Klaus Kocks

Die CATO Sozietät für Kommunikationsberatung GmbH von Klaus Kocks mit Sitz in Horbach bei Montabaur hat für die Brandenburger Arzneimittelfirma Lunapharm ein Krisenmandat übernommen. Dem Unternehmen wird laut „Apotheke adhoc“ vorgeworfen, aus Kliniken in Griechenland gestohlene und möglicherweise unwirksame Krebsmedikamente weiterverkauft zu haben. Lunapharm hat bestritten, von illegalen Vorgängen gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Im Juli 2018 hatte das ARD-Magazin „Kontraste“ über den Fall berichtet. Laut „Kontraste“-Autorin Caroline Walterseien die fraglichen Medikamente aus griechischen Kliniken gestohlen und von Herrn Mohamed Deyab Hussein über dessen Apotheke in Athen an Lunapharm verkauft worden. Walters Recherchen ergaben zudem, dass Deyab Hussein und die Geschäftsführerin von Lunapharm, Susanne Krautz-Zeitel, eine lange Geschäftsbeziehung verbinde. Deyab Hussein sei bereits früher auffällig geworden wegen schwerer Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz. Husseins Firma Rheingold wurde nach „Kontraste“-Informationen die Handelserlaubnis entzogen. Die Geschäftsführerin von Lunapharm habe demnach offenbar gewusst, mit wem sie Geschäfte mache.

Krisenberater Kocks, der Aufträge dieser Art in aller Regel mit großer Diskretion bearbeitet und für seine Mandanten selten öffentlich in Erscheinung tritt, bekannte gegenüber dem „PR-Journal“ auf Nachfrage ein starkes persönliches Interesse an der politischen Dimension des Falles.

Eine solche politische Dimension bekamen die Vorgänge um Lunapharm zum einen durch den Rücktritt der brandenburgischen Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) im August 2018. Ihr wurde angelastet, dass die ihr unterstellten Behörden nicht frühzeitig genug den Vorwürfen gegen das Unternehmen Lunapharm nachgegangen seien. Darüber hinaus haben die inzwischen als Brandenburger Medikamentenskandal bezeichneten Vorgänge dazu geführt, dass auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Prüfung der Arzneimittelaufsicht angekündigt hat. Zusätzlich wurde eine Diskussion über die Beibehaltung der fünfprozentigen Importquote für öffentliche Apotheken entfacht. Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung sind sie verpflichtet mindestens fünf Prozent ihres Umsatzes mit Fertigarzneimitteln, für die kein Rabattvertrag besteht, über Importe zu bestreiten.

Zum konkreten Lunapharm-Fall sagte Kocks: „Ich persönlich muss die gegen das Unternehmen erhobenen Vorwürfe nach meiner bisherigen Kenntnis für spekulativ halten und habe bis dato keinen schlüssigen Beweis für die Berechtigung irgendeines Kriminalitätsvorwurfes gesehen." Zudem sagte er, man habe es möglicherweise mit einer Praxis zu tun, die man seitens des Gesetzgebers künftig in Frage stellen könne. „Ob ein tatsächliches Fehlverhalten des Familienunternehmens in der Vergangenheit wirklich nachweisbar ist, das muss sich erst noch zeigen. Sicher stehen wir aber schon jetzt vor einem vielfältigen Behördenversagen in Brandenburg, für das die rot-rote Landesregierung einschließlich ihres Ministerpräsidenten sich auch nach dem spektakulären Austausch einer Ministerin, also über den Tag hinaus, wird Fragen gefallen lassen müssen“, sagte Kocks.

Wann die Ermittlungen gegen Lunapharm von seiten der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sein werden, ist noch offen. Derzeit ruht die Betriebserlaubnis für das Brandenburger Unternehmen.


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