Silvia von Schweden Iris BerbenAm 27. November wurde im Düsseldorfer Hotel Maritim bereits zum achten Mal der Deutsche Nachhaltigkeitspreis verliehen. Initiator des Preises und Moderator des Abends, ZDF-Wissenschaftsjournalist Stefan Schulze-Hausmann, war sichtlich zufrieden über die große Promidichte unter den 1.200 geladenen Gästen zur Gala. Die in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung vergebene Auszeichnung ging unter anderem an das Heiztechnik-Unternehmen Vaillant, den Biolebensmittel-Pionier Lebensbaum und die Nordseeinsel Juist. Mit Ehrenpreisen wurden Königin Silvia von Schweden (auf dem Foto rechts neben Laudatorin Iris Berben links), UN-Flüchtlingskommissar António Guterres, Hans-Dietrich Genscher und US-Sänger Art Garfunkel gewürdigt.

Deutschlands nachhaltigstes Großunternehmen 2015 ist die Vaillant GmbH. Das Heiztechnikunternehmen bietet Schlüsseltechnologien für die Energiewende und kommt laut Jury seiner ökologisch-sozialen Verantwortung vorbildlich nach. Als Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen mittlerer Größe wurde die Firma Lebensbaum/Ulrich Walter GmbH ausgezeichnet. Unter den Kleinunternehmen schaffte es die Bohlsener Mühle an die Spitze. Vaude, ein Mittelstandsunternehmen aus der Outdoor-Bekleidungsindustrie, siegte als nachhaltigste Marke Deutschlands. Das Unternehmen produziert und vertreibt unter sehr hohen Nachhaltigkeitsstandards.

Den diesjährigen Sonderehrenpreis für Ressourceneffizienz gewann die BASF SE für ihre Vorreiterrolle in der Chemiebranche. Mit dem Blauen Engel wurde die Telekom Deutschland GmbH ausgezeichnet und den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung gewann C³-Carbon Concrete Composite (TU Dresden) für seinen Beitrag zu nachhaltigem Städtebau.

Karlsruhe ist Deutschlands nachhaltigste Großstadt
In der Kategorie Städte und Gemeinden ist Karlsruhe nun Deutschlands nachhaltigste Großstadt die sich damit vor Nürnberg und Recklinghausen platzieren konnte. Kempten aus dem Allgäu wurde in der Kategorie Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe vor Delitzsch und Esslingen gewählt und unter den nachhaltigsten Kleinstädten und Gemeinden rangierte die Nordseeinsel Juist vor der Samtgemeinde Barnstorf und der Gemeinde Dornstadt.

Den DGNB Preis der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. wurde von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks an Architekt Jochen Freivogel überreicht. Er erhielt den Preis für die beispielhafte Generalsanierung und Aufstockung eines Wohnhochhauses aus Pforzheim.

Ehrenpreise für Königin Silvia von Schweden und …
Besondere Aufmerksamkeit wurde der Verleihung der diesjährigen Ehrenpreise geschenkt. Die Stiftung zeichnete Königin Silvia von Schweden für ihr Engagement zum Schutz von Kinderrechten aus und ihr Engagement, die Zivilgesellschaft insbesondere in Zeiten der Flüchtlingskrise dafür zu sensibilisieren, Kindern auf der Flucht mit Menschlichkeit, Tatkraft und konkreter Hilfe zu begegnen. Die Monarchin fördert zahlreiche Einrichtungen, die gerade in diesen Tagen durch Fluchterlebnisse traumatisierten Kindern akute Hilfe leisten. Den Preis an die umjubelte Monarchin überreichte Iris Berben.

Supermodel und UNHCR-Sonderbotschafterin Alek Wek ehrte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres und stellvertretend auch die Arbeit der Organisation UNHCR für seinen und ihren Einsatz für nachhaltige Lebensbedingungen von Flüchtlingen.

… Hans-Dietrich Genscher
Den Ehrenpreis für sein politisches Lebenswerk erhielt Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher. Sein Wirken sei untrennbar mit den Werten sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit verbunden gewesen. Der Hallenser Jahrhundertpolitiker mahnte in seiner Dankesrede eine solidarische, europäische Lösung in der Flüchtlingspolitik an und erhielt dafür großen Beifall.

Art Garfunkel, Folkrock-Legende und Aktivist, wurde von Ute Lemper für seine vielfältigen Engagements ausgezeichnet. Beide gaben im Anschluss ein exklusives Konzert.

Erstmals im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises gab es ausschließlich vegetarische Speisen, die vom Berliner Restaurant CookiesCream, einem der besten Europas, serviert wurden.

Unter den Gästen waren:
Margret Suckale, Vorstand BASF SE, Hans-Josef Hoß, Mitglied des Vorstandes ThyssenKrupp AG, Michael Rauterkus, Chief Executive Officer Grohe AG, Thomas Fuhr, Mitglied des Vorstandes Grohe AG, Dr. Carsten Voigtländer, Vorsitzender der Geschäftsführung Vaillant GmbH, Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe, Hannelore Elsner, Schauspielerin, Reiner Calmund, Fußballexperte und Geschäftsmann, Regina Halmich, Box-Weltmeisterin, Sven Hannawald, Skisprung-Weltmeister, Benjamin Adrion, Gründer und Geschäftsführer Viva con Agua de Sankt Pauli e.V., ehemaliger Fußballprofi, Selmin Çalşkan, Generalsekretärin Amnesty International Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., Kathrin Menges, Mitglied des Vorstandes Henkel AG & Co. KGaA, Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Düsseldorf und Prof. Dr. Hermann Bühlbecker, Inhaber Aachener Printen- & Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG.

Zweitätiger Kongress im Vorfeld
Im Vorfeld der Gala fand ein zweitägiger Kongress statt. In dessen Rahmen sprachen namhafte und renommierte Fachreferenten über aktuelle Themen, wie Gründung im Nachhaltigkeitssektor, Bauen und Lebensräume der Zukunft, Mobilität, Flüchtlingskrise, globales Handeln, Energie, Rohstoffproduktion, Klima und Verbrauch.

Besonders aufgefallen ist die Initiative „greenXchange“ des Jüdischen Nationalfonds e.V., die seit 2011 deutsche und israelische Young Professionals aus dem Umweltbereich zusammenbringt, um gemeinsam nachhaltige Projekte zu entwickeln. Ein aktuelles Beispiel ist der Umbruch der Industrielandschaft zum „grünen Herzen Europas“ in Nordrhein-Westfalen.

Benjamin Adrion, ehemaliger Profifußballer und Gründer von Viva von Agua, erzählte von seiner Motivation, die Initiative zur nachhaltigen Wassergewinnung und -Nutzung ins Leben zu rufen. Er wurde mit dem Honorary Award des erstmals ausgerichteten Next Economy Awards 2015 ausgezeichnet.

Insgesamt traten 13 Startups, die mit ihren Geschäftsmodellen für soziale und ökologische Verbesserung sorgen, am Vortag des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in einem Live-Pitch um die begehrte Auszeichnung mit dem Next Economy Award an.

Zahlreiche Auszeichnungen
Sieger in der Kategorie „Food“ wurde das Münchener Startup Apisystems mit seiner Bienensauna. Mittels Wärme im Bienenstock soll Schädlingen Tier- und Umwelt-unbedenklich zu Leibe gerückt werden. Die Jury lobte das Verfahren als wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und der Ernährungssicherung.

In der Kategorie „Renewables“ wurde das Fürther Unternehmen Aquakin ausgezeichnet. Kleinstwasserkraftwerke sollen jedem Menschen die nachhaltige Erzeugung regenerativer Energie ermöglichen.

Das Startup Design for Circularity erhielt den Next Economy Award in der Kategorie „Digitality“ für sein System, mit dem man einen geschlossenen Materialkreislauf im Textilsegment etablieren und nachverfolgen kann.

DexLeChem, ein Berliner Startup, dass auf umweltfreundliche Produktionsprozesse für die chemisch-pharmazeutische Industrie spezialisiert ist, erhielt seinen Preis in der Kategorie „Ressources“ für das Vorantreiben der grünen Chemiewende.

Die Gewinner des Next Economy Award werden mit Sachleistungen im Wert von 25.000 Euro, die jeweils individuell auf die Branchen der Preisträger abgestimmt sind, gewürdigt.

Das diesjährige REWE Group-Verbrauchervoting konnte in der Kategorie Food der Iglo Rahmspinat vor followfood Pizza Vegetariana Bio und ViO Mineralwasser für sich entscheiden. In der Kategorie Non Food gewann Omniflora Fairtrade Rosen, gefolgt von Alpina Umwelt-Raumfarbe und Zewa Wisch&Weg Nachhaltigkeitsedition. Die Gewinner wurden im Rahmen der Verleihung des 8. Deutschen Nachhaltigkeitspreises in Kooperation mit dem Medienpartner „Die Welt“ ausgezeichnet.


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