Zoerner Hendrick DJV PressesprecherSchuld sind immer die anderen, vor allem die Medien. US-Präsident Donald Trump hat vor Anhängern in Arizona wieder übel gegen Journalisten gehetzt.

Nein, von Übergriffen auf Journalisten in den USA ist noch nichts bekannt. Und es ist zu hoffen, dass es dazu auch nicht kommt. Immerhin gehören Presse- und Meinungsfreiheit so untrennbar zu dem Land wie die Gründerväter und die mehr als zwei Jahrhunderte alte demokratische Verfassung.

Aber dass die Saat des Donald Trump aufgeht, daran bestehen kaum noch Zweifel. Gestern hat er wieder gehetzt und sich vor allem die Journalisten und ihre Medien vorgenommen. Ganz schlechte und unehrliche Menschen seien die Berichterstatter und die Medien seien fast ausnahmslos Fake News. Damit wollte er von der Kritik an seinen rassistischen Auswürfen nach den Krawallen von Charlottesville ablenken. Bei seinen fanatischen Anhängern im Saal in Phoenix ist ihm das auch gelungen, wen wundert's?

Warum Trumps Saat aufgeht? Weil immer häufiger Journalisten auf zugeknöpfte Bürger treffen, die ihnen am liebsten aus dem Weg gehen, keine Interviews mehr vor laufenden Kameras geben, sich nicht namentlich zitieren lassen. In den USA gilt das als ungewöhnlich, weil bis Trump die Menschen sehr kommunikativ und auskunftsfreudig waren. Das ändert sich nun. Für journalistische Profis ist das kein unüberwindbares Hindernis, sondern eher eine Herausforderung. Aber eben auch ein Anzeichen dafür, dass sich die Stimmung ändert. Leider zum Negativen.

* Dieser Kommentar von Hendrik Zörner, dem Pressesprecher des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV), ist mit Zustimmung des Autoren dem DJV-Blog entnommen. Er wurde dort am 23. August 2017 veröffentlicht.


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