Horst Avenarius (links) mit seinem Nachfolger bei BMW und beim DRPR, Richard Gaul (Quelle: DRPR)

Ein PR-Manager, der Meriten für das ganze Berufsfeld hat, wird 90 Jahre alt. Horst Avenarius wurde am 26. August 1930 als ältestes von sieben Kindern eines mittelständischen Chemiefabrikanten in Gau Algesheim, einer kleinen Stadt am Rhein, geboren. Das Chemiestudium und die Übernahme der Fabrik des Vaters war aber nicht in seinem Sinn, Avenarius studierte Philosophie in Mainz, Paris und München, wo er schließlich in Geschichte an der Münchner Universität promoviert wurde. Sein Doktorvater Franz Schnabel hatte ihm das Promotionsthema „Reichs- und Kaiseridee bei französischen Geschichtsdenkern: Beiträge zur Geschichte des Reichsbewusstseins in Europa“ aufgetragen. Nach der Promotion 1956 begann er bei Mannesmann als Werkredakteur (wie es damals noch hieß), ging 1969 zu WMF und wechselte dann 1973 zu BMW, wo er 16 Jahre, bis 1989, Kommunikationschef blieb. Von 1988 bis 1992 war er Vorsitzender der Herbert Quandt-Stiftung. In dieser Position verhalf er der deutschen Kommunikationswissenschaft und auch der noch in den Kinderschuhen steckenden PR-Forschung in Deutschland durch die Organisation von vier transatlantischen Kongressen dazu, überhaupt ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln und international anschlussfähig zu werden.

Gegen Ende seines aktiven Berufslebens begann er, sich verstärkt mit den ethischen Grundlagen seines Berufs zu beschäftigen. Als gewählter Vizepräsident der DPRG Deutsche Public Relations-Gesellschaft und als Vorsitzender der Ethik-Kommission des Verbandes entwickelt er mit den „Sieben Selbstverpflichtungen“ einen prägnanten und kurzen Kodex, der dem DRPR Deutscher Rat für Public Relations dann viele Jahre, bis 2012, als Richtschnur diente. Als er 1992 Vorsitzender des DRPR wurde, aktivierte er dieses Gremium und professionalisierte es. Konkrete und kritische Fälle wurden intensiv diskutiert, gelegentlich Personen oder Organisationen gegenüber auch öffentliche Rügen ausgesprochen. Damit kam das Berufsfeld PR, das sich in den Neunzigern nur in den Fachmedien abspielte, auch in der seriösen Presse und den Publikumsmedien vor. Der Fall Hunzinger führte zum ersten Mal dazu, dass dieses Berufsfeld überhaupt breiter - und dann meist negativ bewertet - wahrgenommen wurde. Es war aber gut, dass die in den Nachrichtensendungen interviewten Verbandspräsidenten auf die Existenz von Ethik-Codizes verweisen konnten und darauf, dass Hunzinger diese verletzt habe. Das Prinzip, eine Selbstkritikinstanz für das Berufsfeld zu schaffen, hatte die DPRG damals vom Journalismus übernommen, der Presserat war schon 1956 gegründet worden.

Horst Avenarius hat durch seine 16-jährige Tätigkeit als Ratsvorsitzender des DRPR und durch seine vielfältigen publizistischen und seine akademischen Lehr-Aktivitäten, durch seine vornehme Streitbarkeit und seinen argumentativen Stil entscheidend dazu beigetragen, dass PR-Ethik heute nicht mehr als etwas ist, was nicht zusammenpasst (wie der Teufel und das Weihwasser) wahrgenommen wird oder gar ein Widerspruch in sich ist. Kommunikationsethik wird mittlerweile in der Kommunikationsbranche, in der Wissenschaft und auch in der Wirtschaft ernst genommen. Vielen gilt Ethik sogar als wichtiges Zukunftsthema. Avenarius hat der gesamten Branche durch sein Wirken größeres Ansehen verschafft und ein Bewusstsein für eine ethisch fundierte Berufspraxis geschaffen. Blättert man in seinem letzten Buch („Nachdenken über Public Relations. Aufsätze, Reden und Gespräche eines PR-Menschen“) und sieht man sich einige Interviews mit ihm (ab jetzt auf pr-museum) an, wird man den Eindruck nicht los, dass Horst Avenarius den Zustand der Weisheit erlangt hat. Wir haben mit Horst Avenarius einen „PR-Weisen“ vor uns, vielleicht sogar den ersten in Deutschland. Verlag und Redaktion des "PR-Journal" und die gesamte PR-Kommunikations-Branche gratulieren ihm ganz herzlich zu seinem 90. Geburtstag und wünschen ihm weiterhin Gesundheit! Ad multos annos!

Autor dieses Textes ist Univ.-Prof. Dr. (em.) Günter Bentele, Berlin. Ein zweiteiliger, biographischer Beitrag über Host Avenarius ist hier im pr-museum.de erschienen.


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Personalien

Kommunikationsberatung Wolffberg beruft Sandra Schneider in die Geschäftsführung

Sandra Schneider ist in die Geschäftsführung der Wolffberg Management Communication GmbH berufen worden. Damit führt sie jetzt gemeinsam mit dem geschäftsführendem Gesellschafter Peter Zimmermann das Unternehmen. In der Geschäftsführung wird Sandra Schneider künftig das strategische Kundenmanagement und das Unternehmenswachstum verantworten. Der bisherige Geschäftsführer Erwin Linnenbach zieht sich nach mehreren Jahren in der Unternehmensführung auf seine Gesellschafterrolle zurück.

Etats

Bereuter Media übernimmt PR-Etat der Gesellschaft für Bildung in Medienberufen

Die Kölner PR-Agentur Bereuter Media GmbH übernimmt ab sofort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der bm - Gesellschaft für Bildung in Medienberufen mbh und freut sich über den Pitch-Gewinn. Die Gesellschaft für Bildung in Medienberufen (bm) ist seit 25 Jahren ein privater Bildungsträger mit Sitz in Köln und eine Institution für angehende Medienschaffende in der Region. Die bm verzahnt Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten für Berufe in der Medien- und Gaming-Industrie. Das Bildungsangebot unterteilt sich in die Bereiche Berufskolleg, Berufsakademie und School of Games. Zu den Aufgaben der Agentur Bereuter Media zählt unter anderem die Kommunikation der einzelnen Bildungsangebote sowie die Stärkung des Bekanntheitsgrades der bm.

Agenturen

Berliner PR-Agentur mit neuer Geschäftsführung und neuem Namen

Streich Melanie Beeck Christiane GFs Beeck Streich KommunikationDie Berliner PR-Agentur Grabner|Beeck|Streich Kommunikation hat umfirmiert: Rolf Grabner hat die Agentur zum Ende des Jahres 2022 verlassen, so dass sie nunmehr Beeck|Streich Kommunikation heißt. Bereits seit März 2022 ist Melanie Streich (Foto l.) Teil des neuen Geschäftsführungsduos mit Christiane Beeck (Foto r.; © Beeck|Streich). Grabner hatte sich seit Juli letzten Jahres aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, nun steigt er ganz aus. Für ihn übernimmt die Kommunikationsexpertin Melanie Streich. Mit ihr sollen bestehende Geschäftszweige weiter ausgebaut und die Agentur strategisch zukunftsfähig ausgerichtet werden.

Unternehmen

SEO-OnPage-Analyse DAX 40-Unternehmen: „Inhalte, die keinerlei Mehrwert bieten“

Netgrade SEO Agentur LogoUm das Fazit vorwegzunehmen: „Insgesamt sind die meisten Webauftritte der DAX-Konzerne unter dem Gesichtspunkt der Suchmaschinenoptimierung nur sehr wenig oder gar nicht optimiert worden. Oft werden Inhalte bereitgestellt, die keinerlei Mehrwert bieten.“ Die Beurteilung stammt von Stefanie Niggemann, die für die Würzburger netgrade GmbH tätig ist. Netgrade hat sich auf Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinenwerbung (SEA) und die technische Betreuung (Web Development) von Online-Auftritten fokussiert. Für das „PR-Journal“ nimmt Stefanie Niggemann im Rahmen einer Serie die Webauftritte der DAX40-Unternehmen unter die Lupe. Der folgende Beitrag bietet zunächst einen Überblick. In den nächsten Wochen folgen vier weitere Artikel mit einer Detailbetrachtung der OnPage-Optimierung folgender Branchen: 1) Chemie, Pharma, Bio- und Medizintechnik, 2) Maschinenbau, Verkehr, Logistik, 3) Technologie und 4) Finanzen.

Verbände

DRPR rügt Online Marketing Agentur ImpulsQ

DRPR Logo 2020Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR), Berlin, hat die ImpulsQ GmbH, Reutlingen, gerügt. Der Grund war der Versuch der Agentur, das Trennungsgebot zwischen Redaktion und Werbung sowie das Gebot der Absendertransparenz zu unterlaufen und Schleichwerbung zu betreiben. Laut der Recherchen des DRPR bietet die Agentur ihren Kunden an, redaktionell anmutende Artikel mit Backlinks ohne Werbe-Kennzeichnung auf verschiedenen Domains im Internet zu platzieren. Den Domainbetreibern wird dafür eine Bezahlung in Aussicht gestellt. Damit liegt nach Auffassung des DRPR ein Verstoß gegen die Normen des Deutschen Kommunikationskodex und Richtlinien des Rats vor.

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Branche

News und Hintergründe für die Ohren: „PR-Journal“-Podcast #1/2023 ist da

Der „PR-Journal“ Januar-Podcast ist da: Die wichtigsten Personalien, Studien und Berichte direkt auf die Ohren. Auch 2023 setzt das „PR-Journal“ die Serie der monatlichen Podcasts fort – immer am letzten Donnerstag. Hinzu kommen die Interviews des Monats, die jeweils wenige Tage später erscheinen. Der neue Podcast beschäftigt sich mit der neuen KI-Anwendung ChatGPT  und greift die Studie von BCW zum Thema Mitarbeiterbindung sowie den Abschied der Kosmetikfirma Lush aus den sozialen Medien auf. Im Podcast-Interview des Monats, das immer weniger Tage nach dem Podcast erscheint, geht es dieses Mal um das die Neuauflage des Handbuchs Unternehmenskommunikation. Eine Fachbuchbesprechung in einem Podcast? Das geht, einfach ab dem 30. Januar reinhören. „PR-Journal“-Chefredakteur hat sich zusätzlich Professor Zerfaß zwei weitere kompetente Gäste eingeladen.

Medien

Horst von Buttlar wird neuer Chefredakteur der „WirtschaftsWoche“

Horst von Buttlar wird ab dem 1. März 2023 neuer Chefredakteur der „WirtschaftsWoche“ und folgt damit auf Beat Balzli, der die „WirtschaftsWoche“ Ende Januar verlässt. Ausgehend von seiner großen journalistischen Erfahrung, seit 2013 als Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins „Capital“, zuvor als Ressortleiter der Gruner & Jahr Wirtschaftsmedien („FTD“, „Capital“, „Impulse“) und als Leiter des Reporterteams bei der „Financial Times Deutschland“, soll von Buttlar die „WirtschaftsWoche“ in Digital und Print weiter konsequent fortentwickeln.

Studenten-Initiativen

Gruppe Deutsche Börse fördert den LPRS e.V.

LPRS Dt Boerse LogosDer LPRS e.V. in Leipzig hat seit dem 1. Oktober einen weiteren Förderer an seiner Seite: Mit der Gruppe Deutsche Börse erweitert der LPRS seinen Fördererkreis um einen weiteren Partner aus der Wirtschaft, der für verlässliche und stabile Kapitalmärkte sowie eine transparente Kommunikation steht. Anfang November wurde bekannt, dass die Gruppe Deutsche Börse auch die Mainzer PR-Studierendeninitiative kommoguntia e.V. fördert. Das schmälerte die Freude in Leipzig aber nicht. „Wir freuen uns auf den Austausch und die Zusammenarbeit mit der Deutschen Börse“, so Tanja Graf, Vorstandsvorsitzende des LPRS e.V.

Social Media

Social Listening: Reputation des Weihnachtsmannes sinkt zum zweiten Mal in Folge

"Morgen kommt der Weihnachtsmann..." – denkste! Der alte Mann mit weißem Bart muss um seinen Posten als Geschenkeüberbringer bangen. In den Süßwarenregalen wollen ihn schokoladige Schneemänner und Winter-Bären verdrängen. Sogar Coca-Cola distanziert sich als wichtigster Auftraggeber von der Lichtgestalt. Passt der Weihnachtsmann nicht mehr zum heutigen Zeitgeist? Valide Fakten legen dies nahe. Schon im zweiten Jahr in Folge leidet der Ruf des Weihnachtsmannes, wie eine Reputationsanalyse des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) in Hamburg zeigt. Demnach kommt das Image des Weihnachtsmannes im Vergleich zum Nikolaus nur noch halb so gut weg.

Das PR-Interview

Monika Schaller: „Konnte meine Liebe und Leidenschaft zum Beruf machen“

Interview mit der Kommunikationschefin der Deutschen Post DHL

Monika Schaller ist eine der gefragtesten Kommunikatorinnen in Deutschland. Sie ist von Wirtschafts- und Fachjournalisten 2020 und 2021 zur Pressesprecherin des Jahres gewählt worden. Und jetzt, im November 2022, wurde sie bei den „PR Report“-Awards zur Kommunikatorin des Jahres gekürt. Monika Schaller, Executive Vice President Konzernkommunikation, Nachhaltigkeit und Marke der Deutsche Post DHL Group ist im Dezember Gast im Podcast Interview des Monats im „PR-Journal“. Im Gespräch mit Chefredakteur Thomas Dillmann spricht sie über ihre Leidenschaft für Kommunikation, ihr Verhältnis zu Journalisten und warum es manchmal gut ist, einen Perspektivwechsel einzunehmen und die PR-Welt aus dem Kopfstand heraus zu betrachten. Lesen Sie nachfolgend erste Auszüge, zum Podcast-Interview geht es hier.

Autoren-Beiträge

Ein Jahr ohne Likes: Kosmetikunternehmen Lush zieht Bilanz nach Social-Media-Rückzug

Den sozialen Medien den Rücken zu kehren, ist für die meisten Unternehmen heutzutage undenkbar. Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat und TikTok gelten als wichtige Marketingkanäle, um Kundinnen und Kunden zu erreichen und zu wachsen – allerdings zuweilen auf Kosten der mentalen Gesundheit der Nutzerinnen und Nutzer. So wie die Beweise gegen den Klimawandel jahrzehntelang ignoriert und heruntergespielt wurden, werden die negativen Auswirkungen der sozialen Medien bisher leider auch kaum beachtet. Wir bei Lush möchten die Welt besser hinterlassen als wir sie vorgefunden haben – 2021 bedeutete das daher den Ausstieg aus den Meta Plattformen und TikTok das „PR-Journal“ berichtete ausführlich). Lush ist ein internationales Kosmetikunternehmen mit Sitz in Poole, Südengland.

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Rezensionen

Rezension: Top-Arbeitshilfe für die Interne Kommunikation

Interne Kommunikation mit Weitblick Buchcover Fuehrmann SchmdbauerDas Fazit vorweg: ein sehr konkreter Buch-Beitrag zum Projektmanagement der Internen Kommunikation, praxistauglich. Vorgelegt 2020 von dem etablierten Autoren- und Berater-Duo Ulrike Führmann und Klaus Schmidbauer. Schmidbauer ist zwischenzeitlich leider verstorben. Führmann bringt ihre Expertise unverändert an vielen Stellen ein, sei es als versierte Dozentin oder als Mitglied der Final-Jury beim renommierten Branchen-Award für exzellente Interne Kommunikation Inkometa. Das hier vorgelegte, völlig neu konzipierte Buch löst den viel zitierten Vorgänger „Wie kommt System in die Interne Kommunikation“ ab, verfasst vom gleichen Erfolgs-Autoren-Duo.

Der Sprach-Optimist

Sprache! Das macht was mit Dir, oder?

Unser Sprach-Optimist Murtaza Akbar (Foto) sagt Ciao, Tschüss oder auf Wiedersehen. Ganz wie Sie wollen oder Ihr wollt (auch ums Duzen und Siezen geht es übrigens in seiner heutigen finalen Folge). Denn nach dreieinhalb Jahren und 40 optimistischen Kolumnen im „PR-Journal“ geht er in wunderbarem besten Einvernehmen, auch wenn wir nichts dagegen gehabt hätten, ihn noch gerne länger bei uns im „PR-Journal“ zu haben. Das heißt, er macht einen auf Jürgen Klopp, dem man Gutes nachruft, wenn er geht. Und vielleicht sehen wir ihn ja wieder, hier bei uns als Gast oder sogar mal im Buchhandel, denn so viel sprachliche Unterhaltung gehört doch gebündelt und gedruckt, oder? Zum Abschluss geht er für Sie und Euch nochmal seine ganzen geliebten Sprachthemen durch – mit einem Augenzwinkern natürlich (wie auch sonst? ;-).

Kommentare

Großkonzerne an den Fronten der Demokratie: Wirtschaft und Politik im Kommunikationskonflikt

Ein Zwischenruf von Wolfgang Griepentrog (Foto), Leichlingen

Griepentrog Wolfang klein 2022In einer Zeit großer Verunsicherung, in der sich die gewohnte Weltordnung auflöst und unser liberales, demokratisches System im harten strategischen Wettbewerb mit autoritären und diktatorischen Systemen steht, kommt es besonders auf Vertrauen und Zusammenhalt in der Gesellschaft an. Die Chefs großer Konzerne sollten ihre Worte sensibel abwägen, gerade wenn sie an der Front zwischen gesellschaftlichen, politischen Anliegen und eigenen Gewinn- und Wachstumsinteressen stehen.

Macht der Bilder

Lützerath: Ein medialer Plot ohne Happy End

Am Ende konnten sie die Emotionen nicht mehr einfangen, die sie selbst geschürt haben: Aus dem Kampf um die besten Bilder wird in Lützerath eine Schlammschlacht mit der Polizei. Der mediale Plot der Klimaschützer hat kein Happy End mit schönen Bildern vom friedlichen Protest – im Gegenteil.
In Lützerath haben RWE und der Staat alles so gemacht wie immer: Bewohner abfinden, Dörfer abbaggern, fertig. Ein Viertel der deutschen Chemieindustrie und ein großer Teil der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens befindet sich in einem Umkreis von 100 Kilometern: Wähler, Wohlstand, Arbeitsplätze, da müssen Opfer gebracht werden. Aber den Protestierenden geht es nicht um Dörfer, Heimat oder Arbeitsplätze – es geht um die symbolische Aufrüstung in einem gesellschaftlichen Konflikt: Wie viel weitere Umweltzerstörung ist noch gerechtfertigt, und wer bezahlt den Preis dafür?

PR-Historie

History matters! Konferenz zu historischer Verantwortung in der Unternehmenskommunikation

Unter dem Motto „History matters!“ stellt sich die erste #HistoryComms-Conference am 29. und 30. September in Frankfurt am Main der Herausforderung, den Umgang mit historischer Verantwortung in der Unternehmenskommunikation neu zu vermessen. Die Kooperation zwischen dem Center for History & Corporate Communication, einer Initiative der Günter-Thiele-Stiftung, Leipzig, unter Leitung von Günter Bentele (emeritierter Professor der Uni Leipzig) und Felix Krebber (Professor an der Hochschule Pforzheim), sowie engagierten Firmenhistorikern und Agenturen des Netzwerks Corporate History Communication (Berlin und Mannheim) macht die Tagung möglich. Sie findet erstmals als kollegialer, interdisziplinärer Meinungsaustausch und in Präsenz statt.

Leserkommentare

Leserbrief zum Kommentar von Manfred Piwinger zum Thema DAX und Gender

Die Analyse von „PR-Journal“-Autor Manfred Piwinger zum Thema DAX und Gender hat Eberhard Wühle, unter anderem langjähriger PR-Chef bei Wolff Walsrode und Dow Chemical sowie DPRG- und DJV-Mitglied, zu einem Leserbrief veranlasst. Wühle will den „feinfühligen Gedanken“ Piwingers nach eigenen Worten „etwas holzschnitzartige Hinweise“ hinzufügen.

Studien

Edelman Trust Barometer 2023: Polarisierungstendenzen in Deutschland

Das Edelman Trust Barometer 2023 zeigt die drohende Polarisierung in der Gesellschaft auf und wie diese das Vertrauen auf eine Belastungsprobe stellt. Für die 23. Ausgabe des Reports wurden über 32.000 Menschen in 28 Märkten zu ihrem Vertrauen in die Institutionen Regierung, Medien, Wirtschaft und NGOs befragt. Mit Blick auf das Vorjahr konnten die Institutionen auch in Deutschland kaum oder gar nicht an Vertrauen in der allgemeinen Bevölkerung gewinnen. So schafft es lediglich die Wirtschaft vom Misstrauensbereich in den neutralen Bereich (50 % sprechen ihr das Vertrauen aus; + 2 %pkt. zu 2022). Es folgen die Regierung (47 %; unverändert zu 2022), die Medien (47 %; unverändert zu 2022) und die NGOs (41 %; + 1 %pkt. zu 2022). Wie in der Vergangenheit wird allein die Wirtschaft als ethisch und kompetent handelnd angesehen.

Aus- und Weiterbildung

eLearning Academy und FH Burgenland bieten zwei neue Executive-MBA-Lehrgänge

Die FH Burgenland und eLearning Academy for Communication in Eisenstadt, Österreich, bieten zwei neue Executive-MBA-Lehrgänge für Führungskräfte im Bereich Marketing und Kommunikation. Das Angebot richtet sich an Expertinnen und Experten in Marketing- und Kommunikationsabteilungen, die neben ihrem Vollzeitjob eine berufsbegleitende Weiterbildung absolvieren möchten, um den international anerkannten Titel „Executive Master of Business Administration“ zu erlangen. Die neuen Programme bieten zu 100 Prozent E-Learning – und damit die Möglichkeit, mit maximaler Flexibilität zu studieren. Es gibt keine Präsenzphasen, fixen Prüfungstermine oder Vorlesungszeiten. Der Online-Campus mit allen Inhalten steht Studierenden 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag, zur Verfügung.

Jobprofile

Was macht eigentlich ein Senior Editor bei MSL?

Von Australien und den USA zu MSL nach Hamburg. Marv Hansen ist seit Anfang des Jahres 2022 als Senior Editor bei MSL. Als Teil des Digital-Teams entwickelt sie Content jeder Art für die unterschiedlichsten Kunden. Sie liebt es, wie ein Schwamm neues Wissen aufzusaugen, Menschen außerhalb ihrer Bubble kennenzulernen und jeden Tag neue Themengebiete zu erkunden. Wenn nötig, arbeitet sie dafür auch mal vom Küchenstudio aus.

Seminarkalender

Seminarkalender 2023

Seminare, Tagungen, Workshops und Webinare. Der „PR-Journal“-Seminarkalender gibt Ausblick auf relevante Fort- und Weiterbildungsangebote der kommenden Monate. Unsere kompakte Auflistung für Kommunikationsfachleute in Agenturen, Unternehmen und Verbänden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - kündigen Sie neue (auch rein digitale) Seminare jederzeit gern an in unserer Redaktion.

Content Recycling & Curation
MW Media Workshop GmbH
30. Januar 2023, online
490 EUR zzgl. 19% MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Künstliche Intelligenz in PR & Marketing
MW Media Workshop GmbH
30. Januar 2023
690 EUR zzgl. 19% MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Preise und Awards

Startschuss für den 13. Deutschen Preis für Onlinekommunikation

Der Deutsche Preis für Onlinekommunikation (DPOK) zählt zu einem der wichtigsten Digital Awards im deutschsprachigen Raum. Veranstalter ist die Quadriga Media Berlin GmbH. Bis zum 10. März 2023 können Agenturen, Unternehmen und Organisationen ihre Wettbewerbsbeiträge über das Bewerberportal einreichen. In dieser Phase betragen die Kosten für die Bewerbungen je nach Kategorie bis zu 390,00 Euro. Für Einsendungen nach dem 10. März wird eine zusätzliche Verspätungsgebühr fällig. Bis spätestens 30. März, der endgültigen Deadline, werden Einreichungen angenommen.

PR-Check-in für Start-ups

Mit smartem Konzept als Start-up zum PR-Erfolg

Bis auf ein paar Ausnahmen finanzieren sich Medien über ihre Verkaufserlöse und die mit ihren Inhalten erzielte Reichweite, um als attraktiver Werbeträger die richtigen Zielgruppen adressieren zu können. Möchten Start-ups mit ihren Inhalten und Botschaften eine möglichst große Verbreitung erzielen, lohnt es sich, die Perspektive eines Redakteurs einzunehmen. Dieser ist vor allem den Rezipienten seines Mediums verpflichtet. Je häufiger sein Beitrag voraussichtlich gelesen oder geklickt wird, desto positiver fällt seine Einschätzung zum vorgeschlagenen Thema aus. Der gelernte Journalist und Kommunikator Daniel Rottinger zeigt, wie Gründerinnen und Gründer dies clever bei ihrer Medienarbeit einbeziehen können.

Tipps & Lesehinweise

Lesehinweis: Effie gibt Überblick über nachhaltig erfolgreiche Marketingkonzepte

Effie Germany 2022 Buchcover GWADas Buch zum Effie 2022 ist da. Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) informiert in der Publikation, die im FAZ-Buchverlag erschienen ist, über wegweisende Marketingkonzepte und erfolgreiche Werbewirkung. Seit über 40 Jahren prämiert der GWA mit den Effie jährlich erfolgreiche Kommunikationsmaßnahmen und Marketingkampagnen. Die Kampagne „#Flutwein“ wurde 2022 beispielsweise als doppelter Goldsieger in den Kategorien „Public Relations“ sowie „Doing Good“ ausgezeichnet. Die Kampagne erzielte eine enorme PR-Reichweite und sicherte dem von der Jahrhundertflut getroffenen Ahrtal in nur sechs Wochen rund 4,4 Millionen Euro an Spendengeldern. Diese und zahlreiche weitere erfolgreiche Kampagnen werden in dem Buch vorgestellt.

Whitepaper

Neues Whitepaper der AG CommTech: Reputationsmanagement – so geht‘s

Die AG CommTech wurde im Sommer 2021 unter dem Dach des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF), Hamburg, gegründet. Sie erarbeitet Lösungen für die digitale Kommunikation und stellt diese der interessierten Fachöffentlichkeit vor. Jetzt hat eine erste Initiative der AG CommTech ein Whitepaper fertiggestellt. Unter dem Titel „Reputationsmanagement – so geht’s“ wird erklärt, was Reputation ist, wie man sie misst und wie man ein funktionierendes Reputationsmanagement aufbaut. Gerade im Reputationsmanagement herrscht in deutschen Kommunikationsabteilungen großer Nachholbedarf.

Termine

MCF-Neujahrsgespräch mit Lorenz Maroldt

Ort: IQ Media Marketing Gmbh, Eschersheimer Landstraße 50, 60322 Frankfurt
Termin: 25. Januar 2023 um 18:30 Uhr
Thema: Die acht wichtigsten Fragen in 2023
Moderation: Claudio Montanini, Präsident Marketing Club Frankfurt e. V.
Referentin: Lorenz Maroldt, Chefredakteur Tagesspiegel
Veranstalter: MCF Marketing Club Frankfurt c/o Deutscher Fachverlag GmbH
Kosten: 35,00 Euro
Anmeldung und weitere Informationen: auf der Veranstalter-Webseite

STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter Januar 2023

Der Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (derzeit zirka 24.000) in Deutschland (Print / Zeitungen + Zeitschriften, Rundfunk / Radio + Fernsehen, Online (seit 2003)). Im Dezember 2022 wurden 1.887 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 11.047 Medien. Der monatliche „Stamm Medien-Newsletter“ informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Meldungen:

Unternehmens-PR im Dialog

Die weltweite Vielfalt im Fokus: So kommuniziert Hapag-Lloyd

„Die Größe einer Kommunikationsabteilung sagt nichts über den Erfolg ihrer Kommunikation aus“, so Nils Haupt, Senior Director Corporate Communications bei der Hapag-Lloyd AG. Dieser Aussage stimmen wohl viele zu. Mit seinem 16-köpfigen Team steuert er die Kommunikation der weltbekannten Containerreederei mit über 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in weltweit mehr als 400 Büros. Eine kleine Gruppe des studentischen PR-Vereins KnotenPunkt e.V. aus Kiel besuchte das Unternehmen in seinem Hauptsitz am Ballindamm in Hamburg. Mit im Gepäck viele kleinere und eine sehr große Frage: Wie funktioniert die Arbeit in einem internationalen Kontext mit so vielen unterschiedlichen Stakeholdern? Charlotte Nölle und Jule Schulz berichten.

Kreativ-Cases

Case-Study: Wie Vorwerk mit HIRSCHTEC Analytics den Social-Intranet-Erfolg messbar macht

Mehr lokale und interessengesteuerte News, eine weniger formelle und direktere Kommunikationskultur und eine einfache Möglichkeit, offen über relevante Themen sprechen zu können – das wünschten sich die Mitarbeitenden bei Vorwerk. Als einer der zentralen Treiber für den Wandel in der Kommunikation beim Familienunternehmen, das für hochwertige Haushaltsgeräte steht, daher inzwischen unverzichtbar: das auf Haiilo (ehemals COYO)-basierende Social Intranet. Seit Januar 2020 ist es die Plattform für Information und Kommunikation – und Feedback-Kanal für mehr als 6000 Mitarbeitende in rund 20 Ländern. 

Agenturen im Dialog

MSL: Zukunftsorientiertes, nachhaltiges Wachstum im Fokus

15 Jahre in einem Unternehmen – was im ersten Moment nicht sonderlich erwähnenswert klingt, ist in der Agentur- und Beratungslandschaft dann doch etwas Außergewöhnliches. Neben Kirsten Leinert trifft das bei MSL auf eine Reihe weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf unterschiedlichen Hierarchieebenen zu. Im Gespräch mit Nick Hoffmann und Adrian Liehr, die Mitglieder des LPRS e.V. (Leipziger Public Relations Studierende) sind, erläuterte Managing Partner Kirsten Leinert, wie der Berufseinstieg – zum Beispiel mit dem zertifizierten Traineeship – aussehen kann, welche Anforderungen MSL an Einsteigerinnen und Einsteiger hat und wie die weiteren Entwicklungsschritte aussehen können.

GPRA im Dialog

Straub & Straub: Zwischen PR und Journalismus

Bei der Hamburger Kommunikationsagentur Straub & Straub hat sich in letzter Zeit einiges geändert. Die Agentur konnte neue Großkunden gewinnen, die beiden Geschäftsführer Tina und Rüdiger Straub haben im Sommer 2018 Jahr geheiratet und zuletzt ist der Hamburger Hauptstandort vor erst einem Monat umgezogen. In den neuen Büroräumen haben Marie Fuhr und Laura Möller von campus relations der Agentur einen Besuch abgestattet.

Internes - aus der Redaktion

Liebe Leserinnen und Leser!

Das Jahr der „Zeitenwende“ neigt sich dem Ende entgegen. Es war in jeder Hinsicht ein aufreibendes Jahr. Die 4. Welle der Coronakrise war noch nicht verebbt, da begann am 24. Februar 2022 der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Schon drei Tage später sprach Bundeskanzler Olaf Scholz im Deutschen Bundestag von der Zeitenwende. In atemberaubender Geschwindigkeit entwickelte sich eine Inflationsrate, wie es sie in Deutschland seit 70 Jahren nicht gab, das ging einher mit der Energiekrise. Deutschland im Dauerkrisenmodus, und damit auch die Kommunikation. Als Newsportal für die PR- und Kommunikationsbranche haben wir das alles auf unserer Website, in unserem Newsletter und in unserem Podcast für Sie, liebe Leserinnen und Leser, aufbereitet und begleitet. In vielfältiger Weise haben wir über Krisenkommunikation, Diskussionen um Haltung und Purpose, Personalien, Etatgewinne und Studien berichtet.