Corinna Bischof

Bereits zum 12. Mal nach 2007 findet in diesem Jahr am 14. März der Kliniksprechertag statt. Ins Leben gerufen wurde er von der Münsteraner Agentur lege artis. Jahr für Jahr will die Tagung über aktuelle Themen und Trends der Gesundheitskommunikation informieren und ein Networking-Angebot für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen. Eingeladen sind Kommunikationsverantwortliche aus Krankenhäusern und Unikliniken, aber auch deren Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Management. Das „PR-Journal“ sprach mit Corinna Bischof, der Geschäftsführerin der veranstaltenden Agentur.

PR-Journal: Gibt es denn nicht schon genug Kongresse in der PR-Branche? Warum benötigen gerade Kliniksprecher und -sprecherinnen ein eigenes Forum?
Corinna Bischof: In den knapp zwanzig Jahren, die wir in der Gesundheitsbranche tätig sind, haben wir die Erfahrung gemacht, dass Kommunikation hier viel strengeren Gesetzmäßigkeiten folgt als in anderen Branchen. Das Thema Gesundheit ist ethisch besonders aufgeladen und verlangt eine andere Kommunikation als etwa in der Konsumgüter- oder der Finanzbranche. Folglich haben es die Kliniksprecher mit besonderen Herausforderungen zu tun. Besonders deutlich wird das in akuten Krisensituationen, in denen wir sehr häufig um Rat gefragt werden. Außerdem haben sie damit zu kämpfen, dass die Rolle der Unternehmenskommunikation im Krankenhaus bis heute unterschätzt wird, eben weil die Kunden im Krankheitsfall vermeintlich von allein kommen. Der Gedanke, dass Kliniken wie andere Wirtschaftsunternehmen funktionieren sollen, die mit ihren Mitarbeitern und Kunden – den Patienten – und allen anderen Bezugsgruppen im Dialog stehen müssen, ist hier noch nicht besonders alt. Und sie ruft an vielen Stellen immer noch Irritationen hervor. Kliniksprecher agieren häufig noch als Einzelkämpfer und müssen sich ihren Weg durch den historisch gewachsenen Hierarchie-Dschungel in den Kliniken selber schlagen. Mit dem Kliniksprechertag möchten wir ihnen darum Hilfestellung für ihre tägliche Arbeit an die Hand geben.

PR-Journal: Und mit welchen Themen beschäftigen Sie sich auf dem diesjährigen Kliniksprechertag?
Bischof: Für Krankenhäuser wird, wie für alle anderen Unternehmen, die Steuerung der Kommunikation zusehends schwieriger. Die Stakeholder werden anspruchsvoller und alle – ob Patienten oder das eigene Personal – nehmen inzwischen über die digitalen Netzwerke munter an kaum steuerbaren öffentlichen Debatten teil. Die Identität eines Hauses, die früher nicht legitimiert werden musste, gerät in Gefahr, wenn alle Welt vom Pflegenotstand redet, auf Bewertungsplattformen die Qualität des Essens oder der Stress von Pflegepersonal und Medizinern thematisiert werden. Klassische Medienarbeit verliert damit an Bedeutung und bisher geltende Kommunikationskonzepte müssen immer wieder überprüft werden. Die eigenen Mitarbeiter, die bekanntlich für die Kliniken immer schwerer zu finden sind, ihre Werte und ihre Kommunikation sind angesichts eines unsicherer werdenden Umfelds die wichtigsten Partner, wenn es darum geht, die eigene Identität des Krankenhauses zu behaupten und als Marke in schwierigen Zeiten überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Deshalb sind Themen wie Markenführung, Employer Branding oder Prozesse zur Mitarbeiterbindung auch für uns stark in den Fokus gerückt. Über diese Herausforderungen für die Unternehmenskultur und mögliche Lösungsansätze wird auf dem diesjährigen Kliniksprechertag diskutiert.

PR-Journal: Wo können sich Kliniksprecher und Kliniksprecherinnen denn über den Kongress informieren?
Corinna Bischof: Zum einen gibt es seit langem den Blog kliniksprecher.de, den wir nun auch in den neuen Onlineauftritt der Agentur integriert haben. Neben Nachrichten aus der Gesundheits- und PR-Branche finden sich hier auch Expertenmeinungen und ab und zu pointierte Glossen. Nach elf Jahren, in denen sich der Kliniksprechertag als feste Größe in der PR-Landschaft etabliert hat, hatten wir dieses Jahr aber den Eindruck, dass es Zeit für eine eigene Homepage wird. Auf www.kliniksprechertag.de gibt es neben Informationen zum Programm und den Referenten auch Impressionen aus vergangenen Jahren. Und anmelden kann man sich hier natürlich auch.


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