kunst der Kampagnenarbeit

    Der Begriff Kampagne ist wohl schon jedem in der Kommunikationsbranche mindestens einmal über den Weg gelaufen und doch wirkt der Begriff immer ein wenig schwammig und schwer greifbar. Susan...