Die meist genutzten Kanäle für Kommunikationsaktivitäten in der Chemiebranche.

PR und Content Marketing werden in den kommenden fünf Jahren in der Chemiebranche deutlich an Bedeutung gewinnen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Solinger PR-Agentur Michael Tobias Content Marketing. Unter der Überschrift „Chem Comm Survey 2017“ hat die Agentur rund 500 Kommunikationsexperten aus deutschen Chemie- und Life-Science-Unternehmen um ihre Einschätzung gebeten. Inhaltsgetriebene Kommunikation ist aus Sicht der Teilnehmer künftig der Schlüssel zum Erfolg und wird klassische Werbung von Platz 1 verdrängen.

Tobias Michael Gf M T Content Marketing.jpegDie größte Herausforderung sehen die Befragten in der Digitalisierung und im Umgang mit Social Media. Klassische Werbung hat in der Chemiebranche zurzeit noch einen hohen Stellenwert. Die Hälfte der Teilnehmer bewertet sie bei ihren Kommunikationsaktivitäten mit „sehr wichtig oder wichtig“. 45 Prozent empfinden PR / Öffentlichkeitsarbeit als „sehr wichtig oder wichtig“. Content Marketing scheint im Moment noch am unwichtigsten von allen drei Maßnahmen zu sein. In fünf Jahren sieht dieses Verhältnis jedoch anders aus: „PR und Content Marketing gewinnen immer mehr an Bedeutung“, sagt Michael Tobias (Foto), Gründer und Inhaber der Agentur.

Die klassische Werbung hingegen wird wohl an Boden verlieren. Es sind zwar immer noch 55 Prozent, die diesen Ansatz als „sehr wichtig oder wichtig“ bezeichnen, jedoch geben jetzt auch insgesamt 65 Prozent bei PR / Öffentlichkeitsarbeit diese Bewertung ab. 60 Prozent denken, dass Content Marketing in fünf Jahren „sehr wichtig oder wichtig“ sein wird.

Dass Content Marketing immer mehr an Bedeutung gewinnt, zeigt sich auch in der Einschätzung, ob sich PR, Werbung oder Content Marketing besser für bestimmte Kommunikationsziele eignet. Bei der Positionierung / Abgrenzung von Wettbewerbern (45 %), der Vermittlung von Produkt-, Dienstleistungs- und Markeninfos (65 %), der Unterstützung des Vertriebs und dem Setzen von Kaufimpulsen (50 %) sowie der Kundenpflege / Kundenbindung (70%) liegt Content Marketing vorn.

Hain Alexandra Agentur M T Content Marketing.jpeg„Mit 65 Prozent denkt die Mehrheit der Teilnehmer, dass sich PR am besten für die Imagepflege eignet“, sagt Alexandra Hain (Foto l.), die die Studie für die Agentur durchgeführt hat. Sie studiert Medienkommunikation und Journalismus an der FHM in Bielefeld und nutzt die Ergebnisse gleichzeitig für eine wissenschaftliche Arbeit. Für den Ausbau der Employer Brand bekommen Content Marketing und PR jeweils 35 Prozent der Stimmen. Werbung erzielt eine Mehrheit bei der Gewinnung neuer Kunden (55 %) und der Steigerung der Markenbekanntheit / Markenentwicklung (45 %).

Die größten Herausforderungen bei der Kommunikation in der Chemiebranche sind nach Einschätzung der Teilnehmer die Digitalisierung und Social Media, das Auftreten des Unternehmens und der Umgang mit dem Wettbewerb. Den Kommunikationsabteilungen fehle die Erfahrung im Umgang mit Social-Media-Kanälen – dadurch stelle die Reaktionsschnelligkeit bei Ereignisfällen eine große Herausforderung dar. Durch die zunehmende Digitalisierung würden sich die Medienformate wandeln und das Mithalten mit dem Verdrängungswettbewerb von Informationen erschweren. Auch das richtige Auftreten des Unternehmens sei eine Herausforderung: Sie wollen eine einheitliche Kommunikation, den Bekanntheitsgrad erhöhen sowie das Image verbessern. Gleichzeitig gebe es zu wenige Kommunikationsplattformen wie Fachzeitschriften. Als einen weiteren wichtigen Punkt nannten sie die Akzeptanz der Chemieunternehmen in der Öffentlichkeit – es sei schwierig, Transparenz zu versprechen und ihre „abstrakte Welt“ zu erklären. Die dritte große Herausforderung der Kommunikation in der Chemiebranche ist der Umgang mit dem Wettbewerb. Die Unternehmen müssten sich positionieren und von der Konkurrenz absetzen. Gleichzeitig gebe es viele Nachahmerprodukte und die Interaktion mit dem nachbarschaftlichen Umfeld nehme zu.

„Zurzeit konzentrieren sich die Chemie- und Life-Science-Unternehmen noch auf Offline-Aktivitäten“, bilanziert Michael Tobias. 45 Prozent der Studienteilnehmer nutzen aktuell in ihren Unternehmen mehr „Offline“, 30 Prozent geben mehr „Online“ an und 25 Prozent halten das Verhältnis für ausgeglichen.

In Zukunft holen die Online-Aktivitäten auf: Das Verhältnis in fünf Jahren schätzen 65 Prozent mit mehr „Online“ ein. 20 Prozent denken, dass das Verhältnis ausgeglichen sein wird und nur noch 15 Prozent denken, dass dann „Offline-Kanäle“ dominieren.


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