Christopher Markert (Mitte) hat sich bei Serviceplan PR umgesehen. Geschäftsführer Thorsten Hebes (l.) und Junior-Beraterin Denise Dumps standen Rede und Antwort.

Dienstag, 11. April, ich sitze am Schreibtisch und arbeite an meiner Master-Thesis als mein Handy vibriert – WhatsApp. Ein Screenshot und dazu die Frage „Hätte jemand Lust und Zeit?“ – ich werde neugierig. Im Betreff steht „Interview für das PR-Journal“. Es geht um ein Gespräch mit Thorsten Hebes, Geschäftsführer von Serviceplan PR in München. Ich brauche 24 Zeichen und für mich steht fest: „Ich habe sowas von Lust!“

Hebes Markert Dumps Serviceplan II PortraitEine Woche später sitze ich in einem Konferenzraum in München, mir gegenüber Thorsten Hebes (55) und Denise Dumps (28), Junior-Beraterin bei Serviceplan PR – schnell sind wir wie von Agenturen gewohnt beim ‚Du’. Hier in München wurde Serviceplan 1970 ursprünglich als Werbeagentur gegründet. Heute umfasst das Portfolio das komplette Kommunikationsspektrum von klassischer Werbung über Performance Marketing bis hin zu Kampagnenplanung – und seit 2004 gehört auch PR als Kommunikationsdisziplin dazu. Die hat Thorsten Hebes damals zusammen mit Klaus Weise selbst gegründet, seit März 2017 komplettiert Frank Behrendt das Führungstrio.

„Meine Karriere in der PR wurde zum Erfolg, weil ich wusste, was die Journalisten wollen.“ – Thorsten Hebes

Hebes ist wie viele andere PR-Leute seiner Generation über den Journalismus in die PR-Branche gerutscht. Die hat er als Journalist – laut eigener Aussage – gehasst wie Zahnhalskaries: „Schlecht informierte PRler, die kein Gefühl für die Bedürfnisse der Journalisten gezeigt haben,“ erinnert er sich. Nach dem Prinzip ‚Face your Fears’ ist er dann aber trotzdem in der PR gelandet. Und das mit großem Erfolg. Die Serviceplan PR-Group landete erst kürzlich bei Pfeffers PR-Agenturranking auf Platz 6 der umsatzstärksten PR-Agenturen Deutschlands und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter an den vier Standorten München, Berlin, Hamburg und Köln.

Die negativen Erfahrungen, die er als Journalist mit PRlern selbst gemacht hat, kennzeichnen heute die Stärke seiner Agentur: Das Wissen über die Bedürfnisse von Journalisten. Mit Hilfe des Analysetools ‚Share of Public®’ erfasst und systematisiert Serviceplan PR das Wissen, die emotionale Haltung und die Informationsbedürfnisse von Multiplikatoren wie Journalisten, Bloggern und anderen Influencern und nutzt diese Erkenntnisse für die PR-Arbeit. Dadurch können Kommunikationsmaßnahmen konkret auf die relevanten Multiplikatoren zugeschnitten werden, was sich im Erfolg der Maßnahmen widerspiegelt. Es überrascht nicht, dass sich Serviceplan PR diesen USP hat patentierten lassen. In einer zunehmend digitalen Welt, in der Content omnipräsent ist, verändert sich aber auch das Selbstverständnis von PR, wie Hebes eingesteht. Weshalb für Serviceplan PR, neben der klassischen Presse- und Medienarbeit, die Content-Produktion immer weiter ins Zentrum rückt.

„Bei Serviceplan wird kein Dilettantismus betrieben.“ – Thorsten Hebes

Dabei profitieren die Münchner als Teil der großen Serviceplan Gruppe von der Nähe und der engen Verbindung zu anderen Kommunikationsdisziplinen – auch das unterscheidet sie von anderen PR-Agenturen. So ergeben sich automatisch Synergieeffekte: „Bei uns in der Gruppe hat jeder Bereich sein Kompetenzsegment, in diesem kennt er sich aus“, so Hebes. „Gleichzeitig wissen unsere Mitarbeiter – egal ob Azubi oder Geschäftsleitung – ganz genau, wo im Haus der Spezialist sitzt, den der Kunde braucht.“ So kann immer die bestmögliche Beratungsleistung erbracht werden, unabhängig davon, ob diese vom klassischen PR-Berater oder durch Unterstützung eines Big Data-Analysten kommt.

Von diesen Synergien profitieren aber nicht nur die Kunden, sondern auch die Mitarbeiter. Allen voran die Volontäre, die eine umfassende Ausbildung erhalten, mit der Möglichkeit, Einblicke in Bereiche zu erhalten, die auch außerhalb der PR liegen, wie zum Beispiel Mediaplanung.

„Die Leute sollen als Mäuse reinkommen und als Löwen rausgehen.“ – Thorsten Hebes

Doch was müssen Bewerber eigentlich mitbringen, um als Volontär bei Serviceplan einzusteigen, frage ich? „Ich will mutige Mitarbeiter haben“, antwortet mir Hebes. „Beratung heißt nicht immer nur ‚Ja’ sagen. Beratung heißt sich auch mal gerade zu machen und dem Kunden zu widersprechen, wenn es zu seinem Besten ist. Und das bringen wir unseren Volontären auch bei.“

Neben einer großen Portion Mut ist aber auch ein grundlegendes Bewusstsein für die wirtschaftlichen Abläufe des Produktes Kommunikation sehr wichtig, erklärt er weiter. Wer diese Grundvoraussetzungen erfüllt, bekommt bei Serviceplan PR eine fundierte PR-Ausbildung und auch als Volontär schon früh Verantwortung. Und dann dürften auch mal Fehler passieren – nur so lernt man dazu und bekommt die Routine für das Battlefield ‚PR-Alltag’.

„Was ich hier am meisten schätze sind die Menschen.“ – Denise Dumps

Wer es wie Denise Dumps ins Volontariat schafft, auf den warten neben vielfältigen Kunden eine Agentur, die eben nicht typisch Agentur ist, wie auch die Junior-Beraterin zugibt: „Wir schlagen uns hier nicht zusammen die Abende am Schreibtisch um die Ohren, um dann zusammen durch die Clubs zu ziehen.“ Das klingt so angenehm klischeefrei und authentisch, dass ich denke: Wahrscheinlich ist es genau diese sympathische Authentizität, die den Reiz von Serviceplan PR ausmacht. Und das spiegelt sich in der ganzen Agentur wieder, vor allem in den Kollegen, bestätigt Dumps meine Vermutung.

Nachwuchsprobleme kann Thorsten Hebes bei Serviceplan PR derweil nicht erkennen, dennoch weiß er um das Imageproblem der Agenturbranche. Deshalb begrüßt er die geplante Employer Branding Kampagne „Mach was draus. Komm in die Agentur!“, die von der GPRA initiiert wurde. „Das Arbeitsfeld Agentur ist mit das Spannendste, das es gibt. Wer sich in seinem Job wiederfinden und verwirklichen will, hat dazu in einer Agentur die Möglichkeit,“ macht Hebes deutlich. „Und diesem Gedanken bietet die Kampagne eine sehr gute Plattform. Das weiße Blatt als Kampagnenmotiv ist die erste Seite des eigenen Krimis, den man in einer Agentur schreibt.“

Nach zwei Stunden beende ich die Aufnahme für das Interview. Noch schnell ein paar Bilder für den Artikel machen, bevor wir uns verabschieden. Als ich raus auf die Straße gehe, nehme ich mein Handy in die Hand und öffne die WhatsApp-Gruppe. Vier Emojis später steht auf dem Display:

Emojis gesamt Markert

Sponsored Content: Für die Arbeit der Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) sind Nachwuchsförderung und die gezielte Verbesserung des Images von Kommunikationsagenturen gegenüber Studierenden wichtige Ziele. Daher stellt sich in Kooperation mit dem „PR-Journal“ auch im Jahr 2017 jeden Monat ein Agenturchef der GPRA den Fragen von Studierenden. Die Interviews werden von Studentinnen und Studenten aus dem Fachbereich der Kommunikation und Public Relations geführt. Die Redaktion stellt die Plattform für den Austausch der vier PR-Nachwuchsinitiativen Public Relations Studierende Hannover e.V. (PRSH), Leipziger Public Relations Studenten e.V. (LPRS), kommoguntia e.V. in Mainz, und campus relations e.V. in Münster und weiteren Studierenden mit der GPRA. Die genannten PR-Initiativen werden vom „PR-Journal“ gefördert. In der 17. Folge führte Christopher Markert das Gespräch, der an der Universität Hohenheim den Masterstudiengang Kommunikationsmanagement studiert.


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