KidsVA LogoDie neue KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) 2014/2015 ist erschienen. Sie untersucht die Mediennutzung und das Konsumverhalten von Sechs- bis 13-Jährigen. Die wichtigste Erkenntnis: Medien nehmen nicht nur im Leben von Erwachsenen, sondern auch bei Kindern einen breiten Raum ein. Dabei zeigt sich, dass Bücher und Zeitschriften trotz des immer größeren digitalen Medienangebotes von großer Bedeutung bleiben. 78% (4,5 Mio.) der Sechs- bis 13-Jährigen lesen mindestens einmal pro Woche ein Buch und 73% (4,2 Mio.) greifen zu Zeitschriften. Die Zahlen zur Bücher- und Zeitschriftennutzung haben sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert (Buch 2014: 77 % bzw. 4,5 Mio.; Zeitschriften: 74% bzw. 4,3 Mio.). Allerdings konnten die Zahlen von 2013 nicht wieder erreicht werden. Damals waren es noch 81 Prozent (4,8 Mio.) der 6- bis 13-Jährigen, die zum Buch griffen, und 82 Prozent (4,8 Mio.), die eine Zeitschrift zur Hand nahmen. Elektronische Bücher spielen mit konstanten 13% weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.

Dagegen erfreuen sich Kindermagazine weiterhin großer Beliebtheit. Die 43 abgefragten Zeitschriften werden regelmäßig von 71,8 Prozent aller Sechs- bis 13-Jährigen (4,1 Mio.) gelesen oder angeschaut. Damit wurde das Vorjahresniveau wieder erreicht, allerdings auch hier nicht die Werte von 2013. Vor zwei Jahren wurden 47 Kindermagazine in der KidsVA abgefragt, die insgesamt 74,6 Prozent aller 6- bis 13-Jährigen (4,4 Mio.) erreichten.

„Digitale Volljährigkeit“ ab dem Alter von neun Jahren
Ralf Bauer, Leiter Markt- und Mediaforschung Egmont Ehapa Media und Studienleiter der KidsVA, sagte zu diesem Teil der Untersuchung: „Der Technologiewechsel zu Smartphones und Tablets ist in den Haushalten im vollen Gange. Doch er führt nicht zu einem grundsätzlichen Bewusstseinswandel bei den Eltern. Jüngere Kinder werden weiterhin vorsichtig an das Internet herangeführt und so findet die digitale Volljährigkeit weiter erst ab dem Alter von neun bis zehn Jahren statt.“

Der Anteil Sechs- bis 13-Jähriger mit Computererfahrung stagniert bei 82 Prozent (4,7 Mio.). Meist darf dabei auf den Familien-PC oder das gemeinsame Tablet zugegriffen werden (66 %). Erst die älteren Kinder ab neun Jahren sind dann zunehmend schon mit einem eigenen Gerät ausgestattet (42 %).

Mobile Nutzung des Internets bleibt bei rund 75 Prozent
Das wachsende Angebot, das Internet auch mobil zu erreichen, sorgt aktuell noch nicht für steigende Nutzerzahlen bei Kindern. Ihr Anteil stagniert bei 75 Prozent (4,3 Mio.). Weiterhin bleibt also einem Viertel das Internet verwehrt. Dies sind besonders Kinder unter zehn Jahren – hier darf weiterhin nur etwas mehr als die Hälfte (54 %) ins Netz, während sich fast alle Älteren dort tummeln.

Mehr als die Hälfte mit eigenen Handys oder Smartphones
Immer wichtiger werden dabei Smartphones und Tablets – eigene Geräte oder die der Eltern. Hier steigt der Anteil der Nutzer innerhalb eines Jahres von 43 auf 48 Prozent (2,8 Mio.). Zusammen mit den noch immer weit verbreiteten klassischen Handys ist damit mehr als die Hälfte der Kinder (56 %) im Alter von sechs bis 13 Jahren mit einem eigenen Gerät (Handy oder Smartphone) erreichbar. Auch hier differiert das Alter stark: Hohe Verbreitung bei Kindern im Alter von zehn bis 13 Jahren mit 80 Prozent dagegen nur 31 Prozent bei den Sechs- bis Neunjährigen.

Bei den Vier- und Fünfjährigen können laut Aussage der Eltern bereits die Hälfte auf erste Computer-Erfahrungen verweisen, und 27 Prozent dürfen auch schon ins Internet. Tablets und Smartphones zum Filme schauen, Musik hören oder spielen setzen etwas mehr als ein Drittel der Eltern ein (34 %).

Ausgaben für klassische Spielwaren überwiegen noch
Die stärkere Verbreitung von Mobilgeräten eröffnet auch mehr Möglichkeiten unterwegs zu spielen. Inzwischen nutzen 85 Prozent (4,9 Mio.) der Kinder digitale Spiele über verschiedenen Zugänge. Dazu gehören Konsolen, Handhelds, kostenlose Online Games und vermehrt Spiele-Apps auf dem Smartphone/Handy oder einem Tablet. Doch auch klassisches Spielzeug (Karten- und Gesellschaftsspiele, Spiel- und Baukästen oder Puppen) finden sich weiterhin in den meisten Kinderzimmern. Entsprechend hoch sind weiterhin die geschätzten Ausgaben der Eltern mit durchschnittlich 123 Euro pro Jahr für klassische Spielwaren und 118 Euro für Hard- und Software für elektronische Games.

Kinder haben Mitspracherecht bei vielen Produkteinkäufen
Natürlich wird bei Spielwarenkäufen der Nachwuchs direkt gefragt, was er sich wünscht. Aber auch bei vielen anderen Produktbereichen haben Kinder Mitspracherechte. So dürfen 78 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen bei Lebensmitteleinkäufen für den Haushalt mitentscheiden. Familienausflüge werden gemeinsam beschlossen (90 %) und bei der Einrichtung des Kinderzimmers reden die Kinder ein gewichtiges Wörtchen mit (71 %).

Monatlich mehr als 26 Euro zur Verfügung
Autonomie über ihr Taschengeld haben 84 Prozent der befragten Kinder; und dabei handelt es sich um erhebliche Summen. Monatlich sind es aktuell im Schnitt 26,35 Euro. Damit müssen sich die Kinder mit etwas weniger zufrieden geben als im Vorjahr (- 4 %). Dagegen fielen die Bargeschenke zu Weihnachten, zum Geburtstag sowie bei einem Teil der Kinder auch zu Ostern genauso hoch aus wie im Vorjahr. Sie addieren sich wieder auf 189 Euro im Jahr.

Geld außer der Reihe stecken die Großeltern und andere Verwandte zu (63 %). Für 41 Prozent wirken sich gute Noten finanziell positiv aus.

Hauptausgaben für Süßigkeiten, Zeitschriften sowie für Snacks und Getränke
Das Geld wird von den Kindern hauptsächlich für Süßigkeiten, Zeitschriften sowie für Snacks und Getränke ausgegeben. Aber immerhin: 60 Prozent der Befragten sparen zumindest einen Teil ihrer Einnahmen.

Vorschulkinder haben mehr als zwölf Euro zur Verfügung
Ebenso gehen die Vorschulkinder nicht leer aus: Inzwischen beziehen fast zwei Drittel (63%) der Vier- bis Fünfjährigen Taschengeld. Mit 12,78 Euro pro Monat bleibt der Durchschnittswert auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bargeschenke zu Weihnachten, Geburtstag und Ostern addieren sich auf 176 Euro pro Jahr und Kind - und fallen somit fast so üppig aus wie bei den älteren Kindern.

Über die Untersuchung: Für die KidsVA 2014/2015 wurden insgesamt 2.494 Doppelinterviews in deutschsprachigen Haushalten mit je einem Kind und einem Haupterzieher geführt. Die zufällig ausgewählte Stichprobe steht repräsentativ für 5,75 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland. Weitere 591 Elterninterviews (2014/2015) liefern darüber hinaus Erkenntnisse zu noch jüngeren Kindern. Sie sind repräsentativ für insgesamt 1,36 Millionen vier- und fünfjährige Vorschüler.


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