Zwei Tage Insights und Inspiration für HR- und Recruiting-Profis lieferten die Social Recruiting Days 2020. Zunächst von der Quadriga als Hybrid-Event geplant, musste die Konferenz schlussendlich ausschließlich digital stattfinden – doch das stellt in diesem Jahr inzwischen für niemanden mehr eine Hürde dar. Die über 300 Teilnehmenden konnten am 29. und 30. Oktober von Best-Cases lernen, launigen Keynotes lauschen und interaktive Networking-Sessions besuchen.

Bereits zum sechsten Mal finden die Social Recruiting Days (SDR) statt, das Format hat sich etabliert: „Die Teilnehmer gewöhnen sich immer mehr an den digitalen Austausch – von Event zu Event steigt die Interaktivität“, resümiert Helge Schlüter, Senior Business Development Manager der Quadriga Media Berlin GmbH.

Chatbots, Voice, Google Active Sourcing

Die Digitalisierung transformiert die gesamte Candidate Journey. Von der KI-gestützten Formulierung der bestmöglich zur Zielgruppe passenden Stellenanzeige, über findige Hacks zum Durchleuchten von LinkedIn und Xing (und zwar via Google!) bis hin zum Chatbot, der schriftlich oder mündlich mit den Kandidaten über Gehalt, Arbeitszeiten und Einsatzorte kommuniziert – das SRD-Programm deckte eine breite Palette aktueller Fragen des Personalmarketings ab.

So viel Hoffnung von Seiten der Bewerbenden wie auch von den Unternehmen in die neuen Technologien gesteckt wird, so viele Mängel weisen diese oft noch auf. Da hakt es in der Empfehlungssoftware, die dem Daimler-Chef einen Job bei BMW empfiehlt. Hier diskriminieren maschinelle Auswahlverfahren ein Geschlecht oder eine Altersgruppe. Dort scheitert der Bot an den Tippfehlern des Interessenten. Doch die Bereitschaft zum Ausprobieren, Lernen und ständigen Verbessern ist bei allen Vortragenden groß – und das Feedback in den Chatfenstern der einzelnen Sessions ist konstruktiv und optimistisch.

Erfolgreiches Recruitment erfordert heute mehr denn je eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Nur mit Kenntnissen über Funktionsweisen und KPI-Messung im Online-Marketing lassen sich Social-Media-Jobkampagnen ausrollen. Nur mit fundierter Markt- und Meinungsforschung können zentrale Werte für das Employer Branding hergeleitet werden.

Der Elefant im Raum

Vom Großkonzern bis hin zur kleinen Vermittlungsagentur – Corona hat sich auf das Recruiting und die Personalsituation in vielen Unternehmen ganz divers ausgewirkt. So gewähren bspw. die Deutsche Bahn, Vattenfall und die BVG Einblicke in die vergangenen Monate. Nach anfänglicher Markt-Starre, in der das Bedürfnis nach Sicherheit die Risiko- und Wechselbereitschaft deutlich überwog, verzeichnen viele Unternehmen, die sich bei den SDR präsentieren, nun einen deutlich spürbaren Anstieg eingehender Bewerbungen.

Die Umstellung auf virtuelle Auswahl- und Kennenlernprozesse fällt ihnen unterschiedlich leicht. So positiv die gesteigerte Effizienz und eingesparte Ressourcen erscheinen, so negativ fallen fehlende atmosphärische Eindrücke im Büro des neuen Arbeitgebers und durch Technikprobleme zerhackte Gespräche ins Gewicht.

Doch eben weil das „neue Normal“ bis auf weiteres gilt, will sich keiner der Teilnehmenden rückwärtsgewandt geben – die #SDR2020-Crew blickt nach vorn und über den eigenen Tellerrand hinaus.


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