Die Beachtung/Nutzung dieser Tipps helfen Ihnen, um bei den Medien als professioneller Informationslieferant anerkannt zu werden. Wenn noch was fehlt, her damit. Auch wenn Sie anderer Meinung sind oder Anmerkungen haben - Kommunikation lebt vom Dialog.

1. Personen nur einmal mit Vor- und Nachnamen nennen, danach nur noch den Nachnamen.

2. Nie Frau… oder Herr… plus Nachname schreiben.

3. Keine akademischen Grade (z.B. Prof. Dr. od. Dipl.-Ing.) - höchstens in Fachartikeln für Fachmedien (zur Kompetenzuntermauerung) - auch dort am besten nur zum Autorennamen am Anfang oder Ende des Artikels.

4. Die Ziffern 1 bis 12 werden in Buchstaben, ab 13 in Ziffern geschrieben.

5. Wochentage in Datumsangaben können entfallen, ebenso das Jahr (wenn es eine aktuelle Meldung, z.B. über ein Veranstaltung, ist).

6. Währungen immer nach den Zahlen anwenden, also 25 Euro (auch nicht Euro 25,--) - wir sind Journalisten, keine Buchhalter.

7. Keine Zeichen, z.B. % - immer Prozent im Fließtext (als Zeichen höchstens in Klammeraufzählungen) verwenden.

8. Keine Abkürzungen - Mio. = Millionen - Mrd. = Milliarden - km = Kilometer // etc., usw., u.a. = ausschreiben bzw. weglassen.

9. Keine Unterstreichungen und/oder VERSALIEN (natürlich auch nichts in halbfett oder kursiv) - nicht COMMERZBANK (sondern: Commerzbank) oder XYZ-AGENTUR für Public Relations. Briefbogengestaltung, Corporate Design oder Schriftlogos haben in Pressetexten nichts verloren und sind peinlich unprofessionell.

10. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel: z.B. IBM oder EnBW (weil in der Regel Abkürzungen).

11. Auch Kapitalgesellschaftsabkürzungen können entfallen – also nicht GmbH oder AG im Fließtext der Pressemeldung (außer bei Finanznachrichten) - und bei Verbänden kein e.V..

12. Sie – wir – unser: weglassen. Sie schreiben Pressetexte - keine Briefe, Romane oder sonstige Lyrik.

13. Nicht heute oder morgen etc. schreiben, sondern: am 26. Juli (2007), denn wenn die Meldung veröffentlicht wird, ist heute oder morgen schon vorgestern.

14. Jede Pressemeldung braucht ein Datum. Dieses voranzustellen in der sog. "Spitzmarke" genügt nicht.

15. Und einen Absender mit (mindestens) voller Adresse, Vor- und Nachname des Ansprechpartners, Telefon (Durchwahl), E-Mail nicht vergessen.

16. Und immer die Ortsangaben von Agentur und Kunde (Auftraggeber) nennen – das „Wo“ der unbedingt notwendigen fünf W’s (Wer, Wann, Wo, Was, Wie).

17. Zahlen sind wichtig – aber nicht überladen und verwirren.

18. Auch Namen sind Nachrichten.

19. Zitate direkt oder indirekt machen eine Meldung lebendig - aber bitte keine Routine („Wir freuen uns,…“).

20. Keine Adjektive (Bewertungen sind nicht Sache von Nachrichten) + auch keine werbliche Sprache (z.B. die in unserer Branche üblichen und damit unnötigen Füllwörter: innovativ, professionell, interessant, effizient, kompetent).

21. Substantive (Beamten-/Bürokraten-Sprache) vermeiden (weg mit den Wörtern, die auf -ung enden!).

22. Kurze Sätze mit neun bis maximal 14 Wörtern schreiben.

23. Keine Schachtelsätze schreiben.

24. Am Textende in Klammer angeben, wie viele Anschläge (Buchstaben/Ziffern/Zeichen incl. Leerzeichen) der Artikel hat.

25. Möglichst keine Fremdwörter verwenden.

26. Fach-Chinesisch vermeiden - uind wenn es nicht anders geht: die Begriffe erläutern.

27. Immer an den Leser denken (und an den Journalisten) - er ist der - sie ist die erste Leser/in!). Alter Merksatz: Der Köder muss dem Fisch schmecken - und nicht dem Angler!

28. Schauen Sie doch einfach in die Printmedien (auch Fachpresse), wie dort die Artikel veröffentlicht werden - deshalb bitte so schreiben, dass die Journalisten die Texte gerne verarbeiten und merken - aha, da hat ein Profi mitgewirkt/gearbeitet.

29. Alte Zöpfe abschneiden: Kein "Belegexemplar erbeten" - es ist Ihr Job, die Abdrucke selbst oder mit Hilfe eines Clippingdienstes zu ermitteln

30. Und bloß kein "Abruck honorarfrei" bei Texten/Pressemeldungen. Denken Sie mal ans Gegenteil: sollen die Medien Sie für Ihre übersandten Texte bezahlen? Na also... Bei Fotos muss das natürlich aus Urheberrechtsgründen vermerkt sein, genauso wie der Name des Absenders/Fotografen.

31. Und ganz wichtig: auf keinen Fall Journalisten anrufen, ob sie den Artikel bekommen haben (und wann er denn erscheint). Dieses sog. Nachtelefonieren hassen Journalisten am meisten an den PR-Menschen. Entweder Ihr Artikel war gut, passt in die Zeit und zum Thema und es ist Platz zum Abdruck da, dann wird er genommen. Und wenn nicht: neuer Artikel, neues Glück...

32. Und wenn Sie Ihre Pressemeldung mit einer guten, informierenden und neugierig machenden Überschrift (möglichst nicht mehr als sieben Worte) verschickt haben, geschieht dies hoffentlich mit einem aktuellen und zum Thema passenden Verteiler. Hier helfen gute Datenbanken. Eine Ernährungszeitschrift braucht keine Texte über Maschinenbau.

Siegburg, den 6. Juni 2012
gez.: Gerhard A. Pfeffer, Chefredakteur "PR-Journal"

Und nächste Woche gibt es dann die Checkliste mit den ergänzenden Regeln für eine professionelle Online-Pressearbeit. 

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Im Online-Medien-Blog "Medienrot" schreibt Jasmin Kreulitsch zwölf lesens- und beachtenswerte Punkte zur Zusammenarbeit von PR und Jornalisten: "Rufen sie nicht an – wir melden uns bei Ihnen!". Sie ergänzt/bestätigt damit unsere Checklisten.