Salzborn Christian Dr Kom WissenschaftlerAm 17. April fand die diesjährige „KoMaktuell – Trends im Kommunikationsmanagement“ statt. Die virtuelle Veranstaltung der studentischen PR-Initiative KommunikOS am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück beschäftigte sich insbesondere mit dem Thema Hate-Speech und den daraus folgenden Fragen, wie Hate-Speech zu begegnen ist und was man gegen sie tun kann. Einer der Diskussionsteilnehmer, der SPD-Politiker und Abgeordnete im Europäischen Parlament, Tiemo Wölken, forderte damals: „Hass darf nicht stehen bleiben“. Zu diesem Veranstaltungsbericht im „PR-Journal“ meldete sich jetzt der Kommunikationswissenschaftler Christian Salzborn (Foto) zu Wort, der 2015 seine Dissertation zum Phänomen Shitstorm vorgelegt hat.

Leserbrief von Dr. Christian Salzborn vom 31. Mai 2021

„Sehr geehrtes Team,

es freut mich als Kommunikationswissenschaftler und PR-Profi, wie umfassend hier das große Thema "PR" erläutert und betrachtet wird. Auch wenn ich die Vorträge selbst nicht kenne, will ich kurz anknüpfen an den Hinweis, Hate Speech als "elementares Problem der Gesellschaft" wahrzunehmen.

Es fällt mir auf, dass Hate Speech und Co. teils so dargestellt werden, als wären sie plötzlich vom Himmel gefallen. Bereits 2015, bzw. als überarbeitetes Buch in 2017, habe ich in meiner Dissertation zu Shitstorms gezeigt, wie vielschichtig das Phänomen ist, und dabei keineswegs neu. Ebenso wie Hate Speech. Ich vermisse zudem eine mehr empirisch untermauerte Debatte. Bücher von Praktikern, die aus ihren eigenen Erfahrungen Erkenntnisse ableiten, gibt es genug. Beispiele für eine stärkere differenzierte Diskussion:

  • Klare definitorische Trennung von Shitstorm und Hate Speech (nicht gleich)
  • Loslösen von überzogener Betitelung ("Super-Gau", "Shitstorm-Republik"...)
  • mehr Empirie weniger eigene Erfahrungen
  • stärkere Erforschung, WARUM diese Phänomene entstehen
  • bessere Einordnung in die übergeordneten Themenkontext "(Online)Krise"

Ich verbleibe mir besten Grüßen
Christian Salzborn“


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