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Es gibt Worte, die kommen und gehen – und andere bleiben. „Triggern“ könnte dazu gehören. Gerade in der Kommunikationsbranche ist das Triggern von Menschen ja sogar ein sehr bewusstes Ziel. Denken Sie nur an „catchige“ Social-Media-Posts. Unser Sprach-Optimist Murtaza Akbar (Foto) findet, dass es derzeit sehr oft, fast überall triggert. Natürlich hat er dazu wieder seine ganz eigene Meinung, gewürzt mit Anekdoten. Wenn Sie wissen wollen, was so alles triggert und was unseren Sprach-Optimisten triggert, dann sollten Sie die neue Kolumne unbedingt lesen. Natürlich will er auch von Ihnen wissen, was Sie so triggert? Und wenn Sie jetzt richtig raten, wie oft das Wort „Triggern“ in der neuen Kolumne vorkommt, ja dann …

Von Murtaza Akbar, Neu-Isenburg

Was hat Sie heute getriggert? Oder was triggert Sie generell? Denn überall triggert es. Und zwar mächtig. Wann hat sich dieses Wort eigentlich in unseren Wortschatz eingeschlichen? Habe ich gar nicht mitbekommen. Sie vielleicht? Na ja, so ist es ja fast immer. Auf einmal ist ein Wort da, manchmal kommt es langsam, manchmal ist es fast schon inflationär im Sprachgebrauch. Davon habe ich hier in meiner Kolumne ja schon viele, was sage ich, unendlich viele Beispiele genannt. Etwas in den Wortschatz einzubringen, habe ich sogar schon sehr früh selbst mal ausprobiert.

Denn anscheinend war ich schon im Schulalter ein Sprach-Optimist oder eher ein Sprach-Experimentator. Denn ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich in der neunten Klasse mit einem Freund mal den Versuch gestartet und immer von „einem kleinen Scherz am Rande“ gesprochen habe. Okay, das ist jetzt kein neues Wort, sondern nur eine schon vorhandene Redewendung. Nur war die damals schon so antiquiert, das hat einfach keiner gesagt. Und wenn das Neuntklässler aussprechen, klingt das schon komisch. Aber mein Kumpel Roland und ich haben es immer wieder eingestreut. Und siehe da, nach einigen Wochen haben das auch unsere Mitschüler und später sogar einige aus anderen Klassen gesagt. Funktioniert also, sogar ganz ohne Social Media. Jetzt stellen Sie sich mal vor, Roland und ich hätten das in zig WhatsApp-Gruppen sowie Twitter, Facebook, Instagram, TikTok und Co. verbreitet?

Aber halt, ich war ja beim Triggern. Ganz zu Beginn hatte ich mich mal verhört und dachte, da sagt jemand „Digga“. Sorry, war nur ein kleiner Scherz am Rande. Klingt alles ein bisschen cringe. Sie wissen nicht, was das bedeutet? Ich will nicht alles verraten, aber klar, Sie können es einfach googeln, Triggern heißt jedenfalls, etwas auszulösen. Sie kennen doch bestimmt: „Achtung Trigger-Warnung!“. Wenn ich das lese, will ich natürlich erst recht weiterlesen oder weitersehen. Statt triggern könnte ich auch sagen, meine beiden Söhne (und meine Frau natürlich auch) wissen genau, welche Knöpfe sie bei mir drücken müssen, um etwas auszulösen. Sie wissen, was mich triggert. In beide Richtungen.

Ja, wir alle können natürlich positiv und negativ getriggert werden. Was mich tierisch nervt, Verzeihung, triggert, meine ich. Sie merken bestimmt gerade, wie mein Puls steigt. Das lesen Sie garantiert zwischen den Zeilen. Unzuverlässigkeit macht mich rasend. Und Unverbindlichkeit oder Schwätzer. Ist das nicht das Gleiche? Also, wenn jemand was sagt und dann nicht tut. Na ja, Sie wissen, was ich meine. Übrigens ist triggern ein schwaches Verb. Wäre das auch geklärt.

Kommen wir lieber dazu, was uns positiv triggert. Also, auf was wir emotional stark reagieren, in angenehmem bis schönem Sinne. Ach, herrlich, da gibt es so vieles. Fangen wir bei Schokolade und Eis an, gutem Essen (gerne pakistanisch-indisch, gut gewürzt), Eintracht Frankfurt oder Achterbahnen. Ja, stimmt, das ist jetzt alles ein bisschen trivial. Gut, dass ich nicht noch Trash-TV geschrieben habe. Lassen Sie mich mal überlegen, damit das hier etwas intellektueller wird und wirkt. Verbindlichkeit ist für mich was sehr, sehr Schönes, Loyalität, Empathie und Wertschätzung sowie gute Gespräche. Das liebe ich alles sehr. Davor verneige ich mich. Wenn Menschen diese Charakterzüge haben, dann schließe ich sie oft in mein Herz und lasse sie kaum mehr heraus. Da bin ich positiv nachtragend.

Was mich noch mehr interessiert, sehr sogar: Was triggert Sie? Und wie finden Sie dieses Triggern so? Gerne was Sie positiv triggert, wenn Sie mögen. Vielleicht schaffen Sie alle es auch, dass es mehr Mails von Leserinnen und Lesern werden als bei meinem Kolumnen-Thema „Gendern“. So viele Mails habe ich nämlich noch nie von Ihnen erhalten. Oh ja, das Gendern hat Sie wirklich getriggert. Ich bin gespannt darauf, was noch?  

Über den Autor: Murtaza Akbar ist Geschäftsführer von Wortwahl – Agentur für Unternehmens- und Onlinekommunikation in Neu-Isenburg. Der gebürtige Frankfurter mit pakistanischen Wurzeln ist zudem Dozent an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Onlinekommunikation sowie Speaker, Trainer und Coach zum Thema Sprache und (Kunden-)Kommunikation – hier geht’s zu seiner Speaker-Broschüre. Zu erreichen ist Murtaza Akbar per E-Mail beziehungsweise via TwitterInstagram und Facebook.


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