Pressrelations hat gemeinsam mit NewsGuard und dem FKIE eine genaue Analyse des US-Wahlkampfs vorgelegt. (Quelle: Pressrelations)

Pressrelations, einer der führenden Dienstleister für digitale Medienbeobachtung und qualitative Medienanalyse, hat im Rahmen einer Kooperation mit NewsGuard und dem Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE eine umfangreiche Analyse zur Präsidentenwahl in den USA vorgelegt. Neben der Tonalität der Berichterstattung wurde auch die Glaubwürdigkeit und Transparenz der Quellen als wesentliches Analysekriterium definiert. Dabei wurde insbesondere die Glaubwürdigkeit der Quellen und die Rolle von Desinformation beleuchtet. Nach eigenen Angaben wurden über 50 Millionen Beiträge zur US-Präsidentschaftswahl in US- und DACH-Medien untersucht. Davon wurden über 42.000 Veröffentlichungen qualitativ ausgewertet.

Interessant dabei sind unter anderem die fast 1.200 Beiträge, die Desinformation im Zusammenhang mit Donald Trump thematisieren, während es im Fall Joe Bidens lediglich 47 Artikel sind. Noch spannender war es, den Zusammenhang zwischen der Vertrauenswürdigkeit eines Mediums und der Positionierung für oder – besser gesagt – gegen einen der beiden Präsidentschaftskandidaten zu ziehen.

NewsGuard Score zur Klassifizierung

Grundlage für die Klassifizierung der Zuverlässigkeit einer Quelle bildet hierbei der NewsGuard Score, der Websites nach neun gewichteten Kriterien auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet. Erreicht ein Medium weniger als 60 Punkte, erfüllt es die journalistischen Ansprüche nicht und wird rot gekennzeichnet. Die Studie von pressrelations analysiert zudem detailliert die Resonanz verschiedener Themenpositionierungen in Online-Medien, TV und Social Media, den Umgang mit möglichen Falschmeldungen und betrachtet den bereits vor sechs Monaten gestarteten Versuch Trumps, sein Wahlbetrugs-Narrativ in als eher unglaubwürdig eingestuften Medien systematisch aufzubauen.

Ausgewählte Medien

Unter den ausgewählten Medien, deren Beiträge qualitativ ausgewertet wurden, befanden sich acht US-Medien und acht Onlinemedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), die für den Zeitraum vom 1. August bis zum 4. November 2020 analysiert wurden. Zudem wurde die TV-Berichterstattung der Sender CNN, Fox News und der ARD, sowie die Tweets der beiden Spitzenkandidaten Donald Trump und Joe Biden untersucht.

Ergebnisse

Die Untersuchung hat hervorgebracht, dass es einen kuriosen Mangel an inhaltlich-programmatischer Auseinandersetzung gab. Im gesamten Beobachtungszeitraum konnte Donald Trump seine Dominanz des Mediendiskurses behaupten – zumindest, wenn es um die reine mediale Präsenz geht.

Pressrelations Medienresonanz US Wahlkampf 2020

Die Grafik zeigt, dass Trump dies- und jenseits des Atlantiks den medialen Diskurs bestimmt. So generierte er in den USA fast ein Viertel mehr Berichterstattung als Joe Biden; in der DACH-Region liegt die Differenz sogar bei mehr als 42 Prozent. (Quelle: Pressrelations)

Insgesamt ist in beiden Regionen der neutrale Anteil der Berichterstattung sehr hoch. Innerhalb des betrachteten Mediensets wird Donald Trump in der DACH-Region negativer bewertet als in den USA.

Für Trump zeigt sich: Je höher der Anteil vertrauenswürdiger Medien, desto negativer war die durchschnittliche Tonalität. Die hohe negative Berichterstattung in den USA (im Vergleich zu DACH) über Joe Biden müsse daher nach Angaben der Studienautoren auch in Zusammenhang mit den ausgewählten Medien betrachtet werden. Beispielsweise veröffentlichen Medien mit einem NG-Score unter 60 (z.B. „Daily Wire“ und „Breitbart“) oft und sehr negativ über Joe Biden und positiv über Donald Trump. Es zeigt sich eine klare Pro-Trump und Anti-Biden-Haltung bei gleichzeitig hoher Beitragsanzahl. Medien mit einem NewsGuard-Score von unter 60 – also nicht vertrauenswürdige Quellen – nutzen den Begriff der Desinformation bzw. Fake News als Vorwurf, während sie gleichzeitig als Verbreiter von zweifelhaften Nachrichten fungieren. Diese Medien spielen in DACH eine untergeordnete Rolle.

Die Tonalität der TV-Sender zu den Kandidaten verläuft entgegengesetzt: Während Fox News neutral über Trump und dezidiert negativ über Biden berichtet, ist der Tenor bei CNN und ARD negativ gegenüber Trump und positiv gegenüber Biden. Bei den Online-Medien schafft es mit „Breitbart“ ein von NewsGuard als nicht vertrauenswürdig eingestuftes Medium auf den zweiten Rang nach Beitragsanzahl zu den Kandidaten und Kandidatinnen. Die reichweitenstarken Fox News-Journalisten Joseph Wulfsohn und Paul Steinhauser spiegeln auf unterschiedliche Weise die vorsichtige Distanzierung der Fox-Medien von Donald Trump wider.

Niko Liveric, Head of Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung bei pressrelations, erklärte: „Es war für uns schon interessant zu sehen, wie stark Desinformation als Instrument der Berichterstattung eingesetzt wird. Am Beispiel des Narrativs der vermeintlich gefälschten Briefwahlen können wir das sehr genau nachvollziehen. Auffällig war zudem, dass konservative und liberale Medien weniger über den jeweils favorisierten Kandidaten, als mehr über den Gegenkandidaten berichteten.“

Die vollständige Medienanalyse zur US-Präsidentschaftswahl 2020 ist hier auf der Website von pressrelations zu finden.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Werbung

Heute NEU im PR-Journal