Der Kommunikationschef des Vatikans, Dario Edoardo Viganò (55), ist zurückgetreten. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf ihrer Website berichtete, ist ihm die lückenhafte Wiedergabe eines Briefes des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zum Verhängnis geworden. Papst Franziskus habe „nach einigem Zögern“ das Rücktrittsgesuch des Präfekten des Sekretariats für die Kommunikation des Heiligen Stuhls angenommen.

Nach Informationen der „FAZ“ hatte Viganò aus einem persönlichen Schreiben Benedikts zunächst nur Passagen verlesen und publiziert, in welchen sich der emeritierte Papst positiv über seinen Nachfolger äußert. Zudem hatte er ein Foto des Briefs digital manipulieren lassen. Andere Passagen, in denen Benedikt den deutschen Theologen Peter Hünermann, den Viganò als Autor eines Büchleins über Franziskus hatte gewinnen können, als Initiator antipäpstlicher Kampagnen kritisiert, habe Viganò weggelassen.

Viganò hat nun die Konsequenzen gezogen und trat zurück. Er begründete dies laut „FAZ“ mit der ausufernden Polemik um seine Arbeit. Damit wolle er verhindern, dass die vom Papst 2015 eingeleitete Reform des Kommunikationswesens des Heiligen Stuhls in irgendeiner Weise „hinausgezögert, beschädigt oder gar blockiert“ werde. Als Nachfolger Viganòs werde nun der irische Bischof Paul Tighe gehandelt.

Das „PR-Journal“ hatte am 18. Dezember ausführlich über die Reform der Papst-Medien berichtet. Der Prozess wurde angestoßen, um die Öffentlichkeitsarbeit des Vatikans unter einem Dach zu vereinen.


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