Strzebecher-VolkerDas Image der PR ist nicht haus-, sondern journalistengemacht. Journalisten benutzen gerne verunglimpfende Begriffe wie „Spin-Doctors“ oder „PR-Gag“, laden die falschen PR-Leute zu Talk-Shows ein. Die Bevölkerung hat keinen blassen Schimmer davon, wofür der Begriff PR in Wirklichkeit steht – diese und andere Erkenntnisse aus der Schlussdiskussion der hochkarätig besetzten ECC European Communications Convention 2014 kann ich zunächst und grundsätzlich unterstreichen. Aber ungeachtet der wirklich hervorragenden ECC: Wenn wir PR-Schaffenden – und das tun wir schon seit ich vor dreißig Jahren in die Branche eintrat – nicht aufhören zu klagen, wie ungerecht wir doch von verschiedenen Seiten behandelt werden, müssen wir uns dann noch über ein schiefes Bild in der Öffentlichkeit wundern? In Abwandelung der Volksweisheit: Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe – haben wir, die PR-Schaffenden, die schlechteste PR? Ist das Image doch selbstgemacht?

Wir müssen endlich anfangen, professionelle Kommunikation für die Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben – also nicht nur in unsere eigene Branche hinein, sondern eben auch nach außen.

Glücklicherweise ist man in weiten Teilen der Unternehmens- und der Agentur-Landschaft eher wieder zu der Erkenntnis gelangt, dass die Bedeutung der PR im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklungen weiter wächst. PR wird sich weiter modifizieren, das war auch Tenor auf der ECC, und vielleicht auch einen neuen Namen entwickeln.

Wir werden uns der Zeit anpassen müssen – den Kunden. Aber immer wieder klingen auch Klagelaute durch, mit der Tonalität, jetzt sei ja alles nur noch Social Media. PR, Pressearbeit sei tot, jetzt oder bald. Aber seit wann bitte steht denn PR für „Presseinformationen schreiben“? PR-Fachleute, ob in Agentur, Unternehmen, Hochschulen oder sonstigen Organisationen sollten eigentlich wissen, was PR tatsächlich ist.

Statt negative PR zu betreiben und unsere Zunft selbst kaputt zu lamentieren, sollten wir meines Erachtens professionelle und konstruktive PR für die Public Relations betreiben. Dieser Appell richtet sich auch und nicht zuletzt an unsere Kommunikations-Verbände. Auf dem Kongress wurde mir aus (ebenfalls) berufenem Munde gesagt, das sei ja gar nicht möglich. Ich bin sicher, dass es machbar ist und möchte mit diesem Gastkommentar ein Beispiel geben – und einen ersten Impuls.

Über den Autor: Volker Stürzebecher ist selbständiger PR-Berater in Ismaning. Zu Beginn seiner beruflichen Vita vor 30 Jahren wurde er bei der Agentur Koob & Partner zum Marketing-Kommunikations-Berater ausgebildet, arbeitete dann als Management- und Verkaufstrainer, bevor er sich in der internationalen Nutzfahrzeugindustrie als Manager Public Relations und Pressesprecher betätigte (Volvo Trucks und Renault Trucks).


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