GPRA-Präsidentin Christiane Schulz.

Vor dem PR-Camp nimmt Schulz nochmals Stellung zum „Wert von Berufseinsteigern“

„Was ist es uns wert?“ Der Kommentar der Präsidentin der Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) Christiane Schulz zum Wert von Berufseinsteigern in die PR- und Kommunikationsbranche am 10. September im „PR-Journal“ hat große Resonanz hervorgerufen. Nach vielen kritischen Reaktionen im „PR-Journal“ und im Social Web stellt sich Schulz am 13. November beim „PR Report“-Camp persönlich den Fragen der Studierenden und der angesprochenen Hochschulprofessoren. Zuvor hat sie im „PR-Journal“-Interview ihre Initiative, das Thema auf die Branchen-Agenda zu setzen, verteidigt.

Die von der GPRA-Präsidentin angezettelte Diskussion entfaltete eine enorme Reichweite. Allein die Zugriffszahl auf den Beitrag von Schulz und die verschiedenen Repliken im „PR-Journal“ liegt aufsummiert inzwischen bei mehr als 18.000 – ohne die Reaktionen auf Twitter und Facebook zu berücksichtigen.

Noch wichtiger aber: die Wucht und der inhaltliche Impetus derjenigen, die sich zu Wort gemeldet haben und sich an der Diskussion beteiligt haben. Unisono wurden Antworten von Schulz eingefordert. Den Anfang macht sie hier im Interview, die Fortsetzung erfolgt am 13. November beim PR-Camp in Berlin und weitere Gesprächsrunden sollen sich anschließen. Konkret erging inzwischen bereits ein offener Brief samt Einladung an die Hochschulprofessoren, gemeinsam die berufliche Qualifizierung weiterzuentwickeln.

PR-Journal: Frau Schulz, Ihr Kommentar über den Wert von Berufseinsteigern und Kommunikation hat in der PR- und Kommunikationsbranche ein kontroverses Echo ausgelöst. Haben Sie es eigentlich in der Zwischenzeit bereut, dieses Thema ohne Not auf die Tagesordnung gesetzt zu haben?
Christiane Schulz: Nein, wir brauchen in der Branche auch mal Kontroversen, um Themen wieder relevant zu machen und etwas bewegen zu können. Der Kommentar als Impuls dafür, hat funktioniert.

PR-Journal: Was war eigentlich Ihr Ziel, als Sie die Diskussion eröffnet haben?
Schulz: Es ging mir darum wieder Bewegung in die Diskussion um Ausbildungsinhalte zu bekommen. Alle relevanten Stakeholder sind hier aufgefordert daran gemeinsam und kontinuierlich zu arbeiten, damit die Studierenden die bestmögliche Qualifikation für den Berufsstart erhalten.

PR-Journal: Von denen kam ja auch Widerspruch. In dem sehr moderaten gemeinsamen Statement der PR-Studierenden-Initiativen Kommoguntia (Mainz), KommunikOS (Lingen), PRIHO (Stuttgart), Campus Relations (Münster), Kommon (Darmstadt) und PRSH (Hannover) forderten die Betroffenen eine höhere Wertschätzung für sich ein.
Schulz: Zu recht. Unser gemeinsames Ziel muss es doch sein, unsere Wertschätzung in der bestmöglichen Qualifikation für den Nachwuchs zum Ausdruck zu bringen. Dafür müssen wir weiter unsere Hausaufgaben machen.

PR-Journal: Welche Hausaufgaben meinen Sie und welche Versäumnisse sehen Sie in der Ausbildung?
Schulz: Als Branche müssen wir uns ständig weiterentwickeln. In Sachen Ausbildung haben wir daher vor einigen Jahren ein Anforderungsprofil für Berufseinsteiger formuliert und mit den Hochschulen diskutiert. Uns ging es da vor allem um Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung. Leider ist dieser Dialog stehen geblieben und hat keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Lehrpläne gehabt.

PR-Journal: Wer ist verantwortlich dafür, einige sehen den Ball im Feld der GPRA?
Schulz: Verantwortung lässt sich schnell weiterreichen. Wir gemeinsam – Lehrende und Arbeitgeber – sind für die Qualifizierung des Nachwuchses verantwortlich. Die Diskussion hat deutlich gemacht, dass es immer noch sehr unterschiedliche Erwartungshaltungen gibt. Daher gilt es gemeinsam den Dialog wiederaufzunehmen und hier eine Weiterentwicklung zu erzielen. Dies ist im Interesse der Studierenden und unserer Branche.

PR-Journal: Was ist mit der Beurteilung der Wertschöpfung von Einsteigern, da scheint es ja sehr große Unterschiede in der Einschätzung zu geben?
Schulz: Eines möchte ich hier deutlich sagen, da wurde im Netz etwas zu viel in meinen Kommentar rein interpretiert. Es gibt großartigen, talentierten Nachwuchs in unseren Agenturen und jeder einzelne leistet einen wertvollen Beitrag zum Erfolg und das weiß ich sehr zu schätzen. Unsere Traineeships dienen in dem Kontext übrigens dazu, dass wir den jungen Kolleginnen und Kollegen im Sinne des jeweiligen Agenturmodells eine möglichst steile Lernkurve ermöglichen. Hierdurch steigern wir ihren Wert für Kunden und uns in einem Zeitraum von zirka 12 bis 15 Monaten noch einmal deutlich.

PR-Journal: Frau Schulz, jetzt ist ihre Initiative viel diskutiert worden, was geschieht denn nun konkret? In welche Richtung wollen Sie die Diskussion lenken und was soll aus Ihrer Sicht am Ende als Ergebnis stehen?
Schulz: Wir wollen den Austausch mit den Fachhochschulen und Universitäten aktiv aufnehmen und hier im Gespräch mit den Professoren zu Ergebnissen kommen. Wir tragen gemeinsam Verantwortung und wir sollten diese im Interesse der Studierenden wahrnehmen. Konkret: Wir haben unser Anforderungsprofil an Einsteiger aktualisiert und möchten mit den Lehrenden gemeinsam die Inhalte weiterentwickeln. Wir werden dabei in der GPRA die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um unseren Teil zu einer Verbesserung der Einstiegsbedingungen für Studierende beizutragen.


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