Das erste Treffen in Frankfurt. (© GPRA)

Die Diskussion geht weiter. Wie von der Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) im Herbst 2018 angekündigt, fand nun am 6. Februar in Frankfurt am Main ein erstes Treffen zwischen Mitgliedern des Agenturverbandes und Vertretern von Universitäten und (Fach-)Hochschulen statt. Im Zuge der Diskussion um den Wert von Berufseinsteigern in der PR- und Kommunikationsbranche hatten sich als Replik auf einen Kommentar von GPRA-Präsidentin Christiane Schulz einige Hochschulprofessoren (Peter Szyska sowie Thomas Pleil und Lars Rademacher) zu Wort gemeldet und Kritik an der Hochschulausbildung zurückgewiesen. Darauf hin lud die GPRA zu einem persönlichen Treffen ein.

Der Einladung der GPRA folgten die Professoren und Professorinnen Thomas Pleil und Lars Rademacher, beide Hochschule Darmstadt, Peter Szyska, Hochschule Hannover, René Seidenglanz, Quadriga Hochschule Berlin, Arne Westermann, International School of Management (ISM), Kerstin Thummes, Universität Greifswald, Katrin Hassenstein, Hochschule der Medien, Stuttgart, sowie Günter Bentele, emeritierter Professor für Öffentlichkeitsarbeit/Public Relations an der Universität Leipzig.

Das Treffen am 6. Februar stellte den Auftakt für eine Diskussionsreihe „Berufseinstieg in die PR“ statt. Unter Führung von GPRA-Präsidentin Christiane Schulz und ihrer Stellvertreterin Alexandra Groß sowie unter Mitwirkung von GPRA-Chairman Uwe Kohrs startete die GPRA damit eine breit angelegte Kommunikationsoffensive rund um den Einstieg in die Berufswelt der PR- und Kommunikationsagenturen. Bestandteile sind neben den Gesprächen mit den Professoren in diesem Jahr auch eine Roadshow zu den Studierendeninitiativen gemeinsam mit dem „PR-Journal“ sowie ein erweitertes Informationsangebot für den Kommunikationsnachwuchs auf der Verbandswebseite.

Mehr Verständnis, Informationen und Transparenz

Die Diskussionsreihe mit Vertretern der Lehrinstitute verfolgt das Ziel, ein besseres Verständnis für die jeweiligen Herausforderungen zu bekommen und Schnittstellen für gemeinsame Handlungsoptionen für eine optimierte Ausbildung des PR- und Kommunikationsnachwuchses zu definieren. Für Studierende soll so mehr Transparenz und Orientierung beim Berufseinstieg in PR und Kommunikation erreicht werden.

Die Auftaktveranstaltung in Frankfurt führte zu vier Handlungsfeldern, die bis zum Folgetermin im Sommer weiter bearbeitet werden:

  1. Um die Zusammenarbeit zwischen Lehre und Agenturen zu verbessern, wird die Geschäftsstelle der GPRA Anfragen der Lehrinstitute bündeln und koordinieren. So wird den Lehrenden ein einfacher Zugriff auf Erfahrung aus der Praxis ermöglicht.
  2. Weiterhin entwickelt der Verband ein Orientierungsmodell für die verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten in Agenturen, das die unterschiedliche Praxiserfahrung berücksichtigt sowie die notwendige Qualifizierung der Bewerber darstellt.
  3. Rollenprofile werden zudem einen besseren Überblick über die unterschiedlichen Anforderungsprofile in Agenturen geben, so dass sich Lehrende besser auf die zu vermittelnden Inhalte einstellen können und Studierenden gleichzeitig mehr Transparenz gegeben wird.
  4. Ein „Glossar“ für Lehrende und Agenturen soll zukünftig für eine einheitliche Terminologie in der Kommunikation zu den Studierenden sorgen.

Positive Reaktion

Professor Bentele bewertete das erste Treffen positiv: „Dialoge zwischen Verbänden und den Ausbildungsinstitutionen, also den Hochschulen unterschiedlichen Typs, sind in den meisten Fällen sinnvoll. Das Treffen zwischen GPRA-Vertretern und einer Reihe von Professorinnen und Professoren, die für verschiedene Studiengänge in Deutschland verantwortlich sind, haben Verbesserungspotenziale im Verhältnis zwischen den Agenturen, die für einen relevanten Teil der Absolventen die ersten Arbeitgeber nach dem Studium sind, und den Hochschulen identifiziert. Man hat vor, an bestimmten Schwachstellen (Strukturen und Inhalte von Traineeships und Volontariaten, Notwendigkeit einer differenzierteren Betrachtung von Abschlüssen, Kompetenzen und Berufsrollen, Einstiegsgehälter) zu arbeiten und sie nach Möglichkeit zu verbessern. Wenn auch nur ein Teil der Verbesserungsvorschläge umgesetzt wird, hätte sich der Dialog gelohnt.“

Unter Federführung der GPRA wird der Dialog auch in Zukunft kontinuierlich weitergeführt werden, ein nächster Termin ist bereits für Juli angesetzt.

Roadshow-Auftakt in der Hochschule Hannover

Die GPRA-Roadshow zu den Studierenden-Initiativen macht den ersten Halt am 19. März 2019 bei den Public Relations Studierenden in Hannover (PRSH). Insgesamt sind sechs Dialogveranstaltungen 2019 in Kooperation mit dem „PR-Journal“ geplant. Der zweite Termin folgt bei der Public Relations Initiative der Universität Hohenheim (PRIHO) im Mai. Weitere Termine schließen sich an in Mainz und Darmstadt, Münster, Osnabrück und Leipzig. Auch auf dem diesjährigen „PR Report“-Camp in Berlin wird die GPRA wieder vertreten sein. Die Verbandswebseite der GPRA wird derzeit zum Informations-Hub ausgebaut. Agenturen als Arbeitgeber sowie der Einstieg in die PR und Kommunikation sind eigens für die Studierenden entwickelte Themenbereiche.

Weiterhin arbeitet der Verband der PR- und Kommunikationsagenturen zusammen mit BVDW, CMF, FAMAB, GWA und OMG an der Fortsetzung der Employer-Branding-Kampagne „Komm in die Agentur“, um junge Talente für Agenturen zu begeistern.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Werbung