Viele Mitarbeiter würden sich gerne mehr für ihr Unternehmen in den sozialen Medien einsetzen. Doch die bestehenden Strukturen erschweren ihnen dies in vielen Fällen. Das liegt daran, dass Unternehmen keine strukturierte Unterstützung bieten, die sozialen Medien nicht aktiv genug nutzen und Mitarbeiter nicht genügend einbinden. Das sind die zentralen Ergebnisse einer internationalen Studie unter 1.000 Wissensarbeitern, die die Kommunikationsagentur Lewis, München, durchgeführt hat.

Gründe, die laut Befragung für ein Engagement für den eigenen Arbeitgeber sprechen, sind der Wunsch nach persönlicher Profilierung in den sozialen Medien, aber auch die Unterstützung des Unternehmens. In den meisten Fällen scheitern die Ambitionen der Angestellten jedoch aus einem der drei folgenden Gründe.

1. Unternehmen bieten keine strukturierte Unterstützung

Die meisten Befragten (60 %) gehen davon aus, dass strukturierte Social-Media-Programme für Mitarbeiter die Beteiligung steigern können. Allerdings nutzt nur jedes zweite Unternehmen diese Chance. So entgehen ihnen wichtige Möglichkeiten zur Steigerung ihrer Social-Media-Reichweite, denn jeder zweite Mitarbeiter wäre bereit, Inhalte für sein Unternehmen zu erstellen, wenn er oder sie gefragt würde. Bei den Unternehmen, die über kein Mitarbeiter-Programm verfügen, wünscht sich die Hälfte der Befragten eine derartige Initiative. Neben gesteigerter Reichweite sehen die Studienteilnehmer auch Impulse für den Vertrieb (40 %) und Wertschätzung für engagierte Kollegen (36 %) als Vorteile solcher Aktivitäten.

2. Unternehmen nutzen die sozialen Medien nicht aktiv genug

Fast drei Viertel der Befragten (73 %) waren der Ansicht, dass ihr Unternehmen soziale Medien aktiver nutzen sollte. Allerdings gibt es in rund der Hälfte der Unternehmen, die Teil der Befragung waren, Verbote gegen die Nutzung sozialer Medien während der Arbeitszeit. Dementsprechend gaben 40 Prozent der Teilnehmer an, dass ihr Unternehmen Social Media zwar nutzen würde, der Beteiligung durch Mitarbeiter allerdings kritisch gegenüberstünde. Derart restriktive Vorgaben lassen wenig Spielraum für Engagement.

3. Unternehmen gelingt es nicht, Mitarbeiter überzeugend einzubinden

Sechs von zehn Befragten gaben an, dass sie unterschiedliche Social-Media-Accounts für geschäftliche und private Zwecke nutzen würden. Der wichtigste Grund für unterschiedliche Konten ist die Einschätzung, dass die persönlichen Einstellungen von denen der Firma abweichen könnten. Den Unternehmen gelingt es nicht, gemeinsame Werte zu vermitteln, mit denen sich die Mitarbeiter identifizieren können.

Unter den Inhalten, die dennoch geteilt werden, gehören Unternehmensnachrichten zu den beliebtesten Inhalten. 59 Prozent der Befragten gaben an, diese Inhalte ihres Arbeitgebers zu teilen, gefolgt von visuellen Inhalten (Foto oder Video – 56 %) und personalbezogenen Inhalten wie Stellenangeboten (31 %). Die befragten Wissensarbeiter gaben auch Tipps, wie Unternehmen ihr Engagement steigern könnten. Beispielsweise gaben 60 Prozent der Teilnehmer an, dass ihr Arbeitgeber bessere Bilder anbieten sollte. 46 Prozent empfahlen mehr Videoinhalte. Ebenfalls 46 Prozent wünschten sich ein Belohnungssystem für aktive Mitarbeiter und 41 Prozent hielten Social-Media-Schulungen für sinnvoll. „Viele Unternehmen haben keine klare Strategie für den Einsatz von Social Media durch ihre Mitarbeiter”, kommentiert Rafael Rahn, Senior Vice President Zentraleuropa bei Lewis, die Ergebnisse. „Unsere Untersuchung zeigt, dass es häufig zu wenig Unterstützung oder zu große Einschränkungen gibt. In jedem Fall geht das Potenzial, das Mitarbeiter als Markenbotschafter entfalten können, oft verloren. Die hohe Bereitschaft zu mehr Engagement sollte von Unternehmen genutzt werden, um ihre Reichweite und Präsenz in sozialen Medien auf glaubwürdige Art zu steigern.”


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