Schulz Christiane CEO WeberShandwick querDas Agenturnetzwerk Weber Shandwick positioniert sich in außerordentlicher Klarheit zum Thema Fake News. Weber Shandwick bezieht in einem am 9. Januar 2017 veröffentlichten Papier klar Stellung und bekennt sich zu seiner Verantwortung, „wahrhaftig“ sein zu wollen – nicht zuletzt zum Schutz der eigenen Kunden. Die Agentur will mit dem Papier alle Medien, Journalisten, Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen ansprechen und sie auf fünf Prinzipien hinweisen, die die Agentur leiten werden:

Ohne Frage war 2016 ein sehr außergewöhnliches Jahr. Viele Nachrichten, die um die Welt gingen, klangen oft unfassbar und einige von ihnen waren zudem schlichtweg falsch. Bei Weber Shandwick sind wir zutiefst beunruhigt über diesen Anstieg sogenannter „Fake News“.

Die Menschen konsumieren heutzutage ihre Nachrichten über Facebook und andere soziale Netzwerke. Positiv daran ist, dass die heutigen technologischen Entwicklungen es ermöglichen schneller und einfacher Sachverhalte und Meinungen mit anderen zu teilen. Leider hat dies den negativen Nebeneffekt, dass auch Fehlinformationen einfacher geteilt werden können.

In der Tat haben Falschmeldungen in den vergangenen Monaten bei politischen Ereignissen oftmals mehr Engagement hervorgebracht als wahre Nachrichten. Diesen Umstand alleinig in einen politischen Kontext zu bringen, wird dem jedoch nicht gerecht. Mark Thompson, CEO der New York Times, fasste passend zusammen: „Es scheint wie eine Schlacht zwischen Partisanen. Doch dieser Kampf ist keiner zwischen Links und Rechts. Oder zwischen Eliten und den ‚gewöhnlichen‘ Menschen. Es ist keiner zwischen traditionellen und digitalen Medien – obwohl es manchmal als ein solcher dargestellt wird – und auch keiner zwischen Verlagen und digitalen Plattformen. Hier geht es um Fakten versus Lügen.“

Fake News – also Nachrichten, die die Verbreitung falscher Geschichten beabsichtigen und in die Irre führen sollen – gibt es schon lange. Doch im Jahr 2016, insbesondere in den letzten Monaten, wurden sie regelrecht wiederbelebt und haben neue Formen der Massendistribution durch digitale und soziale Medien hervorgebracht. Nachrichten mögen falsch sein, doch das damit einhergehende Problem ist umso realer. Falschmeldungen infizieren aktuell auf der ganzen Welt den politischen Diskurs. Das Vertrauen in Nachrichtenmedien und deren Vertreter ist auf einem Rekordtief, während Fake News gleichzeitig ihren Beitrag dazu leisten, die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

All diese Entwicklungen sollten jeden, der in der Kommunikationsbranche arbeitet, besorgt stimmen. Vier Faktoren sind hier besonders hervorzuheben:

  • Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseren Kunden und Partnern. Es gilt, ihre Reputation aufzubauen und zu schützen, basierend auf Vertrauen und Integrität.
  • Unser tägliches Geschäft basiert auf Beziehungen mit einer freien Presse. Wir sind auf professionelle Journalisten angewiesen, die sich darauf verlassen, von uns die Wahrheit zu erfahren. Im Gegenzug teilen sie diese Informationen mit einem Publikum, welches im Zweifelsfall ‚die Presse‘ für alles verantwortlich macht.
  • Allen muss klar sein: Marken-Content ist kein Journalismus. Wir schaffen immer öfter selbst Inhalte, die wir dank digitaler und sozialer Medien einfach teilen können. Damit können wir uns als einzelne Person oder Unternehmen einem breiten Publikum öffnen. Aber wir dürfen niemanden täuschen und müssen immer ganz genau in dem sein, was wir sagen und was wir unseren Kunden raten.
  • Wir sind alle Bürger dieser Welt. Das heißt, wir müssen uns mit den Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft durch gefälschte Nachrichten auseinandersetzen.

Als weltweites Kommunikationsnetzwerk sieht sich Weber Shandwick in der Verpflichtung, zur aktuellen Fake News Debatte Stellung zu beziehen. Daher verschreiben wir uns ab dem heutigen Tage erneut fünf Prinzipien:

  1. Wir verpflichten uns Fake News zu identifizieren, sie zu bekämpfen und darüber zu informieren.
    In Zusammenarbeit mit Drittorganisationen werden wir Lösungen eruieren, die den negativen Auswirkungen von gefälschten Nachrichten entgegenwirken. Gleichzeitig informieren wir unsere Mitarbeiter, Kunden und Partner über neue Arten von Manipulationen. Wir werden unsere Forschungen dahingehend fortsetzen und erweitern, und diese Ergebnisse mit allen relevanten Parteien teilen.
  2. Integrität und Genauigkeit gehören zu unseren höchsten Standards.
    Dies gilt in allen Belangen der Content-Produktion und -Beratung, für uns selbst aber auch für unsere Kunden.
  3. Wir werden Maßnahmen ergreifen, um die wahrheitsgemäße Berichterstattung zu fördern.
    Unser Geschäft ist es, Organisationen zu unterstützen und ihren Ruf zu schützen. Greifen Fake News die Reputation an und beschädigen das Vertrauen der Öffentlichkeit, müssen wir den entstandenen Schaden durch entsprechende Maßnahmen beseitigen.
  4. Wir tätigen mit niemandem Geschäfte, der absichtlich Fake News verbreitet.
    Dies gilt für Personen wie auch für Portale. Unsere Standards gelten gleichermaßen für unsere Partner und Dienstleister.
  5. Wir wollen einen nachhaltigen Beitrag zu einer verbesserten Medienkompetenz leisten.
    Dazu planen wir, soweit möglich, entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote in Schulen, Hochschulen und in der Erwachsenenbildung.

Diese Prinzipien reflektieren die langjährige Verantwortung von Weber Shandwick, Vertrauen aufzubauen, das auf Wahrhaftigkeit und Integrität mit unseren Kunden, Mitarbeitern, Partnern und den Medien beruht. Nicht alles lässt sich über Nacht umsetzen und fest in den Köpfen verankern. Doch wir werden mit dieser erneuerten Verpflichtung gegenüber uns, unseren Werten und denen der Branche gestärkt ins neue Jahr ziehen.

Über Weber Shandwick: Das Agenturnetzwerk verfügt über Niederlassungen in 81 Ländern. An den deutschen Standorten Berlin, Frankfurt, Köln und München bietet Weber Shandwick strategische Beratung, Planung und die Umsetzung integrierter Kommunikationsdienstleistungen. Weber Shandwick gehört zur Interpublic Group (NYSE: IPG).


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de