Sylvia Eberl

Das internationale, in Schweden gegründete, Unternehmen Mynewsdesk ist jetzt seit fünf Jahren auf dem deutschen Markt tätig. Das „PR-Journal“ wollte von Deutschland-Geschäftsführerin Sylvia Eberl wissen, wie das Angebot als PR-Dienstleister ankommt und wie eine Positionierung in einem Markt gelingt, der sich im Zuge der Digitalisierung aktuell rasant verändert. Mynewsdesk setzt voll auf digitale Instrumente für die professionelle PR-Arbeit. Ganz neu im Angebot ist dabei ein Tool für Echtzeit-Monitoring.

PR-Journal: Frau Eberl, Mynewsdesk ist jetzt seit fünf Jahren auf dem deutschen Markt. Wenn man in den einschlägigen Branchenverzeichnissen nachschaut, findet man Sie unter PR-Dienstleister. Was genau heißt das für Sie eigentlich?
Sylvia Eberl: Eine gute Frage! Die Branche ist ja unglaublich im Wandel, die Digitalisierung ist voll im Gange, aber insbesondere der Mittelstand hinkt hinterher. Und jetzt klopft schon die Künstliche Intelligenz an die Tür. PR hat aber andererseits viel Innovationsstärke bewiesen in den letzten Jahren: die crossmediale Unternehmensdarstellung trägt im Zeitalter von Content Marketing viel deutlicher die Handschrift der PR-Abteilung, während die Werbeabteilung an der einen oder anderen Stelle Budget abgeben musste. Workflows, also Prozesse, werden dann plötzlich superwichtig. Wer einen physischen Newsroom hat, braucht oft auch ein virtuelles Pendant - da kommt dann unsere Technologie ins Spiel.

PR-Journal: Inwiefern?
Eberl: Als PR-Dienstleister bieten wir unseren Kunden professionelle Tools an, die Content-Arbeit digital effizienter zu steuern. In unserem Newsroom können Unternehmen ihren Content bündeln: von Pressemitteilungen über Blog, Bilddatenbank bis Social Media. Dieser Newsroom kann auf der Webseite einfach eingebunden werden und ist gerade im Mittelstand eine einfache Lösung, digitale Kommunikationsarbeit für verschiedene Zielgruppen zugänglich zu machen. Gerade in den letzten ein, zwei Jahren haben wir bei unseren Kunden gemerkt, dass digitale Tools für eine professionelle PR-Arbeit auch in Deutschland unumgänglich geworden sind.

PR-Journal: Ein, zwei Jahre erst – ist Deutschland ein Nachzügler-Land?
Eberl: (lacht) Sagen wir mal so: die Deutschen wollen es immer ganz genau wissen. Wenn wir mit unseren Kollegen in unserem schwedischen Mutterhaus sprechen, wundern die sich manchmal schon, wie gründlich wir jedes Feature erklärt haben wollen. Aber so sind eben auch unsere Kunden. Was die Digitalisierung angeht, ist Deutschland sicher nicht an der Spitze in Europa, nein. Aber da unsere Lösung vor allem auf den Mittelstand zugeschnitten ist, sehen wir – auch an unserem Umsatz – deutlich, dass digitale Lösungen gerade hoch im Kurs stehen.

PR-Journal: Mynewsdesk ist ja eine internationale Firma mit Ablegern in Europa, USA und Asien, in Deutschland gibt es Mynewsdesk seit 2013. Können Sie den deutschen Kommunikatoren überhaupt bieten, was sie haben wollen?
Eberl: Da Deutschland ein großer Wachstumsmarkt für Mynewsdesk ist, hat unsere Stimme intern natürlich Gewicht. Zum Beispiel verfügt Mynewsdesk jetzt unter anderem auch wegen der deutschen Kunden über eine eigene globale Mediendatenbank, die – wenn ich das so sagen darf – auch läuft wie geschnitten Brot. Aber klar: Wie in jedem internationalen Unternehmen gibt es bei uns Standards – für die Kunden ist das übrigens oft auch wichtig, weil sie selbst international sind! Es gibt Kunden mit zwei, drei oder auch acht Newsrooms, die sie über uns steuern können.

PR-Journal: Kürzlich hat Mynewsdesk mit ‚Mention‘ einen französischen Anbieter für Echtzeit-Monitoring erworben. Welches Signal wollen Sie damit in die Branche senden?
Eberl: Wie ich ja schon sagte, ist die Branche einem starken Wandel unterworfen: Smart Data sind das nächste ‚It‘-Ding bei den Kommunikatoren: Wer spricht über meine Marke, welche Themen interessieren meine Kunden überhaupt? Wann erreiche ich sie am besten? Und wo? All das sind spannende Fragen auch für PR-Kommunikatoren. Mit Mention sichert Mynewsdesk sich, knapp gesagt: Zukunft. Wir wollen weiter oben auf schwimmen, technologisch vorne dran sein. Die französischen Kollegen sind fantastisch innovativ und passen auch sehr gut in die offene und kollegiale Firmenkultur, die Mynewsdesk ja vertritt.

PR-Journal: Kann man dann überhaupt noch sagen, dass Sie ein Wettbewerber von klassischen Distributionsdienstleistern wie Business Wire oder newsaktuell sind?
Eberl: Ich fürchte, das müssen Sie die fragen. Unser Ziel ist auf alle Fälle, dass nicht nur Teilaufgaben der PR-Kommunikation über uns erledigt werden können. Sondern der gesamte PR-Workflow von der Themenfindung bis zur Erfolgsmessung.

PR-Journal: Frau Eberl, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.


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