58 Prozent der befragten Journalistinnen und Journalisten (n=966) sind davon überzeugt, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Journalismus die Qualität der journalistischen Inhalte bedroht. (Quelle: LMU-DJV Untersuchung, Erster Ergebnisbericht März 2021)

Fast 60 Prozent der Journalistinnen und Journalisten in Deutschland sehen in prekären Arbeitsverhältnissen eine Gefahr für die Qualität des Journalismus. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der LMU München, die vom Deutschen Journalisten-Verband unterstützt wurde. Mehr als 1.000 Journalisten nahmen an der Untersuchung teil. 58 Prozent von ihnen stuften ihr Arbeitsverhältnis als unsicher ein, 43 Prozent schätzten ihre Arbeitssituation als prekär ein. Drei Fünftel berichteten von negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Berufsausübung. Dennoch gaben 69 Prozent an, mit ihrem Beruf zufrieden bis sehr zufrieden zu sein.

„Das sind zum Teil erschreckende Befunde über die Ist-Situation des Journalismus ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie“, urteilt DJV- Bundesvorsitzender Frank Überall. „Die positiven Zufriedenheitswerte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Journalismus ein ernstes Problem hat.“ Dass sich prekäre Arbeitsverhältnisse auf die journalistische Qualität auswirkten, könne nicht verwundern. Es sei an den Medienarbeitgebern, die Arbeitsbedingungen der Journalistinnen und Journalisten zu verbessern. „Ich weiß, dass das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Herausforderung darstellt“, so Überall. „Aber wenn Leser, Hörer und Zuschauer das Vertrauen in die journalistischen Produkte verlieren, hätte das massive wirtschaftliche Konsequenzen für Verlage und Sender.“ Der DJV stehe als größte deutsche Journalistenorganisation jederzeit für konstruktive Gespräche mit den Arbeitgebern zur Verfügung.

Die Untersuchung der LMU München steht hier auf der DJV-Website zum Download zur Verfügung.


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