Professorin Jutta Allmendinger, Vorsitzende des Senats der Schader-Stiftung, übergibt die Preisurkunde an Professir Otfried Jarren (Schader-Stiftung / Foto Christoph Rau).

Mit dem Schader-Preis 2018 wird Professor Otfried Jarren ausgezeichnet. Der Kommunikationswissenschaftler lehrt und forscht als Professor am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich. Die Preisverleihung fand vor rund 370 geladenen Gästen im Schader-Forum in Darmstadt statt. Mit dem Preis zeichnet die Schader-Stiftung Gesellschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus, die sich mit ihrer Arbeit herausragende Verdienste um die Gesellschaftswissenschaften und um deren Dialog mit der Praxis erworben haben.

In seinem Vortrag zur Preisverleihung sprach Otfried Jarren über die Folgen von Digitaler Revolution und Künstlicher Intelligenz für die Massenmedien. „Die neuen digitalen Medien, Suchmaschinen wie Plattformen, sind keine klassischen Medien. Mit ihrem Marktzutritt ist der tradierte Medienbegriff abhandengekommen. Folgenreicher aber ist: Wir wissen eigentlich noch gar nicht so recht, was das eigentlich ist, was sich derzeit etabliert. Folglich haben wir als Gesellschaft weder Leitbilder noch Normen, geschweige denn Gesetze. Aber die Anbieter wissen, was sie wollen“, so Professor Jarren. Aber er verweist auch auf Möglichkeiten künftiger Entwicklung: „Die neuen Akteure sind Mitmachplattformen. Sehr viele Bürger sind beteiligt, sie nutzen nicht nur, sie machen aktiv mit. Politische Gestaltung muss, wenn sie als legitim gelten und Folgebereitschaft auslösen will, das beachten. Die Bürger müssen über die Chancen und Risiken, über die Regeln und Normen der Intermediäre informiert sein.“

Die Laudatio hielt Christian Geyer, Mitglied der Feuilleton-Redaktion der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Als Wissenschaftsmanager und Medienpolitiker geht es Otfried Jarren um ein Jahrhundertprojekt: um die politische Institutionalisierung unserer digital gewandelten Kommunikation. Ein Projekt, das Jarren in der ganzen Breite eines neuen Strukturwandels der Öffentlichkeit reflektiert und nicht etwa auf den Datenschutz verengt.“

Der Schader-Preis wird jährlich vom Senat der Schader-Stiftung verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Schader-Stiftung fördert die Gesellschaftswissenschaften und deren Dialog mit der Praxis. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Darmstadt finanziert seit ihrer Gründung im Jahre 1989 ihre Fördertätigkeit aus den Erträgen des von Alois M. Schader gestifteten Privatvermögens.


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