Astrid von Rudloff

Astrid von Rudloff ist seit Mai nicht mehr Mitglied der Geschäftsleitung von Edelman in Deutschland. Leise und weitgehend unbemerkt von der Branchenöffentlichkeit ist sie im Zuge des Wechsels an der Spitze von Edelman Deutschland im Mai aus ihren Ämtern geschieden. Grund genug für das „PR-Journal“ nachzufragen, wie es der langjährigen Agenturchefin von Weber Shandwick und ergo Kommunikation geht, wie sie den Ausstieg bei Edelman aufgenommen hat und wie ihre Pläne für die nähere Zukunft sind.

PR-Journal: Frau von Rudloff, wie geht es Ihnen?
Astrid von Rudloff (59): Danke der Nachfrage, sehr gut. Ich genieße den Sommer. Für mich ist es ein guter Zeitpunkt einen Break zu machen.

PR-Journal: Wollten Sie den Break denn überhaupt? Weitgehend unbemerkt von der Branchenöffentlichkeit sind Sie im Nachgang des Weggangs von Susanne Marell als CEO von Edelman.ergo ebenfalls aus der Geschäftsleitung ausgeschieden. Wie geht es Ihnen damit?
Von Rudloff: Sehr gut! Wir hatten in der Führungsspitze von Edelman.ergo seit dem Zusammenschluss der beiden Agenturen 2015 eine sehr intensive Zeit. Wir haben viel in die Integration investiert. Das war anstrengend, aber aus meiner Sicht auch überwiegend erfolgreich.
Diese Phase der Integration war nach rund zwei Jahren beendet. Dass es damit dann auch zu einem Wechsel in der Führungsspitze kommen kann, ist aus meiner Perspektive – und vor allem aufgrund meiner Erfahrung mit anderen Mergern – nicht ungewöhnlich. Mich hat die Entwicklung daher nicht überrascht. Die Trennung für mich o.k.

PR-Journal: Das haben aber möglicherweise nicht alle Mitglieder der Geschäftsführung so gesehen?
Von Rudloff: Das mag sein. Ich kann ja auch nur für mich sprechen. Aus meiner Sicht hat jeder Merger seine eigenen Gesetzmäßigkeiten, am Ende unterscheiden sie sich aber nicht so stark. Wie gesagt, wir haben nach der Fusion von Ergo und Edelman viel Zeit in die Integrationsarbeit und ein gemeinsames Verständnis investiert. Dabei haben wir als Geschäftsführung gut zusammengearbeitet. Das eine oder andere hätte möglicherweise auch schneller gehen können, doch das Verständnis zwischen den Akteuren war gut. Der gemeinsame Wertekanon und das Vertrauen untereinander waren da – mit Susanne Marell und auch mit Hans-Ulrich Helzer.

PR-Journal: Blicken wir nach vorne. Was kommt jetzt für Sie?
Von Rudloff: Ich habe den Agenturjob in verschiedenen Konstellationen jetzt 30 Jahre lang gemacht. Im Augenblick suche ich nicht nach einer konkreten Jobperspektive. Klar, wenn interessante Projekte an mich herangetragen werden, freue ich mich darüber. Wichtigste Kriterien, um mich für eine Sache begeistern zu können, sind das richtige Thema und eine große Gestaltungsfreiheit. Bei dem, was ich in Zukunft tue, sollen Sinn und Freude im Vordergrund stehen und der Pflichtanteil so klein wie möglich sein.

Künftige Aktivitäten nach Interesse und Neigung

PR-Journal: Geht es ein bisschen konkreter?
Von Rudloff: Ich werde meine künftigen Aktivitäten nach Interesse und Neigung auswählen. Zu diesen Interessen gehören neben Unternehmen und Wirtschaft auch Politik, Gesellschaft sowie Kunst und Kultur. Wir erleben aktuell eine Phase der Erosion in allen Bereichen und auf allen Ebenen. Ich denke, da braucht es zukünftig vielleicht noch mehr als bislang erfahrene Kommunikatorinnen und Kommunikatoren, die Out-of-the-box denken und agieren können. Insofern sehe ich für mich optimistisch in die Zukunft – ganz entspannt.

PR-Journal: Und wie können Sie am besten entspannen?
Von Rudloff: Entspannung und Inspiration hole ich mir beim Reisen. Ich werde die nächsten Wochen und Monate nutzen, um zu reisen. So plane ich beispielsweise eine Offroad-Reise durch Afrika. Auch nach Südamerika will ich wieder, und hier unbedingt nach Kolumbien, Peru und Ecuador, denn in diesen Ländern war ich noch nicht.

Astrid von Rudloff ist seit knapp 30 Jahren im PR-Agenturgeschäft tätig. Nach dem Volkswirtschaftsstudium in Köln folgten Stationen beim CVJM und beim Jugendring in Köln sowie die Ausbildung zur PR-Beraterin bei Topp PR in Düsseldorf. Danach wechselte sie zu Kommunikation und Marketing Volker Stoltz, später Weber Shandwick. Dort blieb von Rudloff dann und wurde zunächst Managing Director in Köln (1996 bis 2003) und später Deutschland CEO (2004 bis 2013) in Berlin. 2013 dann der Wechsel zu ergo Kommunikation, wo sie ebenfalls CEO war. Mit der Übernahme von Ergo durch Edelman 2015 übernahm sie die Funktion des Chief-Client-Relations-Officer in der Geschäftsleitung.


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