Volkswagen LogoFast 21 Jahre ist es her, dass der damalige Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni am 10. März 1998 seine berühmte Wutrede hielt. Wesentlicher Teil darin die Passage: „Was erlaube Struuunz!“ – Fußballanhänger werden sich daran erinnern. – Gedankensprung in die heutige Medienwelt. Am 28. Januar 2019 gibt Volkswagen den Medien einen triftigen Anlass, ihrerseits eine Wutrede auf den Autokonzern zu halten: „Was erlauben VauWeeeeh?“ Der Grund ist die wohl dreisteste Einladung zu einer Pressekonferenz, die in den vergangenen Jahren öffentlich wurde. „Horizont.net“ hat das umfassend dargestellt.

In besagter sehr kurzfristiger Einladung werden Journalisten zwar zum Kommen ermuntert, gleichzeitig wird ihnen aber verboten, mitzuschreiben, zu filmen oder zu fotografieren. Obendrein sollen sie sich verpflichten, mögliche Artikel vor der Veröffentlichung vollständig autorisieren zu lassen. „Horizont“-Autorin Ulrike Simon stellt zurecht die rhetorische Frage: „Heißt das mit anderen Worten: Ist der Ruf erst ruiniert, zensiert es sich ganz ungeniert?“

Nachdem „Horizont.net“ dann einige Fragen an den Volkswagen gerichtet hat, meldete sich Marc Langendorf, Leiter Corporate Communications bei VW, zu Wort und wiegelte ab. Es war für ihn nicht nachzuvollziehen, was an dem Procedere zu beanstanden sein solle. Stattdessen, so schrieb Simon, „belehrt er: Da muss man sich in der Automobilbranche etwas auskennen“.

Der ganze Fall scheint sich zu einem Musterbeispiel dafür zu entwickeln, wie man es als Ausrichter einer Pressekonferenz nicht machen sollte. Der äußerst lesenswerte Bericht von Ulrike Simon ist hier bei „Horizont.net“ zu finden.

„Turi2.de“ berichtet so über den Vorgang: „Abschalteinrichtung für Journalisten: VW hat zur Vorstellung der neuen Elektroauto-Reihe ID eingeladen – und verbietet dabei auch schriftliche Notizen, schreibt Ulrike Simon. Berichte will VW vorab absegnen – und hat das Vorgehen diesmal wohl nicht an Affen testen lassen.“ Noch Fragen?


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