Emojis in einer SMS sind ja üblich, wobei SMS nutzt ja keiner mehr, ganz im Gegenteil zu WhatsApp. Und wie ist das bei E-Mails? Emojis in die E-Mail eintippen oder doch nicht? Und wenn ja, bei wem und bei wem eher nicht? Fast eine Billon E-Mails schreiben wir allein in Deutschland jährlich, ohne Spams natürlich. Unser Sprach-Optimist Murtaza Akbar (Foto) legt unfassbar großen Wert auf wertschätzende E-Mail-Kommunikation, das hat er auch schon im „PR-Journal-Podcast“ zum Ausdruck gebracht, in dem er seit Mai mit einer eigenen Rubrik dabei ist. Er fühlt sich gar verpflichtet, enorm hohe E-Mail-Standards zu setzen, und zwar gleich für die ganze Geschäftswelt in Deutschland. Drunter macht er es nicht. Was er damit meint, erfahren Sie direkt hier in seiner neuen Kolumne ;-)

Von Murtaza Akbar, Neu-Isenburg

Wie viele WhatsApp schreiben Sie so am Tag? Oder SMS? Nutzt die noch jemand? Und wie viele E-Mails? In den vergangenen Monaten wahrscheinlich noch mehr als zuvor? Fragen über Fragen. Also, ich schreibe schon eine Menge WhatsApps, sagt oder schreibt man das so? Schon wieder eine Frage. Dabei will ich Ihnen doch unfassbar wichtige und viele Antworten in dieser Kolumne geben. Okay, dann fange ich gerne mal damit an. Ich schreibe keine SMS mehr, nur noch WhatsApp. Und ich gebe zu, ich nutze eine ganze Menge Emojis dabei. Wenn ich das in Korrelation zu meinem Alter oder besser meiner Generation sehe, nutze ich wirklich viele dieser kleinen gelben Smiley-Gesichter. Auch selbst erstellte Emojis (Memojis), die ungefähr so aussehen sollen wie ich, nur viel jünger, verwende ich hin und wieder. Mein absoluter Liebling ist ein Klassiker: der Smiley mit der Sonnenbrille. Der reicht manchmal als Antwort vollkommen aus, da weiß meine Frau, alles bestens bei mir.

Bei E-Mails, vor allem im geschäftlichen Verkehr (ja, das klingt etwas schlüpfrig), ist das natürlich etwas anderes. Hier wäre jetzt ein Smiley angebracht, aber in dieser Kolumne passt das nicht. Oder doch? ;-) Umso mehr ich die Menschen kenne, mit denen ich per E-Mail kommuniziere, desto eher traue ich mir einen Smiley zu. Zu viele Gedanken mache ich mir dazu jetzt auch nicht, aber mehr als zwei, drei Smileys sollten es nicht sein. Pro Mail natürlich, sonst wird es inflationär. Und ich vertraue meinen Mail-Partnern, dass sie meine Mails (gerne) lesen. Ich bin nämlich ein erklärter Feind (ja, auch ein Sprach-Optimist darf das mal schreiben) von Lesebestätigungen. Die sende ich nie raus. Ich antworte stattdessen, ist obendrein persönlicher.

Und wissen Sie, was nicht nur ich, sondern wir alle nicht leiden können? Diese Frage beantworte ich Ihnen äußerst gerne, denn die Antwort ist das Gegenteil der von mir so geliebten Wertschätzung. Die Antwort lautet nämlich: Ignoranz. Die können wir alle nicht ab. Wenn Sie etwa eine E-Mail schreiben und Sie gar keine Antwort darauf erhalten. Und das, obwohl Sie Ihr Gegenüber ganz gut kennen oder bereits länger mit ihm oder ihr korrespondieren (was für ein intellektuelles Wort). Dass Sie dann keine E-Mail erhalten, manchmal sogar ganz bewusst, kommt tatsächlich leider vor. Welch‘ Ignoranz.

Übrigens haben Sie schon bemerkt, dass „tatsächlich“ gerade ein absolutes Modewort ist. Es ist voll en vogue würde ich mal sagen. Ja, tatsächlich, so ist das. Achten Sie mal darauf. Dann wird Ihnen das tatsächlich tatsächlich auffallen.

Ich habe mittlerweile sogar schon Seminare zu wertschätzender E-Mail-Kommunikation gegeben. Für Sie gerne mal das Allerwichtigste in Kürze: Verwenden Sie eine Anrede, schreiben Sie danach ganze Sätze und kurze, gut lesbare Absätze und am Ende eine wirklich persönliche Grußformel. Klingt total banal. Ist es in der Umsetzung aber nicht wirklich. Glauben Sie mir, was ich schon alles erlebt und gelesen habe. Und speichern Sie die Mail am besten in Entwürfe und lesen Sie sie dann nochmal durch, bevor Sie sie rausschicken. Flüchtigkeitsfehler sind wahrlich kein Qualitätsmerkmal, erst recht keine Wertschätzung. Und der beste Tipp: Schreiben Sie eine Mail mehr, als Sie glauben, schreiben zu müssen. Was für ein Aufwand, rufen mir dann manche zu! Ja, liebe Leute, Wertschätzung gibt es nicht frei Haus. Wertschätzung kostet Zeit, Energie und oft auch Grips.

Und: Ja, das lohnt sich alles. Denn in so einer E-Mail haben Sie keine Mimik, Gestik und keinen Ton dabei. Da sollten oder sogar müssen Ihre Worte und Sätze alles aussagen, was Sie meinen. Meinen, sagen und schreiben sind oft drei Paar Schuhe. Egal (auch ein Wort, das gerade dank eines „Sängers“ in ist), bleiben Sie optimistisch. Denn Sprache ist und bleibt einfach was Wunderschönes. 

Über den Autor: Murtaza Akbar ist Geschäftsführer von Wortwahl – Agentur für Unternehmens- und Onlinekommunikation in Neu-Isenburg. Der gebürtige Frankfurter mit pakistanischen Wurzeln ist zudem Dozent an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Onlinekommunikation sowie Speaker, Trainer und Coach zum Thema Sprache und (Kunden-)Kommunikation. Zu erreichen ist Murtaza Akbar per E-Mail beziehungsweise via TwitterInstagram und Facebook.


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