Rundfunk und Printmedien sind laut PwC-Umfrage die gefragtesten Informationsquellen, wenn es um politische Ereignisse geht. (Grafik: PwC)

Zwei Umfragen, ein Ergebnis: Den klassischen Medien wird nach wie vor hohe Glaubwürdigkeit attestiert. Zu dieser Erkenntnis gelangt sowohl eine Befragung der Unternehmensberatung PwC als auch eine Studie der privaten Hochschule FOM. Als „klassische Medien“ definieren beide Befragungen öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio sowie klassische Tageszeitungen. 80 Prozent der bei PwC befragten 1.000 Bundesbürger halten die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender für die vertrauenswürdigsten Medien. Auch die 2.500 zukünftigen Fach- und Führungskräften, die an der FOM-Studie teilgenommen haben, schätzen die klassischen Medien als deutlich glaubwürdiger ein als soziale Medien.

Online-Umfrage der FOM Hochschule

Aus der Online-Umfrage der FOM Hochschule geht hervor, dass Facebook, Twitter & Co. zwar in ihrer Rolle als Informationslieferanten deutlich vor Zeitung, Fernsehen und Radio liegen, aber eben nicht was die Glaubwürdigkeit angeht. Marco Zimmer und seine Professorenkollegen Silvia Boßow-Thies, Michael Ceyp und Marion Preuß, die zusammen an der Studie gearbeitet haben, stellen in Bezug auf Social Media fest: „Vor allem bei Qualität und Vielseitigkeit der Infos sehen die Befragten Verbesserungspotenzial.“ Als wesentlich glaubwürdiger schätzen die Probanden klassische Medien ein: öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio sowie die klassischen Tageszeitungen.

„Erstaunlich ist, dass die Befragten eine relativ kritische Grundhaltung haben, wenn es um den Wahrheitsgehalt von Meldungen auf Social-Media-Plattformen geht“, sagt Silvia Boßow-Thies. „Fast 60 Prozent gehen von einem Fake-News-Anteil von mehr als 50 Prozent aus. In den Augen von 70 Prozent wird sich dieser Anteil bis zur Bundestagswahl sogar noch weiter erhöhen.“ Die Folge: Über 90 Prozent der Befragten fordern einen proaktiven Umgang mit Fake News und Accounts – zum Beispiel durch Löschen (50,2 %) oder Markieren (43 %) der entsprechenden Meldungen.

Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC

Die repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1.000 Bundesbürgern brachte hervor, dass auch im Internetzeitalter die klassischen Medien für die meisten Deutschen die wichtigste Nachrichtenquelle bleiben. So nutzen 71 Prozent die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, um sich über aktuelle politische Ereignisse wie beispielsweise Wahlen zu informieren. Auf Platz zwei landen mit 53 Prozent Tages- und Wochenzeitungen. Dagegen kommen News-Seiten im Internet nur auf 37 Prozent, Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter oder Youtube sogar lediglich auf 23 Prozent.

Es kommt eher auf die Nachrichtenquelle als die Mediengattung an

Noch größer ist die Diskrepanz zwischen klassischen und sozialen Medien, wenn es um das Vertrauen in den Wahrheitsgehalt von Informationen geht. Während 80 Prozent die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender für vertrauenswürdig halten, behaupten lediglich 15 Prozent dasselbe von Facebook. Bei Twitter sind es sogar nur zehn Prozent. Dabei achten viele Deutsche jedoch weniger auf die Mediengattung – sondern auf die eigentliche Nachrichtenquelle. So kommen journalistische Angebote wie die Online-Kanäle von „Spiegel“, „Stern“, „Focus“ etc. auf eine Zustimmung von 75 Prozent. Dagegen vertrauen nur 44 Prozent News-Seiten wie „T-Online“ oder „Web.de“. „Angesichts der Informationsflut im digitalen Zeitalter scheint das Bedürfnis nach Verlässlichkeit zuzunehmen. Mit diesem Pfund können Medienhäuser wuchern, indem sie Transparenz und Recherche in den Vordergrund stellen“, sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Zusammenfassungen und Download

  • Eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse von PwC sowie ein Whitepaper zum kostenlosen Download findet sich auf der Website von PwC.
  • Auch die FOM bietet die kompletten Ergebnisse der nicht-repräsentativen Befragung „Fake News und Social Bots – Die neuen geheimen Verführer?“ als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

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