Rezension: Interne Kommunikation kompakt erklärt
Die Interne Unternehmenskommunikation hat Konjunktur. Es erscheinen auch im wissenschaftlichen Feld eindeutig mehr an beachtlichen Publikationen, Sammelbänden, Handbüchern als das noch vor zehn bis fünfzehn Jahren der Fall war. Das sind teilweise beachtliche Volumina, die da von Verlagsseite dem Publikum vorgelegt werden. Alles sehr lesenswert. Aber man kann es auch einfacher, schlanker haben. Gut geeignet zur Einführung ist beispielsweise Astrid Nelkes schmales Paperback aus der Gabal- Reihe „30 Minuten“. Die besondere Stärke des Buches: Sortierung des Themenfeldes, eindeutige Klärung von Begriffen. Die praktische Umsetzung bleibt außen vor. Das ist aber auch nicht der Anspruch des Buches.
Zwei Fakten, die aufhorchen lassen: Ab dem Jahr 2025 werden erstmals mehr Arbeitnehmende den Arbeitsmarkt verlassen, als Neue hinzukommen. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gehen dem deutschen Arbeitsmarkt bis 2035 sieben Millionen Arbeitskräfte durch den Ruhestand verloren. Der Fachkräftemangel ist schon heute ein großes Problem in einigen Branchen. Da wird es nach Ansicht von PR-Professorin Annika Schach höchste Zeit sich mit Diversität und Inklusion in Unternehmensstrategie und Kommunikation auseinanderzusetzen. In ihrem neuen Grundlagenwerk zum Thema, das bei Springer Gabler erscheint, gibt sie anwendungsbezogene und fundierte Empfehlungen für Strategien, Maßnahmen und Kommunikation.
Die Angst vor Kontrollverlusten in der Kommunikation im Allgemeinen und im Besonderen davor, Opfer eines „Shitstorms“ werden zu können, das dürften noch immer zuverlässige Begleiter bei vielen Unternehmen sein. Das hindert sie manchmal, bei Social Media richtig aktiv zu werden. Und besser unter dem Radar zu bleiben. Nicht wenig tragen dazu die Unschärfen bei, was überhaupt ein „Shitstorm“ ist, ab welcher Größenordnung man von einem solchen betroffen ist und was dann kommunikativ zu tun ist. Nicht jeder kritische Eintrag auf der Instagram- oder Facebook-Seite eines Unternehmens ist ja gleich ein Shitstorm, wenn er ein paar Likes findet oder ein paar Mal geteilt wird. Und auch eine normale, berechtigte Beschwerde, öffentlich geäußert, muss nicht gleich das ganze Arsenal der Krisenkommunikation in Gang setzen.
Ethische und ökologische Standards in der gesamten Lieferkette durchsetzen. Fair und fördernd mit der Belegschaft umgehen. Mit der eigenen Geschäftstätigkeit das Leben der Menschen bereichern oder verbessern: Die Erwartungen an Unternehmen, auch gesellschaftlich verantwortlich zu handeln, steigen. Wer sich im Hinblick auf Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung keinen guten Ruf verdient, verliert das Vertrauen von Kunden, Kapitalgebern, Mitarbeitern, Politik und anderen Stakeholdern – und damit quasi seine gesellschaftliche „Licence to operate“. Warum das so ist und wie Entscheider in Unternehmensführung und -kommunikation auf diese neue Situation reagieren sollten, zeigen Michael Neumann, Jörg Forthmann und Roland Heintze in ihrem neuen Buch „Im Schraubstock von Profit und Nachhaltigkeit – Warum Nachhaltigkeitsreputation für Unternehmen überlebenswichtig wird“.
Wie trägt gute Kommunikation zur Wertschöpfung von Unternehmen bei? Wer es genau belegen kann, der hat den Heiligen Gral des modernen Kommunikationsmanagements gefunden. Gibt es ihn denn, diesen Heiligen Gral? So sehr sich die Fachwissenschaften über die wachsende Bedeutung der Internen Kommunikation einig sind, so sehr sind sie sich doch eher uneinig in der Frage, ob und wie der Erfolg dieser Kommunikation (eindeutig) messbar ist. Dieser Frage nimmt sich ein Gemeinschaftsprojekt der Buchele CC, Unternehmensberatung für Kommunikationscontrolling und Kommunikationsmanagement, und Staffbase, Plattform für Mitarbeiterkommunikation, an. Beide beraten und führen vor allem große Unternehmen in der Digitalisierung von Kommunikation.
Seit der Präsidentschaft von Donald Trump herrscht große Sorge über den Zustand der demokratischen Debattenkultur. Und auch hierzulande lässt sich eine zunehmend unversöhnliche und aufgeheizte Rhetorik beobachten. Birand Bingül, ehemaliger ARD-Kommunikationschef, heute Geschäftsführer bei fischerAppelt Advisors, legt in seinem beunruhigenden Weckruf dar, dass dies Teil einer Propaganda-Strategie ist, die den Kollaps des politischen und gesellschaftlichen Dialogs anstrebt – und damit den Kern der liberalen Demokratie angreift. Deutlich wird: Zum Schutz unserer Demokratie müssen wir die Propaganda durchschauen, denn nur so können wir Gegenstrategien entwickeln.