Richard David Precht

Der Philosoph und Publizist Richard David Precht präsentierte beim Zukunftsforum in der Attendorner Stadthalle seine Thesen zur Veränderung der Arbeitswelt. 800 Zuschauer folgten seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion mit Unternehmern aus der Region. Dazu eingeladen hatte „Des Wahnsinns fette Beute“ (DWFB). Die Agentur begleitet Unternehmen bei der Implementierung von New-Work-Themen.

So erklärte Agentur-Geschäftsführerin Maria-Sibylla Kalverkämper: „Viele Unternehmen sehen, dass es einiger Anstrengungen bedarf, geeignetes Personal zu finden. Wir unterstützen sie dabei, die Attraktivität ihrer Arbeitgebermarke zu steigern. Das gelingt aber nur, wenn die Kultur im Unternehmen zulässt, dass Menschen ihre Potentiale entfalten und in einer vertrauensvollen Umgebung arbeiten.“

Tiefgreifender Wandel

In der langfristigen Perspektive wird nach Ansicht von Precht ein noch viel tiefgreifenderer Wandel der Arbeitswelt stattfinden. Seiner Ansicht nach wird die digitale Transformation in den nächsten Jahrzehnten im großen Maßstab für den Verlust von Arbeitsplätzen sorgen. Künstliche Intelligenz und der digitale Fortschritt werden seiner Ansicht nach nicht wie bei vergangenen technischen Revolutionen zur Entstehung neuer Arbeitsplätze beitragen, da lediglich bestehende Prozesse effizienter gestaltet werden und dem keine Ausweitung der Produktion gegenüberstehe. Es gebe aber sicher auch weiter Berufe mit Zukunft: Beispielsweise nannte Precht Handwerksberufe, Empathieberufe und hochqualifizierte IT-Berufe.

Das heute noch vorherrschende sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis, so Precht, werde in seiner Bedeutung abnehmen. Nach Ansicht des Philosophen sei es daher unumgänglich, über neue Verteilungsmechanismen wie das bedingungslose Grundeinkommen zu diskutieren, um diejenigen, die künftig nicht mehr am Erwerbsleben teilnehmen können, nicht aus der Gesellschaft auzuschließen und den sozialen Frieden zu wahren.

Bildungssystem bereitet nur unzureichend auf Arbeitswelt vor

In der Podiumsdiskussion, an der von Unternehmensseite Melanie Vinci (Persona Service), Tijen Onaran (Startup Affairs), Rainer Bröcher (Schäfer Werke) und Markus Feldmann (GFO) teilnahmen, wurde deutlich, wie facettenreich das Thema New Work ist: Weitgehender Konsens bestand unter den Podiumsteilnehmern zum Beispiel darin, dass das Bildungssystem junge Menschen heute nur unzureichend auf die Arbeitswelt vorbereite. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den verschiedenen Unternehmen und die Art und Weise, sie in die Gestaltung ihres Arbeitsumfeldes aktiv einzubinden, sehr unterschiedlich sind.

Jörg Hesse, Geschäftsführer von der Agentur DWFB, die das Event initiiert hatte, zog ein positives Fazit: „Das Thema New Work begleitet uns – und wir wollten mit dieser Veranstaltung auch in einem größeren Kreis dafür ein Bewusstsein schaffen. Es war ein Angebot, über den Tellerrand des Tagesgeschäfts hinauszuschauen und es hat uns sehr gefreut, dass so viele Menschen es wahrgenommen haben. Uns war auch wichtig, rüberzubringen, dass wir an einer Wegscheide stehen: Um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein, brauchen Unternehmen Menschen, die ihr Potential entfalten. Menschen, die Potential haben, suchen nach Unternehmen, in denen sie das dürfen, können und aktiv darin unterstützt werden. Dazu müssen die Kultur und die Rahmenbedingungen passen. New Work ist insoweit ein Thema, das hier und heute große Bedeutung hat.“

Die Agentur DWFB mit Sitz im südwestfälischen Attendorn hat 39 Mitarbeiter. Schwerpunkt der Arbeit ist Markenführung für Familienunternehmen.


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