Location, Location, Location – es gibt eherne Gesetze wie dieses hier aus der Immobilienbranche, die in der PR ihre Gegenstücke haben. Timing zählt dazu, ein Gespür für potenziell kritische Issues auch. Stimmt das Timing nicht, dann entschwindet eine PR-News ungelesen ins Nachrichten-Nirwana. Was nicht so schlimm ist, denn die Alternativen sind unerfreulicher: Die News wird zum Ärgernis für den Absender oder -selten- zur Lachnummer der Branche. Letzteres hat der Holmes Report geschafft. Das Fachmedium hat die Gewinner des „Influence 100“ gekürt, die „wichtigsten und einflussreichsten“ Unternehmenskommunikatoren weltweit in 2017. Darunter finden sich honorige Namen wie Bayer, Deutsche Post DHL Group und Merck – und eben auch VW.

Für den Holmes Report war die Sache anscheinend ausgestanden mit diesem ärgerlichen #Dieselgate. Anders ist es nicht zu erklären, dass das Medium Hans-Gerd Bode, Vice President Communications Volkswagen AG, beziehungsweise VW mit den Worten zitiert „Wir werden jeden Stein umdrehen“, um den Skandal zu lösen, und Bode leite die Bemühungen des Unternehmens nach einer Politur der lädierten Reputation.

„Wir werden jeden Stein umdrehen“, diese Formulierung scheint bei VW zyklischen Gebrauchswert zu haben. Hatte doch beispielsweise Markenchef Wolfgang Bernhard schon dieses geflügelte Wort benutzt, um VW nach dem Schmiergeldskandal in 2005 (das war das mit den „Vergnügungsreisen“) wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Dasselbe hatte Bernhard in diesem Jahr noch einmal versprochen, allerdings nun bei Daimler tätig. Auch dies ist Geschichte.

Einige Steine hatte VW wohl übersehen, vermutlich auf Vorstandsebene, aber das ist heute ebenfalls nicht mehr wichtig. Zur Reputation des Unternehmens sei auf die aktuelle Berichterstattung in den Medien weltweit verwiesen. Und natürlich auf die Beiträge im PR-Journal, so von Jörg Forthmann („Autokartell: Was es heißt, wenn schon die Maus über Autobauer spottet“) und Frank Schönrock („Krise der Automobilindustrie spiegelt die Haltung der Unternehmensführer wider“).

Aber es gab noch mehr deutsche Preisträger des „Influence 100“, alle ohne Schlagseite in der Reputation. Dies sind Christof Ehrhart, Direktor Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung Deutsche Post DHL Group, Isabel de Paoli, ehemals Leiterin Konzernkommunikation und seit September 2016 Chief Strategy Officer bei Merck, Christine Graeff, Kommunikationschefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Michael Preuss, Leiter Communications and Public Affairs bei Bayer, Jan Runau, ‎Chief Corporate Communication Officer/Leiter Unternehmenskommunikation der adidas Group, und Sabia Schwarzer, Global Head of Communications and Responsibility der Allianz Gruppe.

Die Preisträger des „Influence 100“ sind hier zu finden.


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