Tipps & Lesehinweise Fachliteratur Disruption fordert Kommunikation

Disruption ist Realität: Wer heute Kommunikation verantwortet, bewegt sich zwischen gesellschaftlicher Polarisierung, technologischen Sprüngen und steigenden Erwartungen an Haltung. Das offene Sammelwerk "Strategic Communication in Disruptive Times" der Universität Leipzig macht genau diesen Dreiklang zum Ausgangspunkt und fragt, wie Organisationen in unsicheren Zeiten strategisch sprechfähig bleiben.

Das Sammelwerk ist Open Access erschienen und damit frei zugänglich. (Foto: bangingjoints / Annett Bergk)

Herausgegeben wird das Buch von Alexander Godulla, Fabienne Decker, Lina Hartmann, Cinja Pankoke, Meriel Pecher, Sarah Pütter und Chiara Santangelo. Sie betonen: Kommunikation ist der Ort, an dem Identität und Verantwortung von Organisationen verhandelt werden. Mitglieder des Studierendenvereins LPRS haben die Herausgeber:innen bei Redaktion und Umsetzung unterstützt.

Das Werk nimmt drei besonders drängende Felder unter die Lupe:

  • Sociopolitical Polarization – etwa die Frage, wie Unternehmen mit wachsendem Druck umgehen, zu Rechtspopulismus Position zu beziehen.
  • Virtual Media – Chancen und Grenzen von VR, AR oder virtuellen Influencern in der Markenarbeit.
  • AI – Spannungen zwischen Effizienzgewinn und dem Anspruch auf Authentizität, insbesondere im Nonprofit- und Fundraising-Kontext.

Statt schneller Antworten bietet das Sammelwerk empirisch fundierte Einblicke: Interviews mit Kommunikationsverantwortlichen zur Positionierung gegenüber Rechtspopulismus, Studien zu LGBTQIA⁺-Kampagnen, Expertengespräche zu VR/AR und virtuelle Influencer, Analysen zu KI-gestützten Fundraisingstrategien. Es geht stets um das Spannungsfeld zwischen Innovation und Verantwortung, zwischen Reichweite und Glaubwürdigkeit.

Warum ist das für die Praxis relevant? Weil die Beiträge zeigen, dass strategische Kommunikation nicht allein in Tools und KPIs gedacht werden kann. Sie ist eingebettet in gesellschaftliche Aushandlungen. Und gerade deshalb lohnt es sich, aktuelle Forschung bewusst zur Kenntnis zu nehmen.

Das Sammelwerk ist Open Access erschienen und damit frei zugänglich.

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