FinsburyGloverHering Analyse Interviews Gruenderinnen CoverNur eines von sechs Interviews mit Führungspersönlichkeiten wird mit einer Frau geführt. In diesen Interviews geht es weniger um die Unternehmensperformance als viel mehr um ihr Geschlecht, ihr Privatleben und ihren Werdegang. Das hat die Kommunikationsberatung Finsbury Glover Hering in einer breit angelegten Untersuchung herausgefunden. Dafür hat Finsbury Glover Hering nicht nur über 600 Interviews deutscher Wirtschafts- und Tech-Medien analysiert, sondern auch mit fünf erfolgreichen Gründerinnen aus unterschiedlichsten Branchen gesprochen. Dabei herausgekommen ist die Publikation „Von Star-Gründerinnen und Quotenfrauen“ (siehe Cover), die aufzeigt, dass die Berichterstattung zu weiblichen Führungskräften nach wie vor von kognitiven Verzerrungen geprägt ist.

Die fünf Interview wurden geführt mit Julia Bösch (Outfittery), Lea-Sophie Cramer (Amorelie), Katharina Jünger (TeleClinic), Verena Pausder (Fox & Sheep, HABA Digitalwerkstätten) und Miriam Wohlfarth (Ratepay, Banxware).

Die zentralen Erkenntnisse sind:

  1. Der unbewusste Bias – also (geschlechts-)stereotype Vorannahmen, die die Erwartungen gegenüber einer sozialen Gruppe von Menschen bestimmen – wird in der Berichterstattung und insbesondere in Interviews sichtbar.
  2. Die Schwerpunkte, die Journalistinnen und Journalisten über ihre Fragestellungen in Interviews setzen, unterscheiden sich stark in Abhängigkeit vom Geschlecht der Interviewpartnerinnen und -partner. Während in Interviews mit Männern professionelle Aspekte im Vordergrund stehen, rücken bei Frauen private Themen mehr nach vorne.
  3. Journalistinnen sprechen Top-Managerinnen häufiger als Journalisten auf private Themen an, wie etwa auf die Familie oder die Kindheit.
  4. In den Gesprächen mit Gründerinnen zeichnete sich ab, dass Medien sie hinsichtlich ihres öffentlichen Auftrittes weniger streng und kritisch bewerten als weibliche Führungskräfte in etablierten Unternehmen.
  5. Der unbewusste Bias in den Medien gegenüber Top-Managerinnen wird immer häufiger als Problem benannt und diskutiert. Frauen teilen auf Social Media ihre Eindrücke und schaffen damit ein Bewusstsein für den Bias.

Die Publikation „Von Star-Gründerinnen und Quotenfrauen“ steht unter diesem Link zum kostenlosen Download zur Verfügung. Eine Übersicht sowie die Publikation aus dem vergangenem Jahr finden sich hier auf der Website von Finsbury Glover Hering.


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