Müssen Frauen auch in unserem Beruf besser sein, um zu reüssieren? Wollen Frauen überhaupt an die Spitze? Zu welchen Bedingungen?
Der GWPR Annual Index hat wieder einmal gezeigt, dass wir noch eine grosse Strecke beschreiten müssen, damit Frauen und Männer die gleichen Rahmenbedingungen für eine Karriere in unserem Beruf vorfinden. Ja - ich weiß: viele mögen sich über diese Analyse wundern, sie werden die große (quantitative) Übermacht des weiblichen Geschlechts in unserem Berufsfeld ins Feld führen, die erfolglosen Bemühungen doch endlich ein paar mehr Männer zu rekrutieren, sie werden auf anekdotische Beweise des Gegenteils zeigen, den eigenen Karrierepfad oder die der Tochter als Beispiel geben. Wer will, kann die andere Seite hören, die Eindrücke und Wünsche junger selbstbewusster gut ausgebildeter Frauen, am Anfang oder in der Mitte ihrer Karriere, wenn wichtige berufliche und private Entscheidungen anstehen. Wer verstehen will, wer junge Talente fördern will, die Besten in sein Team holen möchte, kann zuhören, fördern, sich anpassen - und wird belohnt werden.

Ich habe gestern, bei unserem ersten GWPR NextGen Leaders Summit Inspiration und Motivation mitgenommen. Das ganztägige Treffen mit 100 engagierten Frauen, davon 80 ’Next Generation Leaders’ und 20 erfahrenen Kommunikatorinnen, hat mich optimistisch gestimmt, dass wir auf einem guten Weg sind.

Wir brauchen nicht so sehr Forderungen oder Appelle - an wen sollten wir die auch richten? Wir müssen einfach so weitermachen: mit Mut, Zuversicht, gutem Willen, ein bisschen Druck und Selbstbewusstsein. ‚Forget the f…ing wall, look for the door‘ sagte eine der Panelistinnen gestern. Genau so! Deshalb hier meine fünf von Zuversicht genährten Tipps & Thesen:

  • 1. Es gibt so viele herausragende Vorbilder in unserer Branche, Frauen und Männer, die modernen Führungsprinzipien folgen, zuhören können und selbstverständlich Frauen fördern wollen! Arbeitet für diese - und nicht für die anderen. Ihr könnt es Euch aussuchen.
  • 2. Diskriminierer, Abwerter, Heckenschützen (m/w)? Gibt es ebenfalls in unserem Beruf, wahrscheinlich täglich, genauso wie in anderen Berufen. Nehmt deren Feed-back nicht so wichtig. It`s about them, not about you!
  • 3. Unser Berufsbild unterliegt der wohl schnellsten und dringendsten Veränderung, seit es erfunden wurde - dafür brauchen wir neue Ideen und Lösungen, die nur mit „Diversity of Thought“ entstehen können. Verlasst Eure Blasen, heißt andere Perspektiven willkommen und bringt Eure Perspektive ein. Sie wird gebraucht.
  • 4. Erfahrung ist wichtig - aber jeden Tag lernen ist wichtiger. Unsere zukünftige ‚Employability‘ ist eine Aufgabe, für die wir Ressourcen und Energie einplanen dürfen. Mentoring, reverse mentoring, Netzwerktreffen - es gibt unzählige Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen.
  • 5. Für die eigene Sichtbarkeit können nur wir selbst sorgen. Nie war die Zeit so günstig wie jetzt, um seine eigene Marke aufzubauen.

Über die Autorin: Cornelia Kunze ist Kommunikationsexpertin und internationale Marken-Beraterin. Sie war 19 Jahre lang Edelman-Managerin in verschiedenen Funktionen in Deutschland, Europa und Asien mit Arbeitsplatz in Hamburg, Mumbai, London und New York. Sie hat viele preisgekrönte Kampagnen begleitet und war vor Cannes bereits in einigen PR-Jurys in Deutschland und Asien tätig. 2018 hat sie die internationale Kommunikationsberatung i-sekai gegründet sowie 2019 mit ihrem Geschäftspartner die „Fluid Collective“, ein weltweites Netzwerk von unabhängigen Kommunikationsberatern.


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